Ein Frettchen als Haustier? Dinge, die du unbedingt beachten solltest!

Das Frettchen als Haustier wird vor allem von Jägern gehalten, die mit ihnen die Kaninchenjagd ausüben. Die Haltung der putzigen und quirligen Gesellen ist nicht leicht und die Anschaffung sollte gut überlegt sein.
Neben dem intensiven Eigengeruch, den Frettchen von Haus aus ihr Eigen nennen, benötigen sie Artgenossen, intensive Beschäftigung und Platz.
Wie du deine Frettchen artgerecht halten kannst und was sonst noch beachtet werden muss, erfährst du hier.

Das Frettchen als Haustier: Die wilden Artgenossen gehören zu den Stinkmardern

Wer sich für die Haltung von Frettchen als Haustier interessiert, sollte sich im Klaren darüber sein, dass diese kleinen Marder Raubtiere sind und zur Gattung der Stinkmarder gehören. Frettchen stammen wahrscheinlich von domestizierten Iltissen ab.
Den intensiven, arteigenen Geruch erhalten Frettchen durch ein Sekret, das in den Analdrüsen gebildet wird. Beide Geschlechter verbreiten dieses außerordentliche Aroma. Bei den Rüden tritt dieser Geruch in der Ranzzeit allerdings deutlich stärker zutage.
Die Entfernung der Analdrüsen ist in Deutschland aus tierschutzrechtlichen Gründen nur unter strengen Bedingungen erlaubt. Eine Entfernung mag den Geruch zwar lindern, aber geruchslos und neutral werden deine neuen Hausgenossen nicht.

Falls du der Meinung bist, diesem Geruch durch regelmäßige Bäder entgegenzuwirken, wirst du enttäuscht sein. Frettchen baden nicht gerne und du stresst sie mit Wasser. In vielen Fällen wälzen sich Frettchen nach einem solchen Bad im eigenen Klo, um ihren Geruch wieder zu bekommen.

Also: Solltest du dich mit dem Gedanken tragen, dir ein Frettchen als Haustier anzuschaffen, musst du mit dem Geruch leben. Bei der Haltung im Freien wird dies wahrscheinlich kein Problem sein. Sollen die Frettchen in der Wohnung gehalten werden, musst du dich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen.

Frettchen als Haustier: Die richtige Haltung

Ohne Artgenosse geht nichts!

Frettchen sind Rudeltiere. Diesen Aspekt musst du schon vor der Haltung beachten. Allein mit seinem Menschen zu sein, ist für das Frettchen keine Alternative zu einem Artgenossen. Soll das Frettchen als Haustier bei dir einziehen, gehört ein zweites Frettchen unbedingt dazu.

Platzbedarf und Bewegung

Frettchen sind ausgesprochen aktive Hausgenossen und benötigen entsprechend Platz. Die Empfehlungen für einen Käfig, in dem ein einziges Frettchen untergebracht werden kann, orientieren sich an einem Grundmaß von 120 cm x 60 cm x 60 cm. Mit mehreren Tieren vergrößert sich die Fläche um dasselbe Maß. Darüber hinaus sollte der Käfig über mehrere Etagen gebaut werden. Röhren und Treppen verbinden die Etagen.
Schlafplätze und Höhlen müssen mehrere vorhanden sein, um das Frettchen als Haustier glücklich zu machen. Auch Hängematten aus alten Baumwolltüchern und T-Shirts werden von den Frettchen gerne angenommen.

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Ein Katzenklo mit Streu dient auf den einzelnen Etagen als Toilette. Wassernäpfe und Futternäpfe müssen einfach und gründlich zu reinigen sein. Da Frettchen einiges anstellen, macht es Sinn, Näpfe zu nutzen, die schwerer sind als Kunststoffmodelle. Tränken, wie sie in Kaninchenställen genutzt werden, nutzen die meisten Frettchen gerne.

Um deinem Frettchen als Haustier bei der Haltung im Käfig gerecht zu werden, benötigt es täglich über mehrere Stunden Freilauf. Alternativ kommen in der Wohnung großräumige Frettchenvolieren in Betracht, falls du ausreichend Platz hast, um diese zu stellen und zu bauen. Auf den Freilauf in der Wohnung solltest du trotzdem nicht verzichten. Beim Freilauf kannst du dich intensiv mit deinen Frettchen beschäftigen und mit ihnen spielen.

Frettchen in Natur
Frettchen sind aktiv und bewegungsfreudig. Biete ihnen ausreichend Auslauf und Beschäftigung.

Außen, innen oder kombiniert?

Frettchenhaltung in einem Außengehege ist für dich und die Tiere die optimalste Lösung. Ist das Gehege groß genug gebaut, und mit vielen Verstecken, Spielzeug und Beschäftigungsmaterialien ausgestattet, werden sich deine Frettchen die Zeit, die sie nicht verschlafen wunderbar beschäftigen können. Die Geruchsbelästigung ist im Freien geringer als in der Wohnung und draußen gibt es viele Dinge, die die agilen Tiere beobachten und erforschen können.
Weil Frettchen gerne buddeln, müssen dein Frettchengehege und auch ein eventuell vorhandener Freilauf, bei kombinierter Haltung nach unten abgesichert werden. Ansonsten graben sich deine Frettchen aus dem Gehege.

Ein Standplatz in der prallen Sonne kommt für das Frettchengehege nicht infrage. Deine Frettchen müssen die Möglichkeit bekommen, sich im Schatten aufhalten zu können.
Bleiben die Frettchen ganzjährig draußen, was für die Marder kein Problem darstellt, muss der Stall, in dem die Schlafplätze sind, gut isoliert sein.
Eine vor Wind und Wetter geschützte Ecke im Außengehege muss zwingend vorhanden sein.

Die Ausstattung von Käfig und Gehege

Frettchen lieben es zu klettern, zu buddeln und sie fühlen sich in engen Röhren und Gängen wohl. Sie erkundigen alles und suchen überall, wo sie können nach neuen, interessanten Dingen. Hast du dein Frettchengehege in der Wohnung, musst du den Frettchen die Möglichkeit geben sich im Gehege und beim Freilauf außerhalb des Geheges zu beschäftigen.
Nützlich hat sich hier unter anderem das Katzenspielzeug erwiesen. Bälle, Mäuse, Kratzbäume und Kratzmatten finden in Frettchen begeisterte Nutzer.

Alte Zeitungen zum Wühlen und Graben, Pappröhren und Kunststoffröhren zum durchlaufen sind kostengünstige Dinge, die du deinem Frettchen zur Verfügung stellen kannst. Haben deine Frettchen ein eigenes Zimmer, ein Zimmergehege oder ein Außengehege zur Verfügung, kannst du diese mit Ästen und Brettern ausstatten.

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Die Ernährung von Frettchen

Das Verdauungssystem von Frettchen unterscheidet sich von anderen Hundeartigen. Sie haben ein verkürztes Magen-Darm-System und sind nur in geringem Maß in der Lage, pflanzliche Proteine zu nutzen. Aufgrund dieser Besonderheit muss die Nahrung von Frettchen zu achtzig Prozent aus tierischen Proteinen bestehen.
Gerne werden ganze Tiere, wie Tauben, Küken und Kaninchen gefressen.

Hühnerherzen, Rinderherzen und Frischfleisch aller Tierarten außer Schwein kommen auf den Speiseplan.
Hundenassfutter gehört keinesfalls in den Futternapf deiner Frettchen.

Gesunde und gute Frettchensnacks findest Du bei AniFit. Sie sind gefriergetrocknet und lassen sich daher gut aufbewahren und leicht her richten.

Für Frettchen gibt es im Handel spezielles Futter, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Trockenfutter für Frettchen muss deinen Tieren den ganzen Tag zu Verfügung stehen. Katzenfutter, das ohne Zucker hergestellt ist, ähnelt in der Zusammenstellung von Eiweiß und Fett, dem Nährstoffgehalt, den dein Frettchen benötigt.
Rohes Schweinefleisch ist für Frettchen Tabu. Es gilt als Überträger der Aujeszkyschen Krankheit, die Frettchen nicht überleben und für die es kein Heilmittel gibt.
Obst und Gemüse benötigt dein Frettchen nicht. Der Verdauungstrakt kann mit Durchfall reagieren, da er nicht auf diese Nahrung ausgelegt ist.

Frettchen als Haustier: Beschäftigung und Freigang

Ein Frettchen ausschließlich in einem kleinen Käfig zu halten, auch wenn er den Mindestanforderungen entspricht, ist Tierquälerei.

Wird das Frettchen als Haustier in der Wohnung gehalten, muss es mehrere Stunden am Tag seinen Käfig verlassen können. Frettchen, die sich langweilen, zu wenig Beschäftigung haben und unausgelastet sind, neigen zum Beißen.
Frettchen probieren alles aus. Das Zimmer, in dem sich deine Frettchen bewegen dürfen, muss sicher sein. Achte darauf, dass die Pflanzen ungiftig sind. Stell deine Blumentöpfe nach oben. Besser ist es im Zimmer mit den Frettchen komplett auf Blumentöpfe und Erde zu verzichten. Deine Frettchen werden dir die Erde aus den Töpfen holen. Kabel müssen unerreichbar für dein Frettchen sein. Sichere deine Fenster mit einem Gitter, oder lass sie geschlossen, damit die Frettchen nicht auf die Idee kommen, sich nach draußen zu verabschieden.

Ist das Frettchen im Zimmer und willst du nicht, dass es sich woanders versteckt und aufhält, lass die Türen zu.
Im Zimmer sollten, wie im Gehege, ausreichend Klettermöglichkeiten vorhanden sein.

Frettchen in Geschirr
Gewöhne Dein Frettchen schon früh an ein Geschirr, damit Du auch mit ihm raus gehen kannst.

Der Freilauf ist eine gute Zeit, in der du dich ausgiebig mit den Frettchen beschäftigen kannst. Ballspiele, Fangspiele für Katzen und alles, dass sich jagen lässt, werden deine Rabauken in helle Aufregung und Begeisterung versetzen.
Soll das Frettchen regelmäßig mit dir vor die Tür, kannst du es schon frühzeitig an ein Katzengeschirr gewöhnen. Auf diese Art sieht dein Frettchen etwas anderes, bekommt Bewegung und eure Bindung wächst.

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Lebenserwartung und Gesundheit von Frettchen

Frettchen werden bei artgerechter Haltung zwischen sieben und zehn Jahre alt. Eine lange Zeit also, in der du dein Frettchen als Haustier versorgen musst.
Damit das Frettchen gesund bleibt, muss es, wie Hunde und Katzen regelmäßig geimpft werden. Tollwut, Leptospiren, Leukose, Katzenseuche und Staube kannst du mit der Impfung vermeiden. Außerdem ist es Pflicht bei Reisen ins Ausland einen Heimtierausweis mit sich zu führen, in dem die notwendigen Impfungen und die Chipnummer eingetragen sind.

Im Alter neigen Frettchen zu Nierenerkrankungen und Herzproblemen. Eine Futterunverträglichkeit macht sich schnell durch Durchfall und Erbrechen bemerkbar.
Fremdkörper, die ein Frettchen frisst, können zu Darmverschlüssen führen.
Augenentzündungen durch Zugluft und Erkältungen in der Übergangszeit zwischen Winter/ Frühjahr und Sommer/ Herbst kommen bei Frettchen vor.
Haben Fähen keinen Partner und sind nicht kastriert, kann es zur Dauerranz kommen. Diese muss vom Tierarzt behandelt werden. Soll nicht gezüchtet werden ist hier eine Sterilisation oder Kastration anzuraten.

Flöhe, Zecken und Würmer sind auch bei Frettchen keine Seltenheit. Entsprechende Spot Ons gibt es beim Tierarzt.
Alles in allem kann gesagt werden, dass Frettchen als Haustier robuste und gesunde Zeitgenossen sind. Achtest du auf die regelmäßigen Impfungen, gute Gehegebedingungen, angepasste Ernährung und Parasiten, hast du in deinem Frettchen über viele Jahre einen tollen Begleiter.

Frettchen als Haustier und die Vergesellschaftung mit Hund und Katze

Frettchen können mit Hunden und Katzen vergesellschaftet werden. Am besten funktioniert eine Partnerschaft mit Hunden, wenn beide in jungen Jahren aneinander gewöhnt werden.
Auch mit Katzen können Frettchen gut zusammenleben, wenn eine angemessene Eingewöhnungszeit eingeplant wird.

Du möchtest mehr über giftige Pflanzen für Katzen erfahren? Dann lies unseren vollständigen Beitrag dazu.

Frettchen und Kinder

Frettchen spielen und toben gerne. Bei den Spielen untereinander zwicken sich die Artgenossen hin und wieder, um sich zum Beispiel gegenseitig zum Spielen aufzufordern. Zwickt das Frettchen ein kleines Kind, gibt es meistens Geschrei auf der einen Seite und Irritationen auf der Frettchenseite, die in Angst ausufern kann. Spätestens wenn Frettchen Angst bekommen, und keinen Ausweg aus einer für sie bedrohlichen Situation sehen, beißen sie zu. Und wenn das Frettchen beißt, tut es weh.

Kinder sollten mindestens zehn Jahre alt sein, bevor sie engen Umgang mit dem Frettchen haben. Das Kind muss wissen, dass Frettchen es nicht mögen, gegen ihren Willen gekuschelt und festgehalten zu werden. Während ein Kind sich mit dem Frettchen beschäftigt, sollte zum Schutz von Frettchen und Kind immer ein Erwachsener anwesend sein.

Achtung bissig? Warum Frettchen zubeißen!

Frettchen werden, falls man sich regelmäßig mit ihnen beschäftigt einigermaßen zahm. Sie lassen sich anfassen, ohne unmittelbar zu beißen. In bestimmten Situationen kann es trotz Zahmheit zum Biss kommen.
Frettchen beißen zum Beispiel, wenn sie gegen ihren Willen festgehalten und hochgehoben werden. Sie beißen, wenn sie Angst bekommen und sich erschrecken. Diese Bisse sind eine natürliche Reaktion auf Gefahren und Unsicherheiten.
Beim Toben und Spielen untereinander geht es bei Frettchen grob zu. Kleine Zwickereien dienen als Aufforderung. Beißereien unter Artgenossen haben meistens Rangordnungskämpfe und Kämpfe um die Fähen als Ursache.

Ist dein Frettchen nicht ausgelastet und dümpelt lange Zeit ohne Beschäftigung in seinem Käfig vor sich hin, neigt es zu Aggressionsverhalten, das sich durch Bisse äußern kann.
Zu guter Letzt beißen Frettchen, falls sie Schmerzen haben. Findest du keinen Grund, warum dein Frettchen wiederholt zubeißt, besuch mit ihm den Tierarzt und lass klären, ob eine gesundheitliche Ursache für das Verhalten verantwortlich ist.

Fazit: ein Frettchen als Haustier

Wer sich darüber im Klaren ist, dass ein Frettchen als Haustier nicht nur im Käfig gehalten werden kann, und über viele Jahre Einsatzbereitschaft, Pflege und Beschäftigung benötigt, um artgerecht und glücklich gehalten zu werden, für den kommt dieses quirlige Kerlchen als Haustier in Betracht. Die Geruchsbelästigung und die erschwerten Haltungsbedingungen solltest du vor dem Kauf in deine Überlegung einbeziehen.

Vermeide es, Frettchen über den Zoohandel zu kaufen. Such dir einen Züchter, der dir die Elterntiere zeigen kann, oder wende dich an Tierschutzorganisationen, die dringend Plätze für ihre Notfälle benötigen. Beim Züchter und bei den Tierhilfsorganisationen kaufst du in der Regel ein gesundes Tier oder hilfst einem Frettchen, einen Weg in ein besseres Leben zu starten.

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