Die Rettungshundestaffel – Alles was man wissen muss

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Seit die Berichterstattungen über weltweite Katastrophenlagen in Nachrichten und im Internet einen hohen Stellenwert eingenommen haben, sieht man sie häufiger bei der Arbeit, die Rettungshundestaffeln.

Den Wenigsten ist bekannt, welche Organisationen die Rettungseinsätze mit Hunden durchführen, welche Qualifikationen Hundeführer und Hunde nachweisen müssen, um bei dieser Arbeit eingesetzt zu werden und ob es Hunderassen gibt, die in einzigartiger Weise für diese Arbeit geeignet sind.
Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Rettungshundestaffeln, ihre Einsatzmöglichkeiten, ihre Zulassungsverfahren und ihre Besonderheiten.

Was ist eine Rettungshundestaffel?

Die Rettungshundestaffel wird in Situationen zum Einsatz gebracht, in denen es erforderlich ist Menschenleben zu retten und Menschen ausfindig zu machen.
Zu den Einsatzgebieten zählen Großschadenlagen, wie Erdbeben, Gebäudeeinstürze, Überflutungen und mehr. Speziell ausgebildete Hundeführer und ihre Hunde werden unter UN- Mandat weltweit eingesetzt.

Im kleineren Rahmen werden die Staffeln zur Suche von Einzelpersonen (Mantrailing ) und zum Auffinden von Ertrunkenen eingesetzt.

Die Geschichte der Rettungshundestaffel!

Von 1954 bis 1973 bildete der Bund Rettungshunde aus, um sie bei Katastrophenlagen einsetzen zu können.
Nach der Einstellung des Programms zur Ausbildung von Rettungshunden übernahmen interessierte Hilfsorganisationen und private Hundeführer die Verantwortung für das Rettungshundewesen.
Hundeführer schlossen sich zusammen, um das Rettungshundewesen weiterzuführen.

Es entstand der Bundesverband Rettungshunde, der zur damaligen Zeit federführend bei der Ausbildung und bei der Durchführung und Erstellung von Prüfungsordnungen verantwortlich war.
Neben dem BRH ist heute der Deutsche Rettungshundeverein ein zweiter Dachverband, der sich der Umsetzung der Ziele im Bereich der Rettungshundeausbildung widmet.

Im Laufe der Zeit nahmen unter anderem Hilfsorganisationen wie DRK, MHD, JUH, ASB und DLRG die Ausbildung von Rettungshunden in ihr Programm auf.

Wem sind de Rettungshundestaffeln unterstellt und wo werden die Rettungshunde eingesetzt?

Die Staffeln werden im Bereich der Katastrophenschutzeinheiten zusammen gefügt. Tritt ein Schadensfall ein, erfolgt die Alarmierung über die zuständige Katastrophenschutzstelle, in deren Einzugsgebiet das Schadensereignis eingetreten ist.

Bei Großschadensereignissen und weltweiten Einsätzen können speziell geprüfte Rettungshundestaffeln unter anderem mithilfe des UN- Mandats eingesetzt werden.

Rettungshund bei der Trümmersuche

Arbeiten, die eine Rettungshundestaffel ausführt!

Trümmersuche

Die Hundestaffeln werden in diversen Arbeitsbereichen eingesetzt. Bei Erdbeben und Überflutungen sind gut ausgebildete Teams in der Lage, verschüttete Menschen bis zu einer Tiefe von 500 Metern ausfindig zu machen. Zeigt der Hund an, dass sich in seinem Suchraum ein Mensch befindet, können die Helfer in dem ausfindig gemachten Bereich gezielt mit der Bergung der Person beginnen.
Die Trümmersuche ist einer der herausstechenden Aufgabenbereiche der Staffeln.

Flächensuche

Bei der Flächensuche suchen Hund und Hundeführer weiträumige Flächen ab, um vermisste Personen ausfindig zu machen. In Deutschland betrifft die Flächensuche vor allen Dingen weitläufige Waldgebiete.

Mantrailing

Auf das Mantrailing spezialisierte Hunde sind in der Lage, sich aus einer Vielzahl Geruchsmoleküle, dasjenige auszusuchen, das zur gesuchten Person gehört. Einsatzgebiet des Mantrailings ist unter anderem die Suche nach vermissten Personen in dicht besiedelten Bereichen.

Wassersuche

Hunde sind in der Lage die Duftmoleküle eines Menschen im Wasser aufzunehmen. Diese Hunde unterstützen die Suche nach Ertrunkenen oder auf dem Wasser in Not geratenen Menschen.

Ein Collie als Rettungshund

Gibt es spezielle Rassen, die für den Einsatz in einer Rettungshundestaffel geeignet sind?

Die Arbeit als Rettungshund ist nicht an die Rassenzugehörigkeit gebunden. Alle Hunde, die bestimmte Anforderungen erfüllen, um die anstrengende Arbeit als Rettungshund erledigen zu können, sind für den Einsatz in der Rettungshundestaffel geeignet. Auch Mischlinge werden für diese Arbeit eingesetzt.

Bei der Größe haben sich Rassen und Mischlinge aus dem mittelgroßen Bereich als geeignet erwiesen, um mit den Widrigkeiten, die in Trümmergebieten herrschen und die das Absuchen großräumiger Flächen betrifft, fertig zu werden.

Kleine Hunde, wie z.B. Teckel können das schwierige Terrain von Trümmergebieten durch ihre kurzen Läufe nur bedingt absuchen. Sie sind nicht in der Lage, auf Trümmerberge zu klettern.
Bei großen Rassen, wie Doggen, steigt die Verletzungsgefahr für den Hund und das hohe Gewicht kann einsturzgefährdete Bereiche zusätzlich belasten.

Merkmale, die ein Hund, der als Rettungshund ausgebildet werden soll, mitbringen muss!

Wesensfestigkeit

Ein hektischer Hund, der ängstlich auf Menschen und Geräusche in der Umgebung reagiert ist in der Regel als Rettungshund nicht geeignet.
Ist der Hund ausgeglichen und gut sozialisiert, ist eine Voraussetzung für seine Arbeit als Rettungshund gegeben.

Arbeitsbereitschaft

Fehlt dem Hund der Spaß eine ihm zugewiesene Arbeit konzentriert zu Ende zu führen, kann er nicht auf einem Trümmerfeld und bei Suchen eingesetzt werden.
Hunde die mit einem gewissen Maß an Spieltrieb ausgestattet sind, arbeiten gerne und bringen bei entsprechender Anleitung durch den Hundeführer die Leistung, die erforderlich ist, um der anspruchsvollen Aufgabe gewachsen zu sein.

Leistungsfähigkeit

In diesem Bereich spielt unter anderem die körperliche Leistungsfähigkeit eine Rolle. Bis zu einem gewissen Punkt kann man die Leistungsfähigkeit trainieren.
Ist die Körpergröße für bestimmte Arbeitsbereiche in der Rettungshundestaffel zu klein, kann der leistungsfähigste Hund seine Aufgabe lediglich eingeschränkt zum Ausdruck bringen.

Das Alter

Soll der Hund zum Rettungshund ausgebildet werden, setzen die meisten Verbände ein Eintrittsalter zwischen 12 Wochen und vier Jahren voraus.

Ansprüche an den Hundeführer

Zeit für die Ausbildung und Bereitschaft für Einsätze

Die Ausbildung eines Hundegespanns für die Rettungshundestaffel ist zeitintensiv. Im Schnitt verbringt jeder Hundeführer pro Jahr 350 Stunden mit der konsequenten Ausbildung seines tierischen Helfers und seiner persönlichen Weiterbildung.

Körperliche Eignung

Während der Ausbildung und bei Einsätzen ist es erforderlich, dass der Hundeführer seinen Hund unterstützt und ihm zur Hilfe eilt.
Hat der Hundeführer ausgeprägte körperliche und geistige Einschränkungen kann er die Arbeit in der Rettungshundestaffel nicht leisten.
Die Rettungshundestaffel ist harte physische und psychische Arbeit, die erbracht werden muss, um Leben retten zu können.

Der Weg in die Rettungshundestaffel- Vorbereitung und Prüfungen

Vor dem Eintritt in die Rettungshundestaffel müssen sich Hund und Hundeführer einem Eignungstest unterziehen.
In diesem Test wird ermittelt, ob der Hund die Grundvoraussetzungen an Wesensfestigkeit, körperlicher Eignung und Lernbereitschaft mit ins Team nimmt.
Ist dieser Test positiv ausgefallen beginnt die zwei bis dreijährige Ausbildungszeit.

Um die eigentlichen Prüfungsfächer der Rettungshunde ablegen zu können, muss der Hund die Begleithundeprüfung erfolgreich absolvieren.
Abhängig vom Verband erfolgt vor den eigentlichen Prüfungen, die für den praktischen Einsatz in einer Rettungshundestaffel erforderlich sind, eine erneute interne Vorprüfung, um die Eignung und den Wissensstand des Gespanns zu prüfen.

Ist diese Vorprüfung erfolgreich abgelegt, folgen Prüfungen in den Einzelbereichen Trümmersuche und Flächensuche-
Eine Einsatzprüfung ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme als Rettungshundegespann an offiziellen Einsätzen.

Soll der Hund weltweit als Rettungshund einsetzbar sein, sind zusätzliche Prüfungen nach IPO (internationaler Prüfungsordnung) abzulegen.
Eine Spezialisierung zum Mantrailer ist mit weiteren Prüfungen zu belegen.

Über Prüfungsfächer und einzelne Prüfungsvoraussetzungen kann man sich bei den Verbänden und in den jeweiligen Prüfungsordnungen informieren.

Diese Zielsetzungen werden überprüft!

  • Der Hund muss vermisste Personen unmittelbar anzeigen.
  • Der Hund muss selbstständig Suchen und die Windverhältnisse nutzen können!
  • Wie arbeitet der Hund in unterschiedlichen Geländeformationen?
  • Lässt sich der Hund problemlos auf große Distanzen und in unterschiedliche Gelände schicken und arbeitet er gut mit dem Hundeführer zusammen?

Der Hundeführer als Mitglied des Gespanns!

Neben der Ausbildung für den Hund, hat der Rettungshundeführer die Verpflichtung, sich unter anderem Wissen aus folgenden Bereichen anzueignen:

  • Geländekunde inklusiver Kompass und Kartenkunde
  • Erste Hilfe für Hund und Mensch und den Abschluss der Sanitätsausbildung A
  • Trümmerkunde und das Wissen über Windverhältnisse
  • Umgang mit Funktechnik und Kenntnisse über Einsatztaktiken
  • Kynologie und Verhalten von vermissten Personen

Fazit

Die Ausbildung in der Rettungshundestaffel ist kein Zuckerschlecken. Für engagierte, motivierte Hundeführer und ihre geeigneten Hunde ist die Rettungshundestaffel eine Bereicherung des persönlichen Lebensbereiches und ein Ehrenamt, das praktische Hilfe garantiert.

Wer bereit ist, sich dieser zeitintensiver Herausforderung zu stellen, erreicht in der Vertrautheit und der Zusammenarbeit mit dem vierbeinigen Begleiter ein hohes Maß an Zufriedenheit und Freude.

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