Fahrradfahren mit Hund – so baust Du es richtig auf!

Fahrradfahren mit Hund – wie schön es doch sein kann, gemeinsam bei einer ausgedehnten Fahrradtour gemeinsam die Natur zu genießen und dabei auch noch die Fitness des geliebten Vierbeiners zu erhalten. Doch beim Fahrradfahren mit Hund gibt es einiges zu beachten. Worauf Du also besonders acht geben solltest und wie Du es aufbaust, erklären wir Dir gerne.

Fahrradfahren mit Hund – für wen ist es geeignet

Ganz zu Anfang solltest Du Dir die Frage stellen, ob Dein Hund überhaupt für das Radeln geeignet ist. Selbstverständlich sollte Dein Hund hierfür ausgewachsen und gesund sein. Fange auf keinen Fall mit dem Training vor dem ersten Geburtstag an. Dein Hund befindet sich noch im Wachstum. Gelenke können bei zu frühem Fahrradfahren mit dem Hund irreparable Schäden davon tragen! Aber auch bei erwachsenen Hunden solltest Du darauf achten, dass Dein Hund keine Schmerzen hat. Und auch bei Senioren solltest Du prüfen, ob diese Art von Bewegung noch das Richtige für Deinen Hund ist.

Beachte bei Deinem Entschuss auch die Größe Deines Hundes. Für kleine Hunde wie den Jack Russell Terrier ist es aufgrund der geringen Schrittlänge natürlich wesentlich anstrengender, mit einem Tempo mitzuhalten als bei großen Hunden. Sehr großen Hunden, zum Beispiel der Deutschen Dogge, wiederum sagt man nach, dass diese sehr anfällig für Gelenkprobleme sind.

Auch sollte Dein Hund ein gesundes Herz und ein gesundes Immunsystem haben. Herzinsuffizienz oder andere Krankheiten dürfen nicht vorliegen. Erfahrungsgemäß ist das Fahrradfahren mit Hund auch für brachycephale Hunderassen wie den Mops eher ungeeignet.

Wenn Dein Hund aber gesund und munter und im richtigen Alter ist, steht dem Fahrradfahren nichts im Wege. Wenn Du Dir nicht sicher bist, hole Dir am besten eine Einschätzung von einem kompetenten Tierarzt und Tierphysiotherapeuten.

Fahrradfahren mit Hund – wann beginne ich das Training?

Natürlich kannst Du jedem Hund das Laufen am Fahrrad bei bringen. Jedoch solltest Du auf keinen Fall vor Ende des zwölften Lebensmonats starten. In der Zeit davor ist es hilfreich, wenn Dein Hund bereits lernt, sich ohne Stress und Hast im Straßenverkehr zu bewegen. Er sollte keine Angst vor großen Fahrzeugen haben oder Jogger und anderen Fahrradfahrern hinterher laufen wollen.

Fahrradfahren mit Hund – die richtige Ausrüstung

Wichtig beim Fahrradfahren mit Hund ist natürlich auch eine gute Ausstattung, damit es zum einen auf keinen Fall zu Verletzungen kommt und zum anderen ihr ein sicherer Verkehrsteilnehmer seid.

Achte in jedem Fall darauf, dass Dein Fahrrad auch für den Straßenverkehr zugelassen ist. Eine entsprechende Beleuchtung ist selbstverständlich. Das Fahrrad sollte für Dich passend sein und weder zu groß noch zu klein, damit Du einen sicheren Halt hast. Natürlich solltest auch Du immer einen Helm beim Fahrradfahren tragen – gehe hier mit gutem Beispiel voran.

Am Fahrrad solltest Du Deinen Hund nicht am Halsband führen. Sollte es doch mal zu einer brenzligen Situation kommen, geht der ganze Druck in den Nacken- und Halsbereich, was schwerwiegende Folgen haben kann.

Deswegen ist es besser, wenn Du Deinen Hund an einem gut sitzenden Hundegeschirr laufen lässt. Die Betonung liegt hier auf gut sitzend. Ein Norwegergeschirr beschränkt Hunde extrem beim Laufen, hierauf solltest Du generell verzichten.

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Hund am Fahrrad
Bitte lasse Deinen Hund nicht am Halsband beim Fahrradfahren laufen.
Bildnachweis: Depositphotos.com Cropped image of bicycler with dog on white @ Y-Boychenko

Es gibt Vorrichtungen, die Du ans Fahrrad bauen kannst, und Deinen Hund daran befestigst. Man nennt sie „Springer“ Hierdurch hast Du aber auch keine Kontrolle und kannst Deinen Hund nicht einfach ableinen, wenn es mal nötig sein sollte.

Auch ist es keine gute Lösung, die Leine einfach um das Handgelenk oder gar den Lenker zu wickeln. Sollte der Boden mal uneben sein, kann es zu Stürzen kommen, die nicht selten mit schweren Verletzungen für Dich und Deinen Hund enden können. Deswegen empfehlen wir Dir, Deinen Hund an einem Bauchgurt zu führen. So bleibt Dein Schwerpunkt beim Fahrradfahren erhalten und Dein Hund kann sich gut an Dir orientieren. Außerdem hast Du so beide Hände frei und kannst den Lenker sicher führen.

Als Leine empfiehlt es sich, ein stoßgedämpftes Model zu nutzen. Diese verhindert einen extremen Ruck beim Ziehen und schont somit die Gesundheit Deines Hundes.

Fahrradfahren mit Hund – wie sollte das Training ablaufen?

Dein Hund ist nun alt genug zum richtigen Radfahren und ist gesund und munter. Dann kannst Du nun mit dem eigentlichen Training beginnen. Denke bitte immer daran, dass Du langsam vorgehst, denn Dein Hund sollte Spaß am Fahrradfahren haben und dabei natürlich auch gesund bleiben.

Grundsätzliches zum Training

Wichtig ist, dass Du anfangs nur in kurzen Intervallen trainierst. Zehn Minuten sind zu Beginn vollkommen ausreichend und sollten auch nur sehr langsam und bedächtig gesteigert werden. Achte hierbei darauf, dass Dein Hund möglichst wenig auf Asphalt läuft, sondern einen weichen Boden hat. Eine Wiese oder ein schöner Waldweg federt den Schritt Deines Hundes wesentlich besser ab und ist hierdurch gelenkschonender.

Der erste Schritt

Im ersten Schritt solltest Du Deinen Hund an das Fahrrad gewöhnen. Viele Hunde finden ein Fahrrad, was plötzlich so nah ist, erstmal gruselig. Deswegen solltest Du das Fahrrad erstmal nur schieben und Deinen Hund neben Dir führen. Anfangs ist es am besten, wenn Du das Fahrrad auf der einen Seite schiebst und den Hund auf der anderen Seite führst. Als Unterstützung kannst Du natürlich auch eine zweite Person mit einbinden, die das Fahrrad für Dich schiebt, damit Du Dich auf Deinen Hund konzentrieren kannst.

Fahrrad fahren im Wald mit Hund
Dein Hund sollte langsam an das Fahrrad gewöhnt werden und erst einmal nur daneben her laufen, während Du schiebst.
Bildnachweis: Depositphotos.com Smiling woman with bicycle and her golden retriever sitting near on yellow leafy path in forest @ VitalikRadko

Läuft Dein Hund nun entspannt nebenher, nimmst Du das Fahrrad in die Mitte. Dein Hund soll nun auch entspannt direkt neben dem Fahrrad her laufen

Leinenführigkeit
Achtung: Dein Hund sollte natürlich gute Manieren an der Leine vorweisen, denn er soll beim Fahrradfahren, anders als beim Dogscooting oder Canicross, neben Dir laufen. Deswegen ist es vorab wichtig, dass Du ein gutes Leinentraining hast und Dein Hund weiß, dass er jetzt nicht schnüffeln oder ziehen darf.

Der zweite Schritt

Läuft Dein Hund nun auch entspannt neben dem Fahrrad, kannst Du den zweiten Schritt wagen und langsam mit dem Fahrradfahren beginnen. Um es Deinem Hund leichter zu machen, ist es hilfreich, wenn zu Beginn eine zweite Person das Fahrrad fährt und Du mit Deinem Hund daneben her läufst. Zuerst solltest Du zwischen Fahrrad und Hund laufen, dann darf der Hund zwischen Dir und dem Fahrrad laufen. Achte bitte auch hier darauf, dass Dein Hund auf der Höhe des Fahrrads bleibt und nicht vorprescht oder dauerhaft anderes im Sinn hat.

Der dritte Schritt

Zu guter letzt schwingst Du Dich nun selbst aufs Fahrrad. Beginne auf jeden Fall auf einer Nebenstraße oder einem abgelegenen Feld- oder Waldweg. Zumindest am Anfang sollten Euch nicht zu viele Außenreize stören.

Fange mit einem langsamen Tempo an, damit Ihr Euch eingrooven könnt. Das ist zu Beginn manchmal gar nicht so einfach. Aber durch die Vorarbeit, die Ihr bereits geleistet habt, sollte es jetzt nicht mehr scheitern.

Trainiere in Intervallen. Das Training sollte anfangs nicht länger als zehn Minuten betragen. Du kannst es nach und nach ausbauen. Sollte etwas nicht direkt klappen, bleib ruhig: es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Im Zweifel geh lieber noch mal einen Schritt, als es zu übereilen. Denk bitte auch daran, dass auch Hunde Muskelkater kriegen können und ihnen dadurch der Spaß am Fahrradfahren vermiest werden könnte.

Fahrradfahren mit Hund für Fortgeschrittene

Wir haben fest gestellt, dass es unglaublich hilfreich ist, den Hund bereits vor dem Fahrradfahren an einige Kommandos zu gewöhnen. Hierzu gehört die Unterscheidung zwischen links und rechts und ein Stop-Signal.

Wenn Du es richtig wissen möchtest, kannst Du Deinem Hund auch unterschiedliche Tempis beibringen, sodass er bei einer Veränderung sich Dir schneller anpassen kann. Diese Kommandos kannst Du auch in der Bodenarbeit trainieren, bevor Du das erste Mal auf das Rad steigst.

Fahrradfahren mit Hund – was Du sonst noch beachten solltest

Dein Hund läuft vorbildlich am Fahrrad? Sehr gut gemacht! Dann steht den gemeinsamen Fahrradtouren ja nichts mehr im Wege – oder?

Natürlich solltest Du noch auf ein paar weitere Dinge achten. Auf diese möchten wir auch noch mal gerne eingehen, damit Du ein umfassendes Bild erhältst.

Ein  großes Thema ist die Außentemperatur. Hunde schwitzen nicht bzw. maximal durch ihre Pfoten. Sie regulieren ihre Temperatur über das Hecheln. Bei besonders hohen Temperaturen kann es bei Überanstrengungen zu einem Hitzschlag kommen. Fahre also nicht bei sehr sommerlichen Temperaturen und sorge für ausreichend Pausen und Abkühlung. Frisches Wasser solltest Du immer dabei haben – aber das ist hoffentlich selbstverständlich.

Bitte füttere Deinen Hund zudem nicht vor einer Fahrradtour. Mit einem voll geschlagenen Magen läuft es sich nicht gut und Du gehst die Gefahr einer Magendrehung ein. Ein paar kleine Snacks in Form von Leckerlies zwischendurch sind aber natürlich kein Problem und dürfen gerne gegeben werden.

Der Hundeanhänger

Beachte bitte: „monotones Fahrradfahren“ ist für Deinen Hund sehr anstrengend, da es meist ein gleichbleibendes Tempo ist. Deswegen achte darauf, dass die Strecken nicht zu weit werden. Solltet Ihr eine lange Fahrradtour mit Hund geplant haben, ist eine gute Lösung ein Fahrradanhänger für Hunde. Hier kann Dein Hund mitfahren und ruhen und zwischendurch mit Euch draußen laufen oder bei einer Pause mit Euch die Landschaft genießen. Auch wenn Dir das vielleicht im ersten Moment komisch vorkommen mag, Deinen gesunden Hund in so einem Anhänger durch die Gegend zu fahren, so bedenke bitte: Du möchtest ja, dass Dein Hund auch lange gesund bleibt. Aber auch das Fahren mit dem Hundeanhänger will gelernt sein, also übe auch das bitte vorher.

Hundeanhänger
Gerade bei längeren Strecken empfiehlt sich ein Hundeanhänger. Auch ältere Hunde kannst Du so toll auf Touren mitnehmen.
Bildnachweis: Depositphotos.com Man with bike on Dutch dike with sheep @ ivonnewierink

Wir sehen es leider immer wieder, dass Hunde in einem ungesicherten Korb auf dem Fahrrad mitfahren. Das ist Verantwortungslos. Stürzt Du mit dem Fahrrad oder Dein Hund erschrickt sich, kommt dies immer wieder zu Verletzungen oder schlimmer. Ein Hundebuggy ist eine wesentlich sicherer Variante. Gerade für Hunde, die schlecht bei Umweltreizen entspannen können.

Übrigens: Das Mitfahren im Hundebuggy kannst Du auch bereits mit einem Welpen trainieren. Dann ist er es von vorne herein gewohnt und fühlt sich darin wohl.

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Unser Fazit zum Fahrradfahren mit Hund

Du hast jetzt jede Menge Informationen erhalten, worauf Du achten solltest, wenn Du mit Deinem Hund Fahrradfahren möchtest. Der wichtigste Punkt ist sicherlich zu prüfen, ob Dein Hund für das Fahrradfahren überhaupt geeignet ist: Ist er alt genug? Sind die Gelenke gesund? Ist sein Herz-Kreislaufsystem fit?

Bei dem Training gehst Du wie immer langsam und mit Bedacht vor. Ein zu schneller Schritt kann Euch leider zurück werfen.

Wenn Du aber alle Punkte beachtest, sind wir sicher, dass Ihr viel Spaß auf Euren Fahrradtouren haben werdet.

Übrigens kannst Du die Kondition Deines Hundes auch noch auf andere Wege steigern. Probiere doch zum Beispiel mal das Longieren mit Hunden?

Berichte uns gerne von Deinen Erfolgen oder erzähle uns in einem Kommentar, welche Erfahrungen Du bereits gemacht hast? Wir freuen uns auf Dein Feedback.

 

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