Sonnenbrand beim Hund – Erkennen, Behandeln und Vorbeugen

Lesedauer 7 Minuten

Wusstest Du, dass auch Dein Hund Sonnenbrand bekommen kann? Natürlich wissen wir Menschen, dass wir uns gut davor schützen müssen, um nicht nur kurzfristige, sondern auch langfristige Folgen zu verhindern. Leider ist aber vielen Hundebesitzern nicht bekannt, dass es unseren Fellnasen gleich ergehen kann. Daher geben wir Dir in diesem Beitrag Tipps, wie Du ihn erkennen und behandeln kannst und natürlich, wie es gar nicht erst soweit kommt.

Sonnenbrand beim Hund – diese Folge kann er haben

Sonnenbrand beim Hund verhält sich wie Sonnenbrand beim Menschen. Vorneweg tut er einfach weh! Hast Du Dir die Haut auch schon mal verbrannt? Dann kennst Du das Gefühl sicherlich. Jede Bewegung und jede Berührung schmerzt. Zudem juckt es fürchterlich, was durch Kratzen auch noch Verletzungen zur Folge haben kann.

Du weißt, dass Du daran nicht kratzen solltest, aber erkläre das mal Deinem Hund.

Leider kann häufiger Sonnenbrand beim Hund auch langfristig schlimme Folgen haben. Denn auch Hunde können hierdurch Hautkrebs entwickeln, da Sonnenbrand auch beim Hund die Haut schneller altern lässt. Es sollte also klar sein, dass Du Dich und auch Deinen Hund unbedingt davor schützen solltest. Wie das genau funktioniert, erfährst Du im weiteren Verlauf dieses Beitrags.

Was ist Sonnenbrand überhaupt?

Umgangssprachlich weiß jeder, was mit Sonnenbrand gemeint ist. Es wirkt, als sei die Hautregion verbrannt. Eine Verbrennung ist in diesem Fall eine entzündliche Reaktion des Körpers, die durch Ultraviolett-Strahlung hervor gerufen wird. Die Strahlen beschädigen die Oberhaut, worauf der Körper durch Botenstoffe reagiert.PetCrew®
 Die Rötung entsteht dann, weil sich die Blutgefäße erweitern, damit die betroffenen Stellen besser versorgt werden können. Das Immunsystem versucht, die entstandenen Schäden zu reparieren.

Die ersten Symptome bemerkst Du meist nach wenigen Stunden. Wie lange die Symptome anhalten, ist abhängig vom Grad der Verbrennung.

Kann mein Hund auch im Schatten Sonnenbrand bekommen?

Leider lautet die Antwort: Ja! Zwar reduzierst Du die Gefahr, dass Dein Hund Sonnenbrand bekommt, im Schatten deutlich, aber dennoch können UV-Strahlen auch dort Verbrennungen verursachen. Vor allem in Bereichen, wo Licht reflektiert werden kann (am Strand kann das durch das Wasser oder dem Sand der Fall sein) solltest Du auch im Schatten gut auf Deinen Vierbeiner acht geben!

Kann jeder Hund einen Sonnenbrand bekommen?

Auch hier ist es ähnlich wie beim Menschen: Der eine errötet schneller als der andere. Ich selbst bin ein heller Hauttype und bekomme sehr schnell einen Sonnenbrand. Auch bei Hunden neigen Tiere mit hellerem Fell schneller dazu. Zudem sind kurzfellige Hunde wie zum Beispiel der Dalmatiner anfälliger, da das vorhandene Fell weniger Schutz bietet.

Im Umkehrschluss neigen Hunde mit dichtem langem und dunklem Fell weniger zu Sonnenbrand, da sich die UV-Strahlen nicht so einfach den Weg zur Haut bahnen können. Dennoch bietet es Dir keine Garantie, nur weil Du einen dunklen Hund mit viel Fell hast. Auch diese Hunde solltest Du unbedingt schützen.

Sonnebrand beim Hund Dalmatiner
Hunde mit kurzem Fell und vielen Weißanteilen kriegen schneller Sonnenbrand. Daher gilt es Rassen wie den Dalmatiner besonders zu schützen.

Grundsätzlich können Hunde an allen Körperstellen Sonnenbrand bekommen. Aber auch hier sind einige Körperregionen häufiger betroffen und zwar die, die nicht so gut von Fell geschützt sind. Hierzu zählen unter anderem der Nasenrücken, der Fangbereich, die Ohren (vor allem Ohreninnenseiten), aber auch generell die Kopfpartie. Zudem haben die meisten Hunde auch am Bauch und an den äußeren Geschleichtsteilen weniger Haare. All diese Körperbereiche solltest Du also besonders gut schützen.

Medikamente können Lichtempfindlichkeit beeinflussen

Wusstest Du zudem, dass sich auch gewisse Medikamente auf die Lichtempfindlichkeit auswirken? Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich selbst ein Antibiotikum (Doxycyclin) nehmen musste und dadurch unfassbar stark auf Licht reagiert habe. Leider geht es auch in dieser Sache unseren Hunden nicht anders. Neben verschiedenen Antibiotika können sich auch Schmerzmittel negativ auf die Lichtempfindlichkeit auswirken.

Sollte Dein Hund also vorübergehend oder dauerhaft bestimmte Medikamente nehmen muss, solltest Du Dich von Deinem Tierarzt aufklären lassen, ob es gegebenenfalls Einfluss auf die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung hat.

Woran erkenne ich, dass mein Hund Sonnenbrand hat?

Grundsätzlich findest Du bei Hunden die gleichen Symptome bei einem Sonnenbrand vor wie bei uns Menschen.

Die betroffenen Stellen sind leicht bis stark gerötet und warm. Im weiteren Verlauf kann sich dort die Haut schuppen. Es sieht aus, als würde sich Dein Hund häuten. Im Gegensatz zu uns Menschen findest Du bei Hunden jedoch selten Bläschen, die wir auch umgangssprachlich als Sonnenallergie kennen.

Sonnenbrand tut auch unseren Hunden weh und juckt. So kann es sein, dass Dein Hund sich an den betroffenen Stellen verstärkt juckt, leckt oder knabbert. Schmerzsignale können häufiges Schmatzen, Jammern und Lustlosigkeit sein. Auch eine plötzliche Veränderung des Wesens bzw. des Verhaltens kann auf Schmerzempfinden hinweisen. Beobachte Deinen Hund gut, denn hieraus kannst Du schon viel lesen.

Erste Hilfe, wenn Dein Tier einen Sonnenbrand hat

Solltest Du doch mal nicht aufgepasst haben und Du erkennst die ersten Anzeichen eines Sonnenbrands bei Deiner Fellnase, solltest Du ihn umgehend in den Schatten bringen.

Dort solltest Du die betroffenen Stellen kühlen. Das geht am besten mit kalten Umschlägen, aber Achtung! Dein Hund könnte darauf empfindlich reagieren, wenn die Körperregion schmerzt. Dennoch ist die Maßnahme hilfreich, denn sie kühlt nicht nur, sondern liefert auch Feuchtigkeit. Ein sehr gutes Hausmittel ist ein Quarkwickel oder ein Joghurtwickel. Du kannst den Quark oder den Joghurt einfach in ein Geschirrtuch streichen und dann auf die Stelle legen. Alternativ kannst Du die Stellen natürlich auch mit einem feuchten Tuch kühlen. Wringe das Tuch gut aus und lege es auf den Sonnenbrand. Nach zirka zwanzig Minuten solltest Du das Tuch erneut befeuchten.

Auch Aloe Vera hat kühlende und gar entzündungshemmende Wirkung und kann von Dir als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Sonnenbrand beim Hund eingesetzt werden.

Wenn verfügbar, kannst Du die Stellen nach der ersten Hilfe mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder Lotion einschmieren. Aber Achtung: Viele Produkte für Menschen eignen sich nicht für Vierbeiner, denn sie enthalten Parfüme, Farb oder Konservierungsstoffe.

WICHTIG!
Mit einem Sonnenbrand ist wahrlich nicht zu spaßen. Deswegen solltest Du je nach Verbrennung einen Tierarzt aufsuchen. Es kann von Nöten sein, dass Dein Hund zusätzliche Medikamente bekommt. Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du auch einen kurzfristigen Termin online bei Dr. SAM vereinbaren. Dort kann Dir eine Einschätzung gegeben werden, ob ein Besuch beim Tierarzt ratsam ist.

Sollte Dein Hund weitere Symptome aufweisen, sollte es außer Frage stehen, dass Du Dich umgehend auf den Weg zum Tierarzt machst. Achte auf Appathie, Erbrechen oder generelle Kreislaufprobleme. Denn so wie wir Menschen können auch Hunde einen Sonnenstich bishin zu einem Hitzeschlag bekommen – und das kann tödlich enden!

Der beste Schutz vor Sonnenbrand beim Hund

Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass Dein Hund einen Sonnenbrand erleidet, möchten wir Dir an dieser Stelle natürlich auch viele hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben, wie Du eine solche Situation vermeiden kannst.

Schütze Deinen Hund vor Sonneneinstrahlung

Der effektivste Weg, Deinen Hund vor Sonnenbrand zu schützen, ist darauf zu achten, dass er der UV-Strahlung nicht lange ausgesetzt ist. Daher sollte Dein Hund nicht in der Sonne liegen. Mir ist vollkommen bewusst, dass einige Hunde das sogar mögen und ihren Bauch absichtlich in die Sonne strecken. Die Gefahr reduziert sich im Schatten deutlich und innerhalb des Hauses sowieso.Dennoch solltest Du Deinem Hund diesen Spaß bewusst nicht gönnen.

Sonnenbrand beim Hund
Verlagere Aktivitäten auf die Stunden mit weniger oder gar keiner Sonneneinstrahlung im Sommer. So kannst Du Deinen Hund zudem auch vor einem Hitzeschlag schützen.

Auch Toben oder Hundesport in der prallen Sonne sollte für Dich ein Tabu sein. Spaziergänge solltest Du auf die Zeiten verlagern, in denen die Sonne nicht vom Himmel brennt. Am besten in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Solltet Ihr doch am Tag unterwegs sein, achte auf Strecken mit ausreichend Schatten.

Am Strand sollte Dein Hund auch einen Sonnenschirm oder anderweitig Schatten erhalten. Einige Strandmuscheln bieten einen UV-Schutz für Deinen Hund. Schau Dir mal folgendes Produkt an:

Nutze Sonnencreme bzw. Sonnenspray für Hunde

Was Du wahrscheinlich noch nicht wusstest: Nicht nur Deine Haut kann durch Sonnencreme bzw. Sonnenspray genutzt werden. Es gibt auch spezielle Produkte für unsere Vierbeiner. Der einzige Nachteil daran ist: Viele Hunde lecken diese Produkte liebend gerne ab. Deswegen ist es auch so wichtig, dass Du genau schaust, womit Du Deinen Hund eincremst, denn viele Sonnencremes für erwachsene Menschen enthalten Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Silikone, Para-Aminobenzoesäure oder andere für Hunde gefährliche Stoffe.

Häufig kannst Du auch spezielle Sonnencreme für Babies und Kinder nutzen, wenn Du spontan etwas im Geschäft vor Ort im Urlaub kaufen musst. Überprüfe aber bitte die Inhaltsstoffe. Wir empfehlen, eine spezielle Sonnencreme für Hunde zu kaufen, damit Du auf der sicheren Seite bist.

Wenn Dein Hund gerne schwimmt, solltest Du zudem darauf achten, dass die Sonnencreme wasserfest ist. Denke bitte auch daran, dass Du regelmäßig nachcremen solltest, um Sonnenbrand beim Hund zu vermeiden.

Sonnenbrille für den Hund

Natürlich kannst Du die Augenpartie Deines Hundes schlecht einsprühen oder eincremen. Für diesen Fall gibt es inzwischen spezielle Sonnenbrillen für Hunde. Mag anfangs etwas komisch aussehen, ist aber effektiv.

Ich kenne inzwischen einige Hunde, die eine solche Sonnenbrille tragen, zum Beispiel, wenn sie in den Bergen am Wandern sind und der Schnee die Sonne zudem extrem reflektiert. Ein weiterer Vorteil einer solchen Brille ist, dass sie auch vor Zug schützt. Solltest Du also Deinen Hund in Deinem Fahrrad oder Cabrio mitnehmen, kann eine Brille auch vor Bindehautentzündungen schützen.

Beachte hierbei aber bitte, dass das Tragen einer solchen Brille geübt werden sollte. Es verhält sich wie mit einem Maulkorb: Ist es gut trainiert, wird Dein Hund bei einer gut sitzenden Brille sie auch akzeptieren.

Fazit: Sonnenbrand beim Hund ist eine unterschätzte Gefahr!

Wie Du siehst, ist Sonnenbrand beim Hund wirklich ein ernstzunehmendes Thema. Mir ist bewusst, dass viele auch für sich selbst diese Gefahr nicht für voll nehmen. Aber UV-Einstrahlung ist mitverantwortlich für viele Hautkrebserkrankungen. Wenn Du Deinen Hund also zusätzlich vor Krebs schützen kannst, solltest Du das auch unbedingt machen.

Sicherlich kannst Du im Alltag nicht immer alle Eventualitäten beachten, aber vieles versteht sich wahrscheinlich eh von selbst. Sorge dafür, dass Dein Hund nicht in der prallen Sonne sitzt, steht, liegt oder spielt. Denn es besteht nicht nur die Gefahr auf Sonnenbrand, sondern auch auf einen Hitzeschlag.

Außerdem solltest Du vom Scheren Abstand nehmen. Viele Hundehalter meinen es gut und denken, ihren Hunden mit dem Scheren eine Erleichterung zu geben. Aber Fell schützt eben nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Sonne und Wärme! Daher solltest Du gut überdenken, ob das Scheren Deines Hundes in den Sommermonaten wirklich Sinn macht.

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