IBD beim Hund – Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Lesedauer 6 Minuten

IBD beim Hund ist eine chronische Darmentzündung. Welche Ursachen es für diese Erkrankung gibt, welche Symptome auftreten, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen, erfährst Du in unserem Beitrag. Übrigens: Auch Katzen können von dieser Krankheit betroffen sein.

Was ist IBD beim Hund?

Hast Du schon mal die Abkürzung IBD im Zusammenhang mit Hunden gehört? „Mein Hund hat IBD!“ – auf diesen Satz trifft man heutzutage immer häufiger. Hierbei handelt es sich um eine chronische Darmerkrankung. Die Abkürzung steht für Inflammatory Bowel Disease (übersetzt „Entzündliche Darmerkrankung„). Da der Darm einer der wichtigsten Organe Deines Hundes ist, beeinträchtigt eine IBD das Leben Deines Hundes maßgeblich. Wissenschaftler gehen davon aus, dass 70% und mehr des Immunsystems auf die Darmflora zurückgehen. Du kannst Dir also vorstellen, dass ein dauerhaft entzündeter Darm zu starken gesundheitlichen Beschwerden führt.

Meist verläuft diese Krankheit in Schüben und ist eine Form von Autoimmunerkrankung. Von den Entzündungen kann sowohl der Dickdarm als auch der Dünndarm oder beide betroffen sein. Häufig tritt diese Erkrankung bei Hunden im mittleren Alter auf, wurde aber auch schon bei jungen Hunden diagnostiziert.

Durch die ständige Reizung werden Entzündungszellen in die Darmschleimhaut eingelagert, wodurch wiederum Schwellungen entstehen. Die Folge von der dauerhaften Schwellung ist eine Vernarbung. Du kannst Dir den Darm Deines Hundes wie eine Recyclinganlage vorstellen: „Gute“ Nährstoffe werden entnommen, verarbeitet und an die jeweiligen Zielorte weitergeleitet. Schlechte Stoffe werden aussortiert und für die Ausscheidung vorbereitet. Funktioniert der Darm durch die Vernarbung nicht mehr richtig, kann diese Arbeit nicht geleistet werden.

Betroffene Hunde nehmen in einem schnellen Zeitraum viel ab. Aufgrund der mangelnden Energieaufnahme sind sie zudem auch schlapp.

Ursachen der chronischen Darmentzündung beim Hund

Sehr wahrscheinlich ist es, dass die Darmschleimhäute eine Autoimmunreaktion auslösen, die zu einer Entzündung des Darms führen. Leider gibt es jedoch noch keine aussagekräftigen Forschungen für die genaue Ursache. Daher können nur Vermutungen angestellt werden.

Sehr wahrscheinlich ist, dass die Ernährung eine Ursache sein kann. Sollte Dein Hund gewisse Futtermittelunverträglichkeiten oder gar Futtermittelallergien haben, können diese die Autoimmunreaktion im Darm auslösen. Meist reagiert Dein Hund in diesem Fall auf gewisse Bestandteile des Futters wie zum Beispiel gewisse tierische oder pflanzliche Proteine, Gluten, Milchstoffe oder andere Zusatzstoffe, Aromastoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder ähnliches. Aber auch Parasiten können die Darmflora maßgeblich stören, wie zum Beispiel unter Salmonellen anderem Giardien.

IBD beim Hund
IBD beim Hund ist deswegen so blöd, da eine gesunde Darmflora maßgebliche Auswirkungen auf das Immunsystem hat.

Wie bei fast allen Erkrankungen wird vermutet, dass es auch bei der IBD beim Hund eine genetische Prädisposition, also Veranlagung, gibt. Diese Schlüsse ergeben sich, wenn man bedenkt, dass die Erkrankung bei gewissen Hunderassen häufiger auftritt als bei anderen. So konnte eine Veranlagung für die chronische Darmentzündung vor allem beim Deutschen Schäferhund festgestellt werden (Bei Katzen sind Siamkatzen besonders gefährdet).

Außerdem kann es sich bei der IBD beim Hund auch um eine krankhafte Veränderung des Magen-Darm-Trakts oder einer Störung im Immunsystem handeln.

Auffallend ist übrigens, dass sich IBD häufiger bei ängstlichen und stressanfälligen Hunden zeigt. Dementsprechend scheint auch die Psyche einen erheblichen Einfluss auf eine mögliche IBD beim Hund zu haben.

IBD beim Hund – das sind die Symptome

Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, äußert sich die IBD beim Hund durch Verdauungsprobleme. Diese können sich auszeichnen durch Blähungen, gurgelnde Darmgeräusche, immer wieder kehrendes Erbrechen sowie starker Durchfall. Weitere Symptome sind Bauchschmerzen bzw. Bauchkrämpfe sowie ein schwarz gefärbter (blutiger), schleimiger Kot (lies hierzu unbedingt mehr über die Farben des Hundekots).

Auffällig bei dieser Erkrankung ist, dass in Schüben voranschreitet. Dein Hund hat zwischendurch also immer mal wieder Phasen, bei denen sich keine der oben genannten Symptome zeigen. Einige Hunde wirken in dieser Phase dann vollkommen gesund. Anderen wiederum merkt man an, dass sie krank sind, allerdings lässt sich auf Anhieb keine wirkliche Diagnose stellen. Sehr häufig wird beobachtet, dass die symptomfreien Phasen mit der Zeit immer kürzer werden (sofern nicht behandelt wird). Außerdem nehmen viele betroffene Hunde sowie Katzen deutlich ab.

Weitere Symptome bzw. direkte Folgen einer IBD beim Hund können auch Blutarmut (Anämie), ein zu niedriger Eiweißgehalt im Blut und ein zu niedriger Vitamin-B12-Wert sein. Auch kann es zu einer Art Austrocknung kommen.

Wie wird IBD beim Hund diagnostiziert?

Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, ist IBD beim Hund nicht immer leicht zu erkennen, da die oben genannten Symptome auch auf viele andere Erkrankungen hinweisen können. Deswegen ist es wichtig, dass Du eng mit Deinem Tierarzt zusammenarbeitest.

Dein Tierarzt wird mit einer Ausschlussdiagnose beginnen. Das bedeutet, dass er erst andere mögliche Ursachen für die Symptome prüft bzw. ausschließt. Dein Hund wird also auf Parasiten getestet, aber auch eine mögliche Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit wird geprüft (Ausschlussdiät).

Unser Tipp: Bei Vetevo kannst Du Deinen Hund von Zuhause auf Parasiten testen lassen:


vetevo

Außerdem wird Dein Tierarzt den Hund genaustens untersuchen. Beim Antasten kann er verdickte Darmschlingen oder vergrößerte Lymphknoten feststellen, die auf eine IBD hinweisen könnten. Zudem sollte der Kot nicht nur auf Parasiten untersucht werden, sondern ein sogenanntes Kotprofil erstellt werden.

Bestehen weiterhin Symptome ohne einen anderen Befund, führt der Weg an einer Darmspiegelung nicht vorbei. Durch eine Biopsie erhältst Du dann Sicherheit.

Exkurs Darmspiegelung beim Hund

Bei einer Darmspiegelung muss Dein Hund möglichst ruhig liegen. Daher wird sie entweder unter Vollnarkose oder unter einer starken Sedierung durchgeführt. Damit der Darm bei der Spiegelung möglichst leer ist, sollte Dein Hund 12 bis 24 Stunden vorher nüchtern sein. Frage am besten Deinen Tierarzt, welche Zeit er Dir empfiehlt.

Das Endoskop, ein schmaler Schlach, der an der Spitze eine Kamera hat, führt der Tierarzt durch den After in den Darm ein. Dank der Kamera kann er genau erkennen, ob die Darmschleimhaut entzündet ist, verdickt oder gerötet. Auch Veränderungen und Verengungen kann er bei der Koloskopie erkennen.

Ein weiterer Vorteil der Darmspiegelung liegt darin, dass Dein Tierarzt direkt Gewebeproben entnehmen kann, was beim Verdacht einer IBD beim Hund sehr wichtig ist. Diese Biopsien können dann im Labor überprüft werden und bieten die Grundlage für eine eindeutige Diagnose.

Leider können wir Dir nicht genau sagen, was eine Koloskopie kostet. Die Angaben dazu variierten so stark. Sofern wir eine genauere Aussage dazu von Tierärzten erhalten, werden wir es Dir in diesem Text noch ergänzen.

Wie wird die Inflammatory Bowel Disease beim Hund behandelt?

Hunde mit IBD müssen ihr lebenlang behandelt werden. Somit ist die chronische Darmentzündung nicht heilbar. Allerdings kann Dein Hund bei einer guten Einstellung ein tolles und „lebenswertes“ Leben führen.

Sofern Dein Vierbeiner stark an Gewicht verloren hat oder starke Symptome zeigt, kann es sein, dass er nach Diagnose der Erkrankung zur Sicherheit erstmal in der Tierklinik bleiben muss. Hierzu wird Dir Dein Tierarzt oder die Tierklinik eine Empfehlung geben.Wichtig ist dann, dass Dein Hund erstmal wieder zu Kräften kommt und gegebenenfalls auch Flüssigkeit zugeführt wird, zum Beispiel über einen Tropf.

Geht es Deinem Hund besser, kannst Du ihn natürlich auch wieder zu Hause versorgen.

Die richtige Ernährung ist bei einem Hund mit IBD das A und O

Wichtig ist vor allen Dingen, eine gesunde Darmflora herzustellen. Das gelingt Dir zum einen in jedem Fall mit einer Darmsanierung. Da dieses Thema sehr umfassend ist, haben wir es für Dich ausführlich in unserem Beitrag Darmsanierung beim Hund ausgeführt.

Außerdem sollte Dein Hund nun unbedingt darmschonendes Futter erhalten. Zwar sollte es in einem gesunden ausgewogenen Hundefutter eh nicht enthalten sein, aber achte zukünftig unbedingt darauf, dass kein Getreide oder Gluten im Futter enthalten ist. Zudem sollte es frei von Konservierungsstoffen, Aromastoffen, Farbstoffen und anderen Zusatzstoffen sein!

Ein weiter wichtiger Punkt bei der Wahl des Futters: Es muss leicht verdaulich sein. Dementsprechend sollte das Futter einen niedrigen Fettanteil haben. Fettes Fleisch oder gar Speck sollte tabu sein. Generell sind tierische Proteine für Hunde leichter zu verdauen als pflanzliche Proteine.

Eine perfekte Empfehlung für ein besonders magen – und darmschonendes Futter ist AniFit Gockel’s Duett, was zudem eine Darmsanierung bereits integriert hat. Auch AniFit’s Moby Dick ist eine geeignete Wahl, da es sehr gut bekömmlich ist und wenig Fett enthält.

IBD beim Hund: fettarmes Futter
Dein Hund sollte bei IBD oder generell bei Darmerkrankungen ein möglichst fettarmes Futter erhalten, welches er schonend verwerten kann. Wir empfehlen Moby Dick oder Gockel’s Duett. Gerne beraten wir Dich hierzu.
Bitte kontaktiere uns unbedingt, wenn Du Deinen Hund darauf umstellen möchtest, wir beraten Dich gerne. Gerade bei einem Hund mit IBD solltest Du langsam und unter Anleitung eines Ernährungsberaters für Hunde und Katzen vorgehen.

Fazit: IBD beim Hund

Mit IBD beim Hund ist wirklich nicht zu spaßen. Leider ist diese Erkrankung nicht so schnell zu erkennen und bleibt dementsprechend lange verborgen. Auch gibt es keine Heilung. Dennoch kann Dein Hund bei einer guten Behandlung und einer entsprechenden Ernährung ein erfülltes Leben führen und Dich viele schöne Jahre begleiten.

Wichtig ist, dass Du genau hinsiehst, wenn es Deinem Hund nicht gut geht. Außerdem solltest Du Dir immer eine tierärztliche Meinung einholen und nicht eigenverantwortlich Handeln.

Hast Du selbst bereits Erfahrung mit IBD beim Hund oder vielleicht auch bei einer Katze? Dann freuen wir uns über Deine Geschichte. Hinterlass uns und den anderen Lesern gerne ein Kommentar.

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