Hundekot – was Dir Farben und Form über die Gesundheit verraten

Auch wenn es nicht immer appetitlich sein mag: Hundekot gehört für Dich zum Alltag eines Hundebesitzers eben dazu. Doch Hundekot ist so viel mehr als das alltägliche Geschäft Deines Hundes. Es verrät Dir nämlich auch ganz viel über den Gesundheitszustand Deines Hundes. Daher solltest Du durchaus mal einen genaueren Blick darauf werfen. Wir haben Dir alle wichtigen Informationen zusammen gestellt, was Dir der Kot Deines Hundes sagen kann.

Hundekot – was macht ihn aus?

Bevor wir tiefer in das Thema Hundekot einsteigen, möchten wir erst einmal grundsätzlich einige Dinge erklären. Wie Du Dir sicher vorstellen kannst, werden die Ausscheidungen Deines Hundes hauptsächlich von seinem Futter beeinflusst. Je nach Fütterungsart hat dies natürlich Einfluss auf die Konsistenz des Kots, aber auch auf die Farbe.

Sollte sich der Hundekot Deines Hundes also in Konsistenz und / oder Farbe verändern, solltest Du hellhörig werden, denn nicht selten verbirgt sich dahinter eine Krankheit.

Hundekot Farben – jetzt wird es bunt

Fangen wir doch direkt mal etwas farbenfroh an, denn ein Hundekot ist nicht immer einfach nur „kackbraun“, sondern kann viele andere Farben annehmen, die dann auf Krankheiten oder aber auch auf eine Fehlernährung hindeuten können.

Hundekot – wie sollte er normalerweise aussehen?

Fangen wir doch mal ganz einfach damit an, wie der Kot Deines Hundes im Normalfall aussehen sollte. Natürlich ist nicht jeder Hundekot gleich, auch in diesem Bereich sind unsere geliebten Hunde Individualisten. So variiert der Hundekot unter anderem in der Beschaffenheit, Konsistenz und Farbe. Er ist zudem auch vom Alter Deines Hundes und von der Fütterungsweise abhängig.

Deswegen solltest Du tatsächlich täglich genauer hinsehen, denn hierdurch kannst Du schnell erkennen, ob sich Farbe und Konsistenz verändert haben und reagieren.

Falscher Hundehaufen

Generell solltest Du aber darauf achten, dass die Farbe des Hundekots schokoladenbraun ist (sicherlich ist er mal heller und mal dunkler) und wurstähnlich aussehen. Natürlich sollte Dein Hund keinen Durchfall haben, der Kot sollte aber auch nicht komplett „knochenhart“ sein.

Achte auch auf jeden Fall auf die Menge: Es sollte immer weniger hinten raus kommen als Du vorne rein steckst und die Menge des Hundekots sollte in einem guten Verhältnis zu der Fütterungsmenge stehen, was bedeutet, dass er natürlich auch von dem Futter was verwerten soll und nicht alles wieder ausscheiden soll.

Extrem häufiges Koten deutet auf ein minderwertiges Futter hin oder eine Futterunverträglichkeit.

Hundekot – Willkommen in der Farbenlehre

Du hast nun sicher eine Vorstellung darüber, wie der Kot Deines Hundes normalerweise aussieht. Solltest Du hier schon merken, dass der Kot Deines Hundes nicht normal ist oder er andauernd Durchfall hat, solltest Du in jedem Fall weiterlesen.

Hundekot – Farbe weiß

Ist die Ausscheidung Deines Hundes weiß, kann das verschiedene Ursachen und Hintergründe haben. Die häufigste ist sicherlich der sogenannte Knochenkot. Dein Hund hat viel Knochen gegessen und somit eine große Menge Kalzium zu sich genommen. Oft ist dieser Kot auch „knochenhart“. Achte darauf, Deinem Hund zukünftig nicht zu viel Knochen zu geben, denn harter Knochenkot ist nicht sehr gut für Deinen Vierbeiner.

Weißer Kot kann zudem ein Hinweis auf eine gestörte Fettverdauung sein.

Hat der Kot Deines Hundes kleine weiße Stellen, so ist dies meist ein deutlicher Hinweis auf einen Wurmbefall, sofern er nicht eine eine größere Menge Kokosflocken erhalten hat. Vor allem, wenn Du noch weitere Anzeichen wie das „Schlitten fahren“ (Dein Hund rutscht mit dem Hinterteil auf dem Boden) und leckt und kratzt sich viel, solltest Du ihn in jedem Fall auf eine Wurmerkrankung testen lassen.

Hundekot – Farbe rot

Rot ist nicht nur die Farbe der Liebe, sondern auch die Farbe des Blutes. Siehst Du also blutige Stellen im Kot, so ist es sehr wahrscheinlich, dass Dein Hund eine Erkrankung im Darmtrakt oder eine Verletzung am Darmausgang hat. In diesem Fall solltest Du in jedem Fall den Tierarzt Deines Vertrauens aufsuchen und es abklären lassen. Zusätzlich kannst Du, um die Darmflora Deines Hundes zu stärken, eine Darmsanierung durchführen.

Übrigens färben auch bestimmte Futtersorten den Kot rot. Sie enthalten dann Farbstoffe. So ein Futter solltest Du Deinen Hund nicht zu fressen geben.

Aber auch gesunde Futterzusätze wie der Gemüse-Mix von AniFit, in denen rote Beete enthalten sind, können den Kot Deines Hundes rot färben. Übrigens kann sich auch der Urin Deines Hundes sich von roter Beete rot färben.

Roter Hundekot
In diesem Fall musst Du nicht in Panik ausbrechen, auch wenn der Kot rot gefärbt ist. Es gab am voran gegangenen Tag Gemüseflocken, die rote Beete enthielten. Diese färben den Kot häufig.

Hundekot – Farbe grün

Frisst Dein Hund häufig grünes Gemüse oder Gras? Dann ist eine grüne Verfärbung des Kots Deines Hundes normal. Allerdings solltest Du hellhörig werden, wenn Dein Hund plötzlich wie besessen beginnt, Gras zu Fressen. Dies kann auf Magenprobleme hinweisen. Zudem kann ein grün verfärbter Hundekot auch ein Anzeichen für ein Problem mit der Gallenblase sein.

Hier solltest Du natürlich abwägen, ob es sich um eine Verfärbung durch Gräser handelt oder es krankhaft sein könnte. Bist Du unsicher, begib Dich bitte zu Deinem Tierarzt.

Hundekot – Farbe gelb / orange

Natürlich kann auch hier die Farbe aus einem unbedenklichen Grund entstehen. Hat Dein Hund am vorher gegangenen Tag oder am Morgen Mohrüber gefuttert, wird sich das in seinem Kot auch widerspiegeln. Sollte sich jedoch der gesamte Hundekot einige Tage in diesen Farben zeigen, lass Deinen Hund bitte zur Sicherheit von einem Tierarzt untersuchen. Diese Farben können auf eine Gallen- und/oder Lebererkrankung hinweisen. Auch kann es Dich auf ein Verdauungsproblem nach einer Futterumstellung aufmerksam machen.

Hundekot orange
Zugegeben: Auf diesem Bild haben wir den Kot einfach eingefärbt. Allerdings kommt oranger Kot gar nicht so selten vor.

Hundekot – schwarz

Ist der Kot Deines Hundes schwarz oder extrem dunkel und teer-artig, solltest Du bitte umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Dies ist ein deutliches Zeichen auf Blut im Kot. Häufige Ursache ist eine Erkrankung im vorderen Margen-Darm-Trakt, die umgehend behandelt werden sollte.

Grau: gräulich anmutender und fettiger Kot kann ein Hinweis auf Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase hindeuten.

Schleimig: kommt es beim Kot zu viel Beimischung von Schleim kann dies ebenfalls auf eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse hinweisen. Suche in diesem Fall Rat bei deinem Tierarzt.

Trocken: sehr trockener, bröckeliger und fester Stuhlgang ist ein Indiz dafür, dass dein zu wenig getrunken hat und dehydriert. Behalte sein Trinkverhalten im Blick und gehe im Zweifel mit ihm zum Tierarzt.

Hundekot – grau

Ist der Stuhlgang Deines Hundes grau und fettig, weist dies auf eine erkrankte Bauchspeicheldrüse, Gallenprobleme oder aber eine gestörte Fettverdauung hin. Auch hier solltest Du den Gang zum Tierarzt wählen.

Häufig sieht der Kot auch grau aus, wenn er mit einer Schleimhülle umzogen ist. Dies kann bei einer Futterumstellung vorkommen, vor allem zu hochwertigem Nassfutter oder Barf, da sich die Schleimhaut erneuert. Aber auch, wenn Dein Hund Dinge aufgenommen hat, die eher zu den schwer verdaulichen Futtermitteln zählt, wie zum Beispiel Gras und Knochen.

Nicht ganz so schön ist allerdings in diesem Fall der Hinweis auf Entzündung im Darm.

Hundekot schleimig
Auf diesem Foto siehst Du einen schleimigen Hundekot. Hier lag eine Erkrankung vor: Der Hund hatte eine Vergiftung, die zu einer schweren Gastritis führte.

Aber auch durch Konsistenz und Form kannst Du vieles erfahren

Die Farbe ist schon ein guter Indikator, der Dir viele Hinweise auf die Gesundheit Deines Hundes gibt. Aber auch auf die Form vom Hundekot solltest Du achten, um Rückschlüsse ziehen zu können. Vielleicht hast Du schon mal von der Bristol-Stuhlformen-Skala gehört?

Diese Skala unterscheidet zwischen sieben unterschiedlichen Typen, wobei Typ 1 und 2 auf eine Verstopfung hinweist, Typ 5 bis 7 auf Durchfall. Somit ist klar, dass der Typ 3 und der Typ vier der Idealkot ist. Die Quelle der Skala ist Wikipedia

  • Typ 1: Einzelne, feste Kügelchen, schwer auszuscheiden
  • Typ 2: Wurstartig, klumpig
  • Typ 3: Wurstartig mit rissiger Oberfläche
  • Typ 4: Wurstartig mit glatter Oberfläche
  • Typ 5: Einzelne weiche, glattrandige Klümpchen, leicht auszuscheiden
  • Typ 6: Einzelne weiche Klümpchen mit unregelmäßigem Rand
  • Typ 7: Flüssig, ohne feste Bestandteile
Auch die Form des Kots kannst Du über die Ernährung Deines Hundes beeinflussen. Natürlich solltest Du auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Aber lass uns auf die einzelnen Typen im folgenden Text genauer eingehen.

Dein Hund hat Durchfall (Typ 5 bis 7)

Durchfall ist ein Zeichen dafür, dass Dein Hund eine Erkrankung hat bzw. gegen etwas ankämpft. Er versucht durch den Durchfall Giftstoffe auszuscheiden – und das natürlich möglichst schnell. Meist ist in diesem Fall die Menge auch höher als gewohnt. Sollte Dein Hund Durchfall haben, ist das aber nicht immer direkt ein Fall für den Notdienst. Zum einen solltest Du abwägen, wie fest der Kot noch ist. Ist er lediglich breiig oder bereits flüssig? Dann ist ein wichtiger Aspekt noch, wie häufig der Stuhlgang Deines Hundes weicher als normal ist: Wenn es mal vorkommt, ist das nicht direkt bedenklich.
Erst wenn Dein Hund mehrfach täglich flüssigen Durchfall hat, solltest Du reagieren.

Wodurch entsteht Durchfall?

Aber nicht nur eine Krankheit kann zu weicherem Hundekot fühlen. Denn auch die Fütterung hat Einfluss auf den Festigkeit. So führt ein hoher Fettanteil, sehr viel Öl aber auch Leber häufig zu weichem Kot. Auch entgiften Hunde häufig nach einer Futterumstellung auf ein gesundes und ausgewogenes Hundefutter. Auch dies ist kein schlechtes Zeichen.
Vielen Hunden geht es da auch wie vielen von uns Menschen: Haben sie Stress, kommt es zu Durchfall. Solltest Du dies bei Deinem Hund wissen, vermeide möglichst stressige Situationen zu vermeiden. Das geht sicherlich nicht immer, aber sei einfach umsichtig.

Was solltest Du bei Durchfall tun?

Sollte Dein Hund einfach nur mal etwas verdorbenes, aber nichts lebensbedrohliches gefressen haben und Dein Hund macht bis auf den Durchfall einen guten Eindruck, kannst Du Deinen Hund vorübergehend auf Schonkost für Hunde umstellen. Am besten startest Du mit der Moroschen Karottensuppe und gibst danach ein paar Tage AniFit Schonkost oder kochst selbst Hühnchen und Reis.

Sollte Dein Hund aber dauerhaft den Typ 5 bis 7 zeigen, werde bitte hellhörig. In diesem Fall solltest Du Dir auf jeden Fall Rat von einem Spezialisten holen. So solltest Du natürlich zuerst die Gesundheit Deines Hundes durch einen kompetenten Tierarzt überprüfen lassen. Hier solltest Du ein Kotprofil anlegen lassen, sodass die Darmflora Deines Hundes überprüft wird. Lasse Deinen Hund bitte auch auf Giardien testen. Auch die Organe sollten direkt gecheckt werden. Bezüglich einer Futtermittelallergie lasse Dich am besten von einem zertifizierten Ernährungsberater für Hunde beraten. Aber auch ein Tierheilpraktiker kann Dir häufig sehr gut unter die Arme greifen.

Wir haben Dir in unserem Ratgeber „Dein Hund hat Durchfall“ alles detailliert zusammen gefasst.

Dein Hund hat eine Verstopfung (Typ 1 bis 2)

Auch die Ursachen für eine Verstopfung bei Deinem Hund können vielfältig sein. Ein häufiger Grund für sehr harten Kot und Verstopfung ist eine zu starke Fütterung von Knochen. Dieser färbt sich dann, wie oben bereits erklärt, auch meist weiß. Du solltest in diesem Fall unbedingt Deine Fütterung überdenken.

Aber auch zu viel oder zu wenig Ballaststoffe können zu einer Verstopfung führen, weswegen Du Deinen Hund auch unbedingt mit einem gesunden und ausgewogenen Hundefutter ernähren solltest. Achte bitte auch darauf, dass zum einen das Futter einen hohen Feuchtigkeitsanteil hat und Dein Hund zudem ausreichend trinkt – denn er kann sonst dehydrieren und auch dies kann wiederum zu einem harten Stuhlgang führen. Sollte Dein Hund viel trinken, kann dies auf andere Erkrankungen hinweisen.

Sollten die Analdrüsen Deines Hundes verstopft, infiziert oder blockiert sein, führt auch dieses häufig zu hartem Hundekot. Auch Fell kann den Kot fest machen, dies geschieht, wenn Dein Hund sich übermäßig selbst putzt und somit Haare in die Verdauung gelangen.

Hundekot mit Fell
Putzt sich Dein Hund übermäßig, so kann dies zu Verstopfung führen, wie Du auf diesem Foto gut erkennen kannst.

Einige Hunde fressen auch gerne Steine, Kies oder Kunststoff. Damit ist natürlich nicht zu spaßen und das geringste Übel daran ist noch die Verstopfung.

Zu guter letzt gibt es auch Medikamente, die zu hartem Hundekot führen können.

Sollte Dein Hund selten, aber mal, härteren Stuhlgang haben, ist das noch kein Grund zur Panik. Aber auch hier solltest Du auf die Häufigkeit achten und dann eruieren, was die Ursache sein könnte.

Fazit Hundekot

Wie Du siehst, kannst Du bereits am Kot Deines Hundes eine Menge erfahren über den Gesundheitszustand Deines Hundes. Also lohnt es sich definitiv, auch mal genauer hinzuschauen. Zwar ist nicht immer alles gleich besorgniserregend, aber Du kannst dennoch dadurch schnell erkenne, wenn mit Deinem Hund etwas nicht stimmen und hierdurch schnell reagieren.

Übrigens: Auch wenn das im ersten Moment komisch klingen mag, kann auch ein „Kot-Tagebuch“ weiterhelfen. Notiere Dir, wie der Kot Deines Hundes war. Gerade bei Erkrankungen oder Futterumstellungen kann Dir das sehr gut helfen.

Solltest Du Fragen zu diesem Thema haben, stehen wir Dir gerne bei Seite. Hinterlasse uns gerne ein Kommentar.

2 Gedanken zu „Hundekot – was Dir Farben und Form über die Gesundheit verraten“

  1. Über den Kot meines Hundes habe ich mir noch nie so viel Gedanken gemacht.
    Vielen Dank für deinen Bericht, du hast mir einiges Aufzeigen können auf das ich in Zukunft besser achte.

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