Giardien beim Hund – keine Panik!

Giardien beim Hund – keine Panik!
5 (100%) 1 vote[s]

Tips zum Umgang mit einer Giardiose!

Neben anderen Möglichkeiten kommen Giardien beim Hund als Ursache für anhaltende Durchfälle, Erbrechen und Bauchkrämpfen in Betracht. Sollte dein Hund als Diagnose den Befall mit Giardien diagnostiziert bekommen haben, musst du dir trotz allem keine Panik machen.

Mit Hilfe vom Tierarzt, den richtigen Medikamenten und umfangreichen Hygienemaßnahmen bekommt man die Giardiose in den Griff. Was du tun kannst, um deinem Hund zu helfen, erfährst du hier.

Was sind Giardien?

Giardien gehören zu den einzelligen Bakterienarten. Sie bewegen sich mit ihren Geißen im Dünndarm ihres Wirtes und entziehen dem Nahrungsbrei, der sich dort befindet, die Nährstoffe, die sie zum Überleben benötigen.

Einmal im Darm eines geschwächten Tieres angekommen, vermehren sich Giardien schnell und lösen Durchfälle, Erbrechen und Krämpfe aus.
Um zu verhindern, dass sie mit dem Kot über den Darm ausgeschieden werden, sind Giardien in der Lage, sich mithilfe eines Saugnapfes an der Darmwand festzuhalten.

Sind die Giardien im Hund, werden einzelne verkapselte Giardien mit dem Kot nach Außen abgegeben. Die Giardien, die nach Außen gelangen, schützen sich durch eine Verkapselung und sind abhängig von der Umgebung, den Temperaturen und der Witterung über mehrere Wochen überlebensfähig.

Giardien, die mit dem Kot der Hunde in die Umwelt gelangen, liegen als Zysten vor und können von anderen Tieren und Menschen oral aufgenommen werden. Im Dünndarm des neuen Wirtes angelangt, setzen sie ihre Vermehrung fort und können bei jungen, alten und immungeschwächten Individuen die bekannten Probleme auslösen.

Vor allen Dingen Welpen können mit Giardien befallen sein. Ist das Immunsystem stark, wirst du als Hundehalter in den seltensten Fällen mitbekommen, dass Giardien in deinem Hund sind.
Von einer Giardiose spricht man, sobald die Anzahl der Giardien im Darm deines Hundes zu starken Durchfällen, Darmentzündungen und massiven gesundheitlichen Problemen führen.

Eine bestimmte Anzahl von Giardien im Darm scheint nach Ansicht einzelner Wissenschaftler zu den regulären Darmbakterien zu gehören. Nimmt die Menge der Giardien überhand, kommt es zu gesundheitlichen Problemen und man spricht von einer Giardiose.
Im Zusammenhang mit der Diagnose Giardiose gelten für den betroffenen Hundehalter spezielle Hygienevorschriften, die du einhalten solltest, weil die Giardiose, im ungünstigen Fall als Zoonose auf den Menschen übertragen werden kann, aber nicht muss.

Durchfall bei einer Giardiose

Wie können Giardien beim Hund auf diesen übertragen werden?

Die Übertragung von Giardien auf den Hund erfolgt in der Regel oral. Der Hund nimmt die Zysten der Giardie mit Kot, in verschmutztem Wasser oder über Gegenstände auf, die mit den Giardienzysten behaftet sind.

Gelangt diese Zyste in den Darm des Wirtes, entwickelt sie sich dort zu ihrer ursprünglichen Form als Giardie.
Fliegen, die sich auf infizierten Kothaufen niedergelassen haben und auf diese Weise mit den Zysten in Verbindung kommen, können Giardien auf Futter und Hund übertragen.

Wälzt sich der Hund in Kothaufen und reinigt sich anschließend das Fell, kann es zu einer Aufnahme der Zysten kommen, die sich bei einem geschwächten Immunsystem zu einer Giardiose entwickeln können.

Hündinnen können ihre Welpen mit Giardien anstecken, obwohl sie keine Krankheitsanzeichen zeigen. Bei bis zu siebzig Prozent der Welpen können Giardien auftreten.

Das Übertragungsrisiko in Haushalten und Tierheimen, in denen mehrere Tiere zeitgleich gehalten werden, ist höher als bei der Einzelhaltung.

Krankheitsanzeichen, die für eine Giardiose sprechen!

Giardien zählen zu den Bakterien, die insbesondere für das Auftreten von Durchfallerkrankungen verantwortlich gemacht werden können.
Ein Hund mit einem gesunden Immunsystem ist in der Lage, die Bakterien selbstständig zu bekämpfen und zeigt keine Symptome.

Bei Welpen, Senioren, Allergikern und Hunden, die durch Vorerkrankungen, falsche Ernährung und andere Erkrankungen ein geschwächtes Immunsystem aufweisen, kommt es häufiger zu einer Giardiose.

Die Neugier von Welpen und bei Hunden, die alles mit dem Maul aufnehmen, was auf dem Boden liegt erhöht das Risiko, dass Giardien beim Hund auftreten können.
Eine vorangegangene Behandlung mit notwendigen Medikamenten, die das Immunsystem und den Darm schwächen, kann dazu führen, dass die körpereigene Immunabwehr heruntergefahren ist und sich der Vierbeiner nicht mehr gegen den Befall mit Giardien zur Wehr setzen kann.

Ein Verdacht auf Giardien beim Hund besteht, falls folgende Anzeichen auftreten:

Starker Durchfall, der sich in diversen Konsistenzen zeigen kann. Der Durchfall kann schleimig sein, fettig aussehen oder wässrig erscheinen. Kommt es zwischen den starken Durchfällen zu einem festeren Kot, ist dieser mit Schleim benetzt.

Der Durchfall kann blutig sein. Unter Umständen riecht der Durchfall faul, ist gelblich oder grünlich.
Beachte, dass sich der Durchfall mit festeren Kothaufen abwechseln kann. Falls der Durchfall eine Zeit lang ausbleibt und nach ein paar Tagen erneut einsetzt, sind Giardien beim Hund nicht ausgeschlossen.

Giardien setzen sich auf der Schleimhaut des Darms ab. Dort verursachen sie Entzündungen. Diese Entzündungen können zu Erbrechen und Bauchkrämpfen führen.
Giardien dringen nicht in den Körper ein, dennoch entziehen sie deinem Hund die Nährstoffe. Die Durchfälle schwächen den Hund zusätzlich.

Obwohl der Hund scheinbar gut frisst, verliert er Gewicht und wirkt bei länger andauernder Infektion apathisch.

Der hohe Flüssigkeitsverlust über die Durchfälle erhöht die Apathie.
Ob der Verdacht auf Giardien beim Hund besteht oder nicht, kann ausschließlich der Tierarzt erkennen. Grundsätzlich gilt, dass du bei länger andauernden Durchfällen, vor allem bei Welpen und geschwächten Tieren, den Tierarzt aufsuchen musst.

Wie kann der Tierarzt Giardien beim Hund diagnostizieren?

Um Giardien beim Hund zu diagnostizieren, benötigt der Tierarzt Kotproben. Nicht in jedem Stuhlgang, den der Hund hat, können Nachweise für die Zysten der Giardie erbracht werden. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass du den Kot über drei Tage sammelst.

Der Tierarzt vermischt in einem ersten Schritt die Kotproben mit einer Kochsalzlösung und versucht Giardien und Zysten der Giardien in der Probe unter dem Mikroskop nachzuweisen.
Während dieser Untersuchung erkennt der Tierarzt auch, ob dein Hund mit anderen Parasiten, wie Würmern belastet ist.

Giardien können nicht mit einer Wurmkur bekämpft werden. Die wichtigen Wurmkuren können sich in Bezug auf Giardien negativ auf den Befall mit Giardien auswirken, weil die Darmflora bei einem geschwächten Hund zusätzlich belastet wird.

Der immunologische Nachweis mittels einer Laboruntersuchung ist ein weiterer Faktor, um den Befall mit Giardien nachzuweisen. Die gesammelten Kotproben deines Vierbeiners werden in diesem Fall mit einem Schnelltest überprüft. Dieser Test gibt Auskunft darüber, ob Antigene vorhanden sind.

Der Test kann keine Aussage über die Anzahl und die Heftigkeit des Giardienbefalls liefern. Er zeigt an, ob ein Befall mit Giardien stattgefunden hat, indem Antigene nachgewiesen werden.
Ist die Giardiose überstanden, bedeutet dies auch bei negativer mikroskopischer Untersuchung nicht, dass er keine Giardien mehr im Darm hat. Die Parasiten sind in der Lage sich in den Gallengängen zu verschanzen und können dort nicht nachgewiesen werden.

Neben den labortechnischen Untersuchungen wird sich der Tierarzt deinen Hund allgemein näher anschauen. Er beurteilt, wie der allgemeine Gesundheitszustand ist und ob der Hund wegen der anhaltenden Durchfälle Mangelerscheinungen aufweist und Handlungsbedarf bezüglich der Nährstoffe besteht.

Wie behandelt der Tierarzt Giardien beim Hund?

Handelt es sich bei der Infektion mit Giardien um eine akute Infektion, setzt der Tierarzt Antibiotika zur Therapie ein.
Die Ersttherapie erfolgt in den meisten Fällen mit Febendazol. Febantel, Metromidazol. Panacur und Spartrix können zum Einsatz kommen, um die Giardien zu bekämpfen.
Weil Giardien Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika entwickeln können, werden Medikamente wie Albendazol und andere in Reserve gehalten.

Antibiotika
Metronidazol ist ein gängiges Medikament bei Giardien

Die Medikamente werden dem Hund über einen bestimmten Zeitraum oral verabreicht. Nach einer Pause von ein paar Tagen wird die Medikamenteneinnahme wiederholt.

Die Behandlung von Giardien beim Hund kann sich als zeitaufwendig herausstellen.

Die Beachtung von Hygienemaßnahmen und die Umsetzung bestimmter Ernährungsformen helfen wirksam bei der Bekämpfung der Giardien, sofern sie konsequent umgesetzt werden.

Die Giardien beim Hund sind nachgewiesen! – Was kannst du tun!

Giardien werden über Schmierinfektionen und die im Kot enthaltenen Zysten der Giardien übertragen. Wird die Infektionsquelle nicht beseitigt, kommt es in regelmäßigen Abständen zu Reinfektionen.

Aus diesem Grund ist äußerste Hygiene in allen Bereichen, die mit dem Hund in Berührung kommen wichtig.

Folgende Maßnahmen unterstützen die Behandlung gegen Giardien beim Hund:

Umgang mit dem Kot:

Hat dein Tierarzt Giardien bei deinem Hund festgestellt, muss der Kot unter allen Umständen von dir in Beuteln aufgesammelt und im Hausmüll entsorgt werden.
Löst sich dein Hund im Garten, ist es mühsam und nahezu unmöglich die Hinterlassenschaften komplett zu entsorgen. In diesem Bereich ist das Bestreuen der Stellen mit Kalk eine wirksame Alternative.

Der Hund kann in den seltensten Fällen kontrollieren, wann ein Durchfallschub kommt. Mach dir die Mühe und nimm ihn stündlich mit vor die Tür. Im Garten solltest du den Platz, auf dem er sich lösen kann einschränken, und die eine Stelle aussuchen, die sich gut reinigen und desinfizieren lässt.

Achte bei Spaziergängen darauf, den Kot deines Hundes vollständig zu entfernen. Essig, den du in einer kleinen Flasche mitnehmen kannst, hilft zusätzlich, die Ansteckung anderer Hunde zu minimieren.

In der Wohnung macht die Einschränkung des Bewegungsradius Sinn. Laufställe und abgesperrte Bereiche erleichtern dir die Reinigung der Umgebung und der Hund kann Zysten, die sich im Bereich des Afters festgesetzt haben nicht weiter tragen.

Entferne jede Hinterlassenschaft deines Hundes sofort und behandle die Stelle mit geeigneten Reinigungsmitteln. Der Tierarzt sagt dir, welche Reinigungsmittel geeignet sind.

Futternäpfe, Liegeplätze und Spielzeuge

Alles mit dem dein Hund während dieser Zeit in Verbindung kommt, sollte mit kochendem Wasser behandelbar sein.
Ersetze Kunststoffnäpfe durch Näpfe aus Metall. Diese müssen täglich mit heißem Wasser gereinigt werden.
Die Decken in Hundekörben und Liegeplätzen müssen jeden Tag erneuert werden. Wasch die Decken falls möglich bei sechzig Grad, um die Zysten und die Giardien abzutöten.
Hundespielzeug, das nicht mit heißem Wasser oder in der Waschmaschine gereinigt werden kann, muss entsorgt werden.

Hygienemaßnahmen am Hund!

Der Afterbereich des Hundes muss nach jedem Stuhlgang mit feuchten Tüchern gereinigt werden. Am besten ist es, den Hund täglich zu duschen, auch wenn es ihm nicht gefällt. Anschließend muss der Hund komplett abgetrocknet werden.

Zeigt der Hund Verhaltensauffälligkeiten wie zum Beispiel das Fressen von Kot, musst du dies unter allen Umständen unterbinden.

Verhindere in Zukunft, dass dein Hund Unrat aufnimmt und Kothaufen ausgiebig beschnüffelt.
Verhindere, dass dein Hund aus Pfützen und Tümpeln Wasser trinkt.

Ernährungsumstellung als begleitende Maßnahme, falls Giardien beim Hund auftreten!

Giardien müssen die Möglichkeit haben, sich an der Darmwand festzuhalten, um sich vermehren zu können. Für eine gute Vermehrung der Giardien spielt zudem eine kohlenhydratreiche Ernährung eine wichtige Rolle.

Stellst du die Ernährung um, entziehst du den Giardien in einem Schritt zwei lebensnotwendige Faktoren.
Achte auf ein Hundefutter, das keine oder geringe Kohlenhydrate aufweist. Eine Ernährung, die auf Eiweiß basiert und zu der unter anderem das Barfen zählt, ist für die Giardien kontraproduktiv.

In vielen Trockenfuttersorten werden Kartoffeln, Reis und Nudeln verarbeitet. Meide diese Futtersorten.
Um den Giardien die Möglichkeit der Anhaftung an den Darmwänden zu entziehen, haben sich Möhren als gute Unterstützer erwiesen. Ein hoher Anteil an fein pürierten Möhren und die sogenannte Morosuppe, verhindern, dass sich Giardien an der Darmwand anhaften können.

Giardien beim Welpen

Weil das Immunsystem von Welpen nicht komplett ausgereift ist, kommt es bei Ihnen häufiger zu einer Giardiose.
Die Giardien beim Hund im Welpenalter sind für den Hund und den Hundehalter belastend. Während dieser Zeit lernen die Welpen, Stubenrein zu werden.

Sie benötigen einen umfangreichen sozialen Kontakt zu Menschen und Hunden, der gerade bei einer Giardiose deutlich eingeschränkt ist. Kinder sollten während dieser Zeit keinen unmittelbaren Kontakt mit dem Welpen haben, weil die Giardien als Zoonose gelten und Familienmitglieder treffen können.

Um eine familiäre Bindung und Sozialkontakte zu ermöglichen, sollte der Welpe nicht zur Gänze von der Familie isoliert sein, sondern sich in einem abgetrennten Bereich mit der Familie aufhalten. Schutzkittel und Handschuhe ermöglichen dir einen direkten Kontakt mit dem Welpen.

Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und das Waschen, der bei dieser Aktivität getragenen Kleidung, erlauben gesunden Menschen einen Umgang mit dem Hundekind.

Giardien beim Hundesenior

Das Immunsystem von Hundesenioren kann, wie bei einem Welpen durch verschiedene Umstände geschwächt sein.
Die Nieren spielen nicht mehr mit, der Blutzucker kann verändert sein und andere altersbedingte Erkrankungen können Einfluss auf das Immunsystem des Hundeseniors haben.

Falls dein Hundesenior unter Giardien leidet, ist es empfehlenswert, ein geriatrisches Blutbild zu machen.
Mangelerscheinungen, die im Alter schneller auftreten, werden durch Giardien verstärkt. Sie entziehen dem Hund die wichtigen Nährstoffe.

Vitamin B und Magnesiummangel können andere gesundheitliche Auswirkungen auf die Lebenserwartung des Seniors haben und werden mithilfe des geriatrischen Blutbildes zügig erkannt. Bierhefe ist ein guter Vitamin B lieferant.

So sieht ein geriatrisches Profil aus (Auszug)

Ausschnitt des geriatrischen Profils vom Labor
Auszug aus Dexters geriatrischem Blutbild

Darmsanierung und die Stärkung des Immunsystems mit und ohne Giardien!

Ein Hund mit einem gesunden Immunsystem ist gut in der Lage, sich gegen Giardien zu wehren.
Nach einer Therapie mit Antibiotika, anderen Medikamenten und bei starken Durchfällen, lohnt es sich, das Immunsystem und den Darm beim Hund zu stärken.

Eine leichte Form der Darmsanierung erreichst du durch Zugabe von probiotischem Joghurt sowie durch Pro- und Prebiotika, die du kaufen kannst. Falls du dir nicht sicher bist, was du deinem Hund geben kannst, um die Darmflora aufzubauen, frag bei deinem Tierarzt nach. Grüner Pansen und Blättermagen tragen zu einer guten Darmflora bei.

Das Immunsystem wird durch eine artgerechte Ernährung und Bewegung trainiert.

Fazit

Das Schreckgespenst Giardien sollte nüchtern betrachtet werden. Giardien beim Hund sind eine mühselige Angelegenheit, die freilich über Ansteckungspotenzial für den Menschen verfügt.

Achtest du als Hundehalter auf die Hygienemaßnahmen und arbeitest gut mit deinem Tierarzt zusammen, ist die Erkrankung gut in den Griff zu bekommen.

Der Aufwand, den du betreiben musst, um den Giardien den Garaus zu machen ist hoch. Ein im Anschluss gesunder Vierbeiner wird dir diese Behandlung ein Leben lang danken.

Schreibe einen Kommentar