Ratten als Haustiere

Ratten als Haustiere sind bei vielen Menschen beliebt. Bevor Du aber einen solchen Nager zu Dir holst, musst Du über dessen Bedürfnisse Bescheid wissen. Nur so ist es Dir möglich, für eine artgerechte Haltung zu sorgen. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du Dein Zuhause am so gestaltest, dass sich die Tiere wohl fühlen.

Gemeinsam ist besser als einsam – Ratten als Haustiere brauchen Gesellschaft

Ratten solltest Du nicht alleine halten. Es handelt sich bei ihnen nämlich um gesellige Tiere, die die Zeit mit ihren Artgenossen genießen. Du kannst ihnen diese Zuwendung nicht ersetzen – dies gilt auch dann, wenn Du Dich viel mit Deiner Ratte beschäftigst. Nur so stellst Du sicher, dass Deine Haustiere seelisch und körperlich gesund bleiben.
Natürlich musst Du darauf achten, dass alle Tiere, die in einem gemeinsamen Käfig leben, kastriert oder gleichgeschlechtlich sind. Ansonsten hast Du in Deinen eigenen vier Wänden bald ein Rattenproblem – denn die Nager vermehren sich sehr schnell. Auch wenn Du mehrere Ratten gemeinsam hältst, musst Du ihnen Deine Zuwendung schenken. Nur so gewöhnen sich die Tiere an den Menschen und werden zahm.

Lebenserwartung und Krankheiten

Ratten werden nur zwei bis drei Jahre alt. Stelle Dich darauf ein, dass die Nager mit fortschreitendem Alter häufiger Krankheiten entwickeln. Dies ist für Dich natürlich mit Ausgaben verbunden. Es ist leider selten, dass die Tiere ihr ganzes Leben lang krankheitsfrei bleiben. Zu den typischen Leiden gehören Ohrenentzündungen, Atemwegserkrankungen und Tumore. Du kannst am Verhalten Deiner Ratte erkennen, ob der Gang zum Tierarzt notwendig ist. Ist sie krank, dann äußert sich das durch übermäßige Müdigkeit, Schnarchen sowie Inaktivität. Schiebe den Besuch auf keinen Fall auf die lange Bank. Mitunter steckt eine ernste Erkrankung dahinter. Doch auch scheinbar harmlose Leiden können aufgrund des schnellen Stoffwechsels der Tiere in nur kurzer Zeit bedrohliche Ausmaße annehmen.
Doch auch Du hast Einfluss darauf, ob die Ratte krank wird. Achte beim Kauf des Futters stets auf dessen Zusammensetzung. Willst Du diesbezüglich auf Nummer sicher gehen, greife ausschließlich zu Nahrungsmitteln mit natürlichen Inhaltsstoffen. Wichtig ist außerdem der Standort des Käfigs. Es darf dort keinen Luftzug geben – außerdem sollte die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein. Im Winter kann die Kombination aus kalter und feuchter Umgebungsluft nämlich Atemwegserkrankungen begünstigen. Doch auch der umgekehrte Fall – also der Standort im direkten Sonnenlicht oder an der Heizung – ist zu vermeiden. Ansonsten könnten die Tiere einen Hitzeschlag erleiden. Jedem Halter ist es wichtig, dass die Ratte als Haustier bis ins hohe Alter vital bleibt. Dies stellst Du durch Abwechslung sicher.
Beschäftige Dich mit Deiner Fellnase und fordere sie in Maßen. Sorge zudem dafür, dass das Tier in Bewegung bleibt. So setzt es keine überschüssigen Pfunde an.

Ratten als Haustiere – so vermeidest Du Langeweile

Ratten als Haustiere wollen beschäftigt werden. Natürlich ist es Dir nicht möglich, Dich den ganzen Tag lang mit dem Tier auseinanderzusetzen. Daher solltest Du den Käfig entsprechend ausstatten. Ratten als Haustiere brauchen Möglichkeiten zum Klettern, Verstecken und Toben. Für drei Tiere wird eine Behausung von mindestens 50 x 80 x 50 Zentimetern Größe empfohlen. Käfige kannst Du mittlerweile in vielfältiger Ausstattung im Fachhandel erstehen. Allerdings kannst Du den Unterschlupf für Deine Fellnasen auch selbst basteln. So verleihst Du ihm eine individuelle Note und sparst obendrein Geld. Du hast dabei auch die Möglichkeit, alte Möbelstücke wie Schränke zum Käfig für Deine neuen Haustiere umzufunktionieren. Anleitungen dafür findest Du mittlerweile im Internet.
Doch ganz gleich, ob Du die Behausung selbst baust oder sie erwirbst – achte darauf, dass sie frei von scharfen Kanten und spitzen Ecken ist. Ansonsten könnten sich die Nager beim Herumtollen verletzen.
Die Ratte als Haustier will ab und zu auch Freiheit schnuppern. Denn auch dann, wenn der Käfig vielseitig ausgestattet ist, so bietet er nicht die etlichen Möglichkeiten zur Erkundung, wie die Wohnung. Willst Du Deinen Nagern Freigang gewähren, gestalte das Zimmer, in welchem sie leben, sicher. Konkret heißt das, dass sich die Kabel außerhalb der Reichweite der Tiere befinden müssen. Auch Pflanzen dürfen nicht auf dem Boden stehen, da viele Gewächse für Ratten giftig sind. Behalte außerdem im Hinterkopf, dass Ratten gerne an Holzmöbeln nagen. Somit lohnt es sich, Tischbeine und Schrankecken mit dicken Folien oder Überzügen zu schützen.
Ratten sind gerne in Gesellschaft
Ratten lieben Gesellschaft. Also halte niemals eine Ratte einsam.

So findest Du die passenden Ratten

Ratten als Haustiere kannst Du mittlerweile auf vielfältige Arten finden. Für welche Variante Du Dich entscheidest, hängt von Dir und Deinen Vorlieben ab. Hier erhältst Du einen Überblick, über die verschiedenen Wege, an eine Ratte als Haustier zu kommen:

Der Zoofachhandel

Willst Du Dir einen Nager aus dem Zoofachhandel holen, musst Du unbedingt darauf achten, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Sie sollten nach Geschlechtern getrennt gehalten sein – dies gilt auch dann, wenn die Ratten noch sehr jung sind, da einige von ihnen schnell geschlechtsreif werden. Außerdem müssen die Tiere gesund sein. Dies erkennst Du am Verhalten sowie am Zustand des Fells. Ihrem Alter entsprechend, sollten die Ratten neugierig sein und ihre Umgebung erkunden wollen. Ihre Haare müssen glänzen und dürfen nicht verklebt sein. Viele Tierschützer raten heute aber davon ab, Ratten als Haustiere im Zoofachhandel zu kaufen. Sie schlagen das Tierheim als Alternative vor.

Über die private Vermittlung

Es gibt auch Personen, die Ratten als Haustiere Züchten. Dabei ist es sehr wichtig, dass sie seriös sind und keine sogenannten „Qualzuchten“ betreiben. Das Wohl der Tiere sollte stets im Vordergrund stehen. Halte Dich von Züchtern fern, die zu viel Wert auf bestimmte Schönheitsideale bei der Ratte legen. Denn in solchen Fällen kommt es oft zu Inzuchten, die auf Kosten der Gesundheit gehen.

Die Notfallvermittlung

Viele Tierheime werden von Ratten überschwemmt. Noch immer verabsäumen es nämlich viele Tierhalter, ihre Haustiere rechtzeitig zu kastrieren oder sie nach Geschlechtern getrennt zu halten. Auf diese Weise kommst Du schnell an gesunde Rattenwelpen und rettest damit gleichzeitig einem Tier das Leben. Auch Privatpersonen suchen oft Abnehmer für unverhofften Nachwuchs. Lese Dir diesbezüglich die Kleinanzeigen in der Zeitung oder Online Inserate durch.
Holst Du Dir zum ersten Mal ein Nagetier ins Haus, solltest Du mit einem Schlag gleich mehrere Ratten als Haustiere auswählen. So ersparst Du Dir eine mühsame Suche nach den Tieren. Ideal ist es, wenn die Nager zusammen aufgewachsen sind. So kannst Du sicher gehen, dass sie sich bereits kennen und vertragen. Unter Umständen ist es Dir so möglich, Ratten desselben Geschlechts mitzunehmen – auf diese Weise ersparst Du Dir später das Kastrieren der Tiere.

Werde rechtzeitig beim Tierarzt vorstellig

Ganz gleich, wie Du zu Deiner Ratte gekommen bist – begebe Dich mit Deinen Tier rechtzeitig zum Tierarzt. Nur er kann feststellen, ob der Nager tatsächlich gesund ist. Außerdem hast Du so die Möglichkeit, Dir wertvolle Tipps zur Haltung einzuholen. Doch mit dem Erstbesuch sind die medizinischen Kontrollen noch nicht abgeschlossen. Willst Du, dass Gesundheit und Wohlergehen Deiner Ratte gewährleistet sind, solltest Du mit ihr mindestens einmal im Jahr beim Tierarzt vorbeischauen. Hat Dein Haustier hingegen gesundheitliche Probleme, musst Du Dich auf häufigere Besuche einstellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ratten als Haustiere in die Jahre kommen. Denn, wie bereits erwähnt, bleiben die wenigsten Nager ihr Leben lang krankheitsfrei.

Ratten als Haustiere – passt das zu Dir?

Ratten als Haustiere sind nicht für jeden geeignet. Halte Dir vor Augen, dass die Nager nur eine begrenzte Lebenserwartung haben. Willst Du Dich also nicht mit dem zeitnahen Ableben eines Tiers herumschlagen, solltest Du Dich nach einer Alternative umsehen. Außerdem sind Ratten dämmerungsaktiv. Bist Du berufstätig, wirst Du mit ihnen also Deine Freude haben. Anders verhält es sich, wenn Du nach einem Haustier suchst, mit dem Du Dich auch tagsüber beschäftigen kannst. Dafür sind die Nager nicht unbedingt die beste Wahl. Allerdings haben die Tiere den Vorteil, dass sie vergleichsweise pflegeleicht sind. Im Gegensatz zu einem Hund brauchen sie nur wenig Auslauf – die täglichen Spaziergänge ersparst Du Dir mit einer Ratte als Haustier. Trotzdem sind sie sehr anhänglich und auf ihren Menschen bezogen.
Schon nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist es möglich, eine enge Bindung zwischen Dir und Deiner Ratte aufzubauen. Viele Nager sitzen auch gerne auf der Schulter ihres Lieblingsmenschen. Kinder, die sich ein solches Tier anschaffen wollen, sollten alt und reif genug sein, um sich mit ihm artgerecht beschäftigen zu können. Ratten als Haustiere sind kein Spielzeug. Fühlen sich die Nager bedrängt, beißen sie auch zu. Ist Dein Kind unter drei Jahre alt, sollte es nur dann in Kontakt mit dem Tier sein, wenn sich ein Erwachsener mit im Raum befindet. Generell sind die Jüngsten ab dem zwölften Lebensjahr dazu imstande, sich selbständig um eine Ratte als Haustier zu kümmern.
Ratten wollen Beschäftigung
Ratten wollen beschäftigt werden und sind sehr intelligent. Also lass Dir immer mal etwas Neues einfallen.

Erstelle einen Pflegeplan für die Ratte als Haustier

Schaffst Du Dir Ratten als Haustiere an, erstelle einen Plan zur Pflege der Tiere. Denn damit erleichterst Du Dir und allen anderen Familienmitgliedern die Versorgung des Nagers. Achten hier darauf, dass Du Hygienevorschriften inkludierst. Wohnen Kinder im gemeinsamen Haushalt, so kannst Du sie – soweit gewünscht – in die Pflege mit einbeziehen. Gliedere den Plan dazu in übersichtliche Schritte und halte ihn einfach. Stehe den Jüngsten bei Bedarf unterstützend zur Seite. Prinzipiell sind Kinder ab dem achten Lebensjahr dazu imstande, sich mit um Haustiere zu kümmern.

Die richtige Pflege will gelernt sein

Damit sich die Ratte als Haustier bei Dir rundum wohl fühlt, musst Du sie regelmäßig pflegen. Diesbezüglich ist zu sagen, dass es sich bei den Nagern um sehr reinliche Tiere handelt. Sie sind also dazu imstande, einen großen Teil der Pflege selbst zu erledigen. Zur Seite stehen musst Du Deiner Ratte dann, wenn sie krank ist oder in die Jahre kommt.

Das Fell

Bei der Fellpflege musst Du Deinen Nager nur dann unterstützen, wenn ihm ein Missgeschick passiert. Dazu gehört unter anderem das unfreiwillige Bad im Futternapf. Entfernst Du die Verunreinigungen nicht, kann es zum Verkleben der Härchen kommen. Auf eigene Faust schaffen es die meisten Nagetiere nicht, diese zu entfernen.

Die Krallen

Kontrolliere die Krallen der Ratte regelmäßig auf ihre Länge hin. Unter Umständen musst Du sie ein wenig stutzen – dies gilt vor allem dann, wenn das Nagetier mit ihnen hängen bleibt. Hat Dein Haustier nicht ausreichend Gelegenheit zum Abwetzen, solltest Du ihm regelmäßig zur Seite stehen. Andernfalls kommen die meisten Ratten mit ihrem Krallen sehr gut zurecht. Gehe beim Stutzen aber äußerst vorsichtig vor. Denn die Nägel sind von empfindlichen Blutgefäßen durchzogen. Kürzt Du die Krallen zu stark, kannst Du diese verletzen. Solltest Du Dir das Kürzen der Krallen nicht zutrauen, schaue einfach bei einem Tierarzt vorbei. So bist Du Dir sicher, dass Dein Vierbeiner in besten Händen ist. Es ist außerdem wichtig, dass Du Deine Ratte nach der Prozedur ausgiebig belohnst. Nur die wenigsten Tiere machen beim Schneiden der Krallen ganz freiwillig mit.

Die Zähne

Insbesondere die Vorderzähne solltest Du regelmäßig unter die Lupe nehmen, wenn Du Ratten als Haustieren hältst. Einen schnellen Blick auf diese kannst Du erhaschen, wenn Dein Nager gerade eine Leckerei verzehrt. Auch ist es Dir möglich, das Maul des Tierchens vorsichtig mit der Hand zu öffnen. Dafür ist allerdings ein wenig Übung und viel Vertrauen seitens der Ratte erforderlich. Die meisten Nagetiere werden sich im ersten Moment dagegen wehren.
Willst Du auch die hinteren Zähne überprüfen, musst Du einen Tierarzt aufsuchen. Denn dafür braucht es ein spezielles medizinisches Werkzeug. Das Gebiss solltest Du vor allem dann, wenn Deine Ratte beim Fressverhalten Auffälligkeiten zeigt, von einer Fachkraft ansehen lassen. Nur auf diese Weise kannst Du der Ursache auf den Grund gehen.

Fazit: Ratten als Haustiere

Ratten sind soziale Tiere, die Du am besten nicht alleine hältst. Trotzdem solltest Du ihnen regelmäßig Deine Zuwendung schenken. Nur so stellst Du sicher, dass sie zahm werden und es auch bleiben. Am besten holst Du Dir eine Ratte aus der Notfallvermittlung. Denn es gibt viele Tiere, die im Tierheim oder bei Privatpersonen auf einen Platz warten. Tierschützer raten davon ab, einen Nager im Zoofachhandel zu kaufen. Häufig werden die Ratten dort nicht artgerecht gehalten oder haben einen langwierigen Transport hinter sich.
Sobald Du das Tier bei Dir einquartiert hast, solltest Du beim Tierarzt vorstellig werden. Nur so kannst Du sicher gehen, dass Deine Ratte vollkommen gesund ist. Auch geben Dir die meisten Experten gerne Tipps zur artgerechten Haltung. Bedenke, dass Ratten als Haustiere kein Kinderspielzeug sind. Greife dem Nachwuchs bei der Pflege unter die Arme und lasse die Jüngsten bis zum dritten Lebensjahr nicht mit den Tieren alleine.
Vielleicht ist ja alternativ auch ein Frettchen als Haustier für Dich geeignet? Dann schau in unserem Informationsguide zu Frettchen genauer nach.

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