Hundeflöhe – was Du gegen Flöhe beim Hund tun kannst

Auch wenn Du Deinen Hund noch zu sehr hegst und pflegst, kann es dennoch passieren: Hundeflöhe! Denn auch Du vielleicht denken magst, nur ein ungepfleger Hund könne Flöhe bekommen, müssen wir Dir leider sagen: Du liegst falsch. Leider kann die besten Pflege Deinen Hund nicht zu 100 Prozent vor einem Flohbefall schützen. Woran Du erkennst, dass Dein Hund betroffen ist und wie Du damit umgehst und gegebenenfalls auch vorsorgen kannst, verraten wir Dir in unserem Beitrag.

Hundeflöhe – wo kann mein Hund Flöhe bekommen?

In den häufigsten Fällen fangen sich Hunde die ungebetenen Mitreisenden bei Artgenossen ein. Allerdings können sie sich diese auch bei anderen Tieren einfangen. Sie sind zum Beispiel Wildtiere wie Igel und andere Tiere sehr häufig von Flöhen betroffen. Dein Hund kann auch Kontakt zu Floheiern oder Larven haben, die in seinem Fell hängen bleiben und sich dann munter auf ihm vermehren.

Wie Du siehst, haben Hundeflöhe nicht unbedingt was mit einer guten Pflege zu tun. Es gibt viele Möglichkeiten, wo sich Dein Hund Flöhe holen kann und Du wirst ihn nie komplett davor schützen können.

Woran erkenne ich, dass mein Hund Flöhe hat?

Das häufigste Symptom für Flöhe beim Hund ist definitiv das typische Kratzen. Aber Kratzen allein ist noch keine Garantie für Flöhe, denn Hunde kratzen sich auch aufgrund von Übersprungshandlungen und Allergien oder eben, weil es einfach mal kurz juckt 🙂

Hunde mit Flohbefall jucken sich aber meist schon manisch und zeigen zudem auch häufig Haarausfall und entzündete Stellen auf der Haut. Der Juckreiz ist für Hunde extrem, sodass diese kaum noch zur Ruhe kommen.

Je nachdem wie stark der Befall bereits ist, kannst Du sogar auch Flöhe im Hundefell entdecken. Allerdings ist die Sichtbarkeit natürlich von der Fellbeschaffenheit abhängig. Gerade bei dichtem und dunklem Fell ist es wesentlich schwieriger als bei kurzem oder hellem Fell.

Überprüfe es mit einem Flohkamm

Eine absolute Sicherheit für einen Flohbefall hast Du jedoch, wenn Du Flohkot im Fell Deines Hundes findest. Die erwachsenen Flöhe hinterlassen diesen als Futter für ihre Larven (nicht gerade appetitlich, ich weiß). Mit einem Flohkamm kannst Du diese Hinterlassenschaften aus dem Fell heraus kämmen. Nutze in jedem Fall einen richtigen Flohkamm. Mit einem normalen Kamm lässt sich der kleine Kot nur selten wirklich aus dem Fell holen.

Hund mit Flohkamm untersuchen
Mit einem Flohkamm kannst Du sehr sicher herausfinden, ob Dein Hund Hundeflöhe hat. Die Zinken dieses Kams sind sehr dicht nebeneinander. Danach kannst Du den Kamm auf einem feuchten Tuch ausklopfen. Verfärbt sich der „Dreck“ rötlich, musst Du Deinen Hund entflohen und die Wohnung reinigen.

Nun klopfst Du den Kot aus dem Flohkamm auf ein feuchtes Tuch. Durch die Feuchtigkeit löst sich der Kot auf und sollte sich rötlich verfärben. Passiert das? Glückwunsch – oder eher nicht, denn nun hast Du das große Flohbekämpfungsprogramm gewonnen.

Ein paar Informationen zu Flöhen im Allgemeinen

Flöhe ernähren sich von Blut. Die Bissstellen führen bei Hunden (und anderen Tieren oder gar Menschen) zu starkem Juckreiz. Außerdem vermehren sich diese Tiere extrem schnell. Aus einem werden schnell hunderte und mehr. Flöhe gehören zu den Insekten und es gibt ungefähr 2400 unterschiedliche Arten.

Flöhe können nicht fliegen. Sie können aber bis zu einen Meter weit springen! Hundeflöhe jedoch nur ca. 50cm und ungefähr 25cm hoch. Aber im Spiel mit einem Artgenossen oder beim Schnüffeln ist diese Distanz schnell erreicht.

Flohbefall – welche Folgen hat er gesundheitlich für meinen Hund?

Tatsächlich übertragen Hundeflöhe eher selten schwere Krankheiten. Dennoch kann ein Befall gesundheitliche Folgen für Deinen Vierbeiner haben.

Die meisten Hunde sind selbstverständlich von dem dauernden Juckreiz gestresst und angefasst. Aber neben psychischen Nebenwirkungen kann ein Parasitenbefall auch physische Nebenwirkungen für Deinen Hund haben.

  • Sie ist die Allergie gegen den Flohspeichel tatsächlich die häufigste beim Hund bekannte Allergie. So wird diese mit dem Namen Flohspeichel-Allergie-Dermatitits – kurz FAD – benannt. Die FAD zeigt sich ganz deutlich im Hautbild Deines Vierbeiners. So können sich Ekzeme und Krusten bilden. Auch kommt es bei betroffenen Fellnasen häufig zum Fellbruch und Fellverlust. Meist zeigen sich die ersten Symptome am Rutenansatz, den Hinterbeinen und am Rücken – doch kann sich dies im weiteren Verlauf auch über den ganzen Körper ziehen.
  • Erinnerst Du Dich noch an unseren Bericht über Hot Spots beim Hund? Hierbei handelt es sich um nässende, oft kreisrunde Wunden, die auch durch Hundeflöhe ausgelöst werden können
  • Anämie: Hunde haben zwei Ziele: Blut saugen und sich zu vermehren. Gerade bei Welpen kann ein starker Flohbefall dazu führen, dass dieser unter Blutarmut leidet. Es steht außer Frage, dass dies im aller schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich sein kann.
  • Übertragung von Würmern: Der Gurkenkernbandwurm nutzt Flöhe als Wirt für seine Larven. Verschluckt Dein Hund nun einen befallenen Floh – zum Beispiel beim Knabbern an einer Flohbissstelle – gelangen die Bandwürmer in Deinen Hund und können sich dort vermehren. Wir empfehlen Dir deswegen, immer mal wieder den Hundekot auf Würmer untersuchen zu lassen.

Auch nicht außeracht lassen solltest Du die Wirkung, die ein Flohbefall auf das allgemeine Befinden Deines Hundes und seine Stimmung hat. Ein dauernder Juckreiz kann zu Aggressionen führen. Nicht selten werden Hunde auch autoaggressiv, das bedeutet, sie richten Aggressionen gegen sich selbst.

Hundeflöhe
Hundeflöhe können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Aber nicht nur körperlich wird Dein Hund geschwächt. Auch die Psyche wird unter einem Befall leiden.

Hilfe! Mein Hund hat Flöhe! Was soll ich nun tun?

Ich möchte an dieser Stelle noch mal betonen, dass es Dir nicht peinlich sein muss, wenn Dein Hund mal Flöhe hat! Das ist unglaublich lästig und zeitaufwendig – keine Frage. Aber es ist nun mal so wie es ist. Damit Du die Flöhe aber in jedem Fall auch wieder los wirst, musst Du besonders gründlich vorgehen. Worauf Du bei der Säuberungsaktion achten musst, verraten wir Dir gerne.

Dein Hund muss entfloht werden

Du kannst einen Großteil der lebenden Flöhe bereits durch ein gutes Auskämmen mit einem Flohkamm aus dem Fell Deines Hundes bekommen. Du solltest das Kämmen mehrfach wiederholen. Dies ist jedoch bei Hunden mit viel Fell nicht ganz so einfach, wie zum Beispiel einem Australian Shepherd oder anderen Hunderassen mit starker Unterwolle. Außerdem solltest Du Deinen Hund mit einem Shampoo waschen. Es gibt spezielle Flohshampoos. Hast Du dies gerade nicht zur Hand, kannst Du auch erstmal ein normales Hundeshampoo verwenden.

Hund hat Hundeflöhe und wird gewaschen
Hat Dein Hund Flöhe, solltest Du ihn unbedingt baden. Hierfür gibt es spezielles Hundeshampoo. Bürste ihn zudem gut aus.

Lebende Flöhe kannst Du entweder in Wasser „ertränken“ (dauert mindestens 24 Stunden) oder den Abfluss herunter spülen.

Hausmittel gegen Hundeflöhe auf dem Hund

Ein wirksames Hausmittel gegen Flohbefall am Hund ist Zitronensaft. Hierfür nimmst Du eine Zitrone, die Du in kleine Stücke schneidest und in einen halben Liter kochendes Wasser gibst. Lasse dieses fünf Minuten kochen und dann auskühlen. Hinzu kannst Du nun noch etwa 100ml Essig geben. Damit kannst Du nun Deinen Hund einsprühen oder einreiben. Achte darauf, dass Du besonders gründlich vorgehst und es gut einwirken lässt (mindestens eine Stunde!). Danach kannst Du das Hausmittel abspülen. Wiederhole diesen Vorgang eine Woche lang täglich!

Auch wenn ich möglichst auf starke Chemie verzichte, so solltest Du in diesem Falle jedoch darüber nachdenken. So gibt es unterschiedliche Mittel. Wichtig ist zudem, dass Du auch erst Deinen Hund behandelst, bevor Du mit der Umgebungsreinigung beginnst. Am besten kannst Du Dir ein zugelassenes Medikament bei dem Tierarzt Deines Vertrauens holen.

Gründliche Reinigung ist das A und O

Die Eier und Larven von Flöhen sind unglaublich widerstandsfähig. Sie leben nicht nur auf Deinem Hund, sondern verteilen sich in der Umgebung. Sie bevorzugen Hundebetten, Sofas, Betten, Teppiche, im Auto, in Bodenritzen, auf Textilien und so weiter. Das bedeutet, dass es nicht nur reicht, Deinen Hund gegen Flöhe zu behandeln, sondern eigentlich musst Du sämtliche Bereiche in der Wohnung, in denen sich Dein Hund aufhält, mit behandeln. Selbstverständlich auch weitere Vierbeiner, sofern Du welche im Haushalt hast. Sollte Dein Hund im Garten sein und dort vielleicht eine eigene Hundehütte haben, musst Du auch diese reinigen. Nicht zu vergessen eventuelle Gartenmöbel.

Es wartet also eine Menge Arbeit auf Dich, aber Dir sollte bewusst sein: Je gründlicher Du arbeitest, desto wahrscheinlicher wirst Du flohfrei sein. Denn ein erwachsener Floh kann bis zu 12 Monate ohne Nahrung auskommen und auch Larven sind äußerst widerstandsfähig.

Es reicht definitiv nicht aus, nur Deinen Hund zu behandeln, denn ansonsten wirst Du das Problem immer wieder haben und keine Ruhe finden.

Hier unsere Tipps für eine gründliche Umgebungsreinigung

Damit Du nichts vergessen kannst, haben wir Dir gerne eine Übersicht zusammen gestellt, die Du nach und nach abarbeiten kannst.

  • Alles, was Du waschen kannst, bei mindestens 60°C waschen (also Spielzeuge, Kuscheltiere, Kissen, Decken, Bezüge, Kleidungsstücke wie Mäntel, Bademäntel, etc. – was Du nicht waschen kannst, sollte sogar entsorgt werden!
  • Teppiche, Fußböden und Ritzen gründlich absaugen
  • Nutze einen Dampfreiniger für Böden, die dafür geeignet sind
  • sämtliche andere Einrichtungsgegenstände wie Polstermöbel, Teppiche, Ecken, Bereiche unter Möbelstücken und Sofaritzen gründlich absaugen und reinigen
  • Auch Außenbereiche wie Hundehütten, Zwinger, Gartenmöbel, Terrassen und Autos nicht vergessen

Die ganze Reinigungsprozedur solltest Du auch mehrfach wiederholen, um den Entwicklungszyklus des Flohs zu durchbrechen.

Und auch wenn ich ansonsten möglichst auf Chemie verzichte, muss ich ehrlich zugeben: Bei Flöhen hört bei mir der Spaß wirklich auf. Dementsprechend kannst Du auch bei der Umgebungsreinigung zur Sicherheit chemische Mittel einsetzen. Denn auch wir Menschen fühlen uns bei einem Flohbefall des Hundes nicht wohl. Zwar ist es eher selten, dass Hundeflöhe auf Menschen überspringen, aber ausgeschlossen ist es eben nicht.

Hausmittel für die Umgebungsreinigung

Wenn Du aber auch bei der Reinigung gänzlich auf Chemie verzichten möchtest, kannst Du auch hier zu einem eigenen Hausmittel-Gemisch greifen:

Hierzu benötigst wieder nur Essig, Zitronensaft und Wasser.

Fülle dafür 1,5l Essig, 0,15l Zitronensaft und 0,75l Wasser in eine Sprühflasche und besprüe damit alle oben genannten Bereiche gründlich und großzügig! Wiederhole diesen Vorgang zwei Mal täglich über einen längeren Zeitraum.

Auch Rosmarin sagt man eine Wirkung gegen Flöhe nach.

Vorbeugung von Flöhen beim Hund

Wenn Du Dir den ganzen Arbeitsaufwand mit der Reinigung ersparen möchtest, kannst Du auch vorbeugen.

Auch hier gibt es unzählige verschiedene Möglichkeiten. Häufig werden sogenannte Flohhalsbänder eingesetzt. Aber auch Spot-Ons und Tabletten sind möglich. Lasse Dich am besten von Deinem Tierarzt beraten, was für Euch am besten passt.

Hund kriegt Spot-on gegen Hundeflöhe
Beim Tierarzt kannst Du sogenannte Spot-Ons kaufen. Diese werden in den Nacken gegeben und wirken meist einen Monat. Alternativ werden auch häufig Flohhalsbänder angeboten.

Möchtest Du auch hier auf Chemie verzichten, kannst Du ein Flohhalsband selbst herstellen. Beträufele das Halsband Deines Hundes (es sollte vorher gewaschen werden) mit ein paar Tropfen Rosmarin-Duftöl.

Aber Achtung: Eine Studie über die Wirksamkeit von Rosmarin gegen Hundeflöhe liegt mir nicht vor und ich selbst habe es noch nie ausprobiert. Diesen Tipp erhielt ich lediglich von einer Freundin, die es so handhabt.

Fazit: Flöhe beim Hund

Wie Du siehst, kann es jeden Hund und Hundehalter treffen und es ist echt anstrengend und nervig. Dementsprechend gibt es auch viele Möglichkeiten, dem Ganzen vorzubeugen. Wofür Du Dich entscheidest, obliegt Dir.

Uns interessiert natürlich ganz brennend, ob Dein Hund schon mal Flöhe hatte und wie Du damit umgegangen bist? Vielleicht hast Du noch weitere Tipps und Tricks, die andere Leser interessieren könnten? Wir freuen uns auf Dein Kommentar.

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Durch meine Hündin Mira erlebe ich täglich, wie sozial und empathisch Tiere sind. Deswegen ist es mir wichtig, Menschen aufzuklären und so die Welt für Tiere ein Stückchen besser zu machen.

Besser bekannt bin ich unter dem Usernamen SLEEPHERDS auf Instagram und meinem Blog.

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