Kurkuma für Hunde – alles über die Wirkung, Anwendung und Dosierung

Leider werden viele Heilmittel, die früher gerne genutzt wurde, vergessen. So auch Kurkuma für Hunde. Es handelt sich hierbei um ein Gewürz aus Indien und ist ein wahres Multitalent. So ist es nicht verwunderlich, dass es auch zu den sogenannten Superfoods gezählt wird. Was Kurkuma alles bewirken kann und wie Du es richtig anwendest und dosierst, erfährst Du in unserem Beitrag.

Kurkuma – ein altes Heilmittel aus Indien

Kurkuma (botanischer Name: Curcuma longa) wird auch Kurkume oder aufgrund des intensiv gelb farbigen Rhizoms auch Gelber Ingwer oder Safranwurzel genannt, gehört zu der Familie der Ingwergewächsen und wächst in Südasien. Für die Verwendung wird das Rhizom erst geschält und dann getrocknet. Neben der Verwendung als Gewürz dient es auch als Farbstoff.

Kurkuma wird zum Beispiel in Curry verwendet. Zudem ist es wesentlich günstiger als Safran. In Indien wird es bereits seit 4000 Jahren eingesetzt und galt dort sogar als heilig! Somit ist es nicht verwunderlich, dass in Indien auch der größte Teil der Ernte selbst verbraucht wird. Doch auch in anderen Ländern erhält das Heilmittel immer größere Beliebtheit.

In Deutschland wurde die Pflanze 1930 im Deutschen Arzneibuch als pflanzliches Arzneimittel aufgenommen.

Welche Wirkung hat Kurkuma für Hunde?

Wir hatten Dir in einem vorher gegangenen Beitrag schon mal über die Wirkung der Teufelskralle erzählt. Kurkuma wirkt auf Hunde tatsächlich sehr ähnlich und so ist es nicht verwunderlich, dass es in vielen Nahrungsergänzungsmitteln, die die Gelenke stärken sollen, sowohl Teufelskralle als auch Kurkuma vorkommen. Häufig sind zudem noch Grünlippmuschelpulver und Bierhefe enthalten.

Kurkuma enthält Curcumin, dem viele Wirkungen zugeschrieben werden. An dieser Stelle möchten wir aber Erwähnen, dass bisher nicht alles durch medizinische Studien belegt werden konnte. Dennoch haben auch wir sehr positive Erfahrung mit der Gabe des Heilmittels gemacht.

Kurkuma für Hunde macht auch Seniorenhunde agiler
Kurkuma hat viele positive Wirkungen bei richtiger Dosierung und Anwendung. So werden viele Hunde bewegungsfreudiger, agiler und fühlen sich insgesamt wohler!

Medizinisch nachgewiesen werden konnte, dass Curcumin schmerzlindernd, antiseptisch und entzündungshemmend wirkt. Zudem besteht auch eine antioxidative Wirkung. Das bedeutet, dass schädliche freie Radikale gebunden und die Wirkung somit gemindert wird. In der Fachsprache wird von antioxidativer Therapie zur Vermeidung von oxidativem Stress gesprochen.

Kurkuma wird eingesetzt bei:

  • Arthritis und Arthrose beim Hund
  • Diabetes Mellitus
  • Entzündungen
  • Hautproblemen
  • Schmerzen
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • in der alternativen Krebstherapie (hier ist die Wirkung nicht nachweisbar – es gibt sowohl Studien, die dafür sprechen als auch welche, die dagegen sprechen)
  • Probleme im Verdauungstrakt (hierbei ist zu Erwähnen, das zirka 70% es Immunsystems aus dem Darm kommen – somit ist es nur folgerichtig, dass Kurkuma das generelle Wohlbefinden und die Abwehrkräfte stärkt)

Was muss ich bei der Gabe von Kurkumaprodukten beachten?

Bevor Du nun los legst und Deinen Hund unterstützen möchtest, wollen wir Dir einige wichtige Informationen mit auf den Weg geben. Zum einen solltest du natürlich Deinen Hund immer erst durch einen Tierarzt untersuchen lassen bevor Du in Eigenregie eine Therapie beginnst. Eine Heilpflanze kann immer nur unterstützen. So kann es notwendig sein, dass Dein Hund zudem ein anderes gesundes und ausgewogenes Futter erhält, abnehmen und/oder von einem Physiotherapeuten betreut werden muss.

Außerdem solltest Du beachten, dass die klassische Schulmedizin durchaus ihre Daseinsberechtigung hat, auch wenn das leider in der heutigen Zeit nicht immer wahr genommen wird. Denn in manchen Fällen kommst Du eben ohne Medikamente vom Tierarzt nicht aus. Tierheilpraktik und Schulmedizin sollten sich ergänzen und sich nicht kategorisch ausschließen.

Fakten, die Du vor der Gabe von Kurkuma kennen solltest

Aber nun lass uns genauer hinschauen, auf welche Dinge Du unbedingt achten solltest.

  • Auf keinen Fall solltest Du Deinem Hund Nahrungsergänzungsmittel für Menschen geben. Gerade bei Kurkuma kann das gefährlich werden. Denn viele menschliche Produkte enthalten Polysorbat 80. Dieser Emulgator ist für Hunde stark gesundheitsschädigend! Im schlimmsten Fall kann Dein Hund einen pseudoallergischen Schock kriegen und daran auch versterben.
  • Du kannst Kurkuma sowohl präventiv als auch in akuten Fällen einsetzen.
  • Nebenwirkungen sind sehr selten. Sollte Dein Hund jedoch stark darauf reagieren, solltest Du es umgehend absetzen
  • Zwar kannst Du Kurkuma auch bei Katzen einsetzen, hier solltest Du aber noch genauer auf die Dosierung schauen, da die enthaltenen ätherischen Öle für Deine Katze giftig werden können
  • Kurkuma sollte nicht gegeben werden, wenn Dein Hund unter Gallenerkrankungen wie zum Beispiel einer Gallenentzündung, Gallensteinen, einem Gallenverschluss oder einem anderen Gallenleiden leidet. Auch bei Lebererkrankungen sollte von der Gabe von Kurkuma abgesehen werden

In welcher Form kann ich Kurkuma meinem Hund geben?

Sehr praktisch ist, dass Du Kurkuma auf unterschiedliche Weise Deinem Hund verabreichen kannst. So schaffst Du es auch, besonders futtermäkelige Hunden Kurkuma zu geben.

frisch gemahlenes Kurkuma Pulver
So sieht frisch gemahlenes Kurkuma Pulver aus. Achte beim Kauf bitte auf eine Bio-Qualität. Zudem solltest Du das Pulver nicht pur geben, da die Bioverwertbarkeit sehr gering ist.

Wichtig zu wissen ist, dass Kurkuma eher eine niedrige Bioverfügbarkeit hat, denn der Wirkstoff Curcumin macht gerade mal zirka 5% der Wurzelknolle aus. Damit eine bessere Aufnahme des Wirkstoffes sicher gestellt ist, hilft es, wenn Schwarzer-Pfeffer (Piperin) hinzu gegeben wird. Bei einigen Produkten ist Piperin bereits enthalten, bei anderen musst Du es zusätzlich hinzu fügen.

  • Tropfen: Hier ist Piperin schon enthalten. So kannst Du die Tropfen ganz einfach über das Futter Deines Hundes geben
  • Pulver: Beim Kauf von Pulver musst Du das Piperin selber hinzu fügen. Außerdem solltest Du beim Kauf von Pulver auf eine hohe Konzentration achten. Auch Pulver lässt sich sehr einfach dem normalen Futter hinzu fügen.
  • Kapseln: Achte beim Kauf von Kapseln darauf, dass Schwarzer-Pfeffer, also Piperin, enthalten ist. Kapseln sind zudem meist hochdosiert, sodass sie eine gute Wirkung zeigen und Du nicht selbst abmessen musst. Einige Hunde fressen Kapseln allerdings nicht gerne mit und spucken diese wieder aus
  • Paste: Sehr beliebt bei Hunden ist die „goldene“ Paste. Diese kannst Du einfach dem Futter hinzu geben. Einige Hunde mögen sie sogar so fressen. Praktisch ist, dass Du die Paste auch selber herstellen kannst (Rezept im Laufe des Textes). Aber Du kannst auch fertige Pasten kaufen, wenn Dir das Selbermachen zu viel Arbeit ist

Rezept für eine selbstgemachte Kurkumapaste – die goldene Paste

Wenn Du die Paste selbst herstellen möchtest, ist das kein Problem. Du solltest aber beim Kauf der Zutaten darauf achten, dass diese in Bioqualität sind. So schließt Du eine unnötige Belastung durch Pestizide oder andere unnötige Zusatzstoffe aus.

Für Die Herstellung benötigst Du folgende natürliche Zutaten

  • 60 Gramm gemahlenes oder frisches Kurkuma
  • 70ml Kokosöl
  • 2-3 Teelöffel frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer (Du kannst die Menge einfach berechnen: Es sollten immer 3% auf die Menge des Kurkumas gerechnet werden . also auf 100 Gramm Kurkuma kommen 3 Gramm schwarzer Pfeffer)
  • 250ml Wasser

Alternativ zum Kokosöl kannst Du auch Leinöl verwenden. Arbeite am besten mit Handschuhen, wenn Du gelbe Verfärbungen vermeiden möchtest.

Um die Wirkung zu erhöhen, kannst Du zudem Quercetin hinzufügen.

Zubereitung der Curcuma Paste

Nimm einen kleinen Topf und erhitze das Wasser zusammen mit dem Kurkuma. Es sollte aufkochen und vergiss bitte dabei das Rühren nicht. Nach dem Aufkochen lässt Du es bitte 8-12 Minuten bei geringer Wärmezufuhr ziehen. Wenn Du damit fertig bist, sollte eine feste Paste entstanden sein.

Als nächstes fügst Du das Kokosöl hinzu und erhitzt es kurz. Hierdurch wird das Kokosöl flüssig. Zu guter Letzt fügst Du nun noch den schwarzen Pfeffer hinzu.

Sollte die Konsistenz nicht passen, kannst Du Dein Ergebnis entweder mit Wasser verdünnen oder mit der Zugabe von Curcuma verdicken.

Nun kannst Du die Paste in ein Glas gießen und verschließen. Zum Abkühlen stellst Du es dann einfach in den Kühlschrank.

Die richtige Dosierung und Haltbarkeit der goldenen Paste

Aufbewahrt im Kühlschrank hält die selbstgemachte Paste in jedem Fall zwei bis drei Wochen. Wenn Du sie dosierst, solltest Du immer einen sauberen Löffel nehmen. Hierdurch vermeidest Du Verunreinigungen, die zu einer schnelleren Verderblichkeit führen können.

Wenn Du mit der Gabe der sogenannten Goldenen Paste (Name aufgrund der Farbe) beginnst, solltest Du Deinen Hund schrittweise daran gewöhnen. So kannst Du sicher sein, dass Dein Hund sie auch gut verträgt. Beginne erst mit einer kleinen Menge in Erbsensgröße. Verträgt Dein Hund sie gut, kannst Du die Menge dann nach und nach steigern. Außerdem empfehlen wir Dir, die Tagesration über den Tag verteilt zu geben, da der Stoffwechsel Deines Hundes Kurkuma schnell umsetzt.

Gib kleineren Hunden 2-3x am Tag 1/4 Teelöffel der Paste. Für mittelgroße Hunde erhöht sich die Menge auf einen halben Teelöffel – auch zwei bis drei Mal täglich. Für große Hunde ab zirka 40 Kilogramm wie zum Beispiel dem Irischen Wolfshund kannst Du pro Tag zwei bis drei Mal einen ganzen Teelöffel füttern.

Curcuma für Hunde – diese Produkte können wir Dir empfehlen

Wenn Du keine Lust hast, die Paste selber zu machen, ist das natürlich kein Problem. Denn inzwischen gibt es viele Anbieter, die Dir bereits fertige und hochwertige Produkte anbieten. Mit diesen drei Produkten haben wir die besten Erfahrungen gemacht:

Vitalpfoten Kurkuma Kapseln

Die Kurkuma Kapseln von Vitalpfoten werden in Deutschland produziert. Sie lassen sich leicht verfüttern und sind frei von Zusatzstoffen oder Allergenen – enthalten dementsprechend nur natürliche Zutaten. Hier ist Perprin bereits enthalten. Die Kapseln lassen sich leicht dosieren und werden von vielen Hunden gut angenommen.

Bio Kurkuma Pulver vom-Achterhof

Für die Herstellung der goldenen Paste benutzen wir das Bio-Pulver vom-Achterhof.

Es handelt sich hierbei, wie der Name bereits sagt, um Bio-Qualität aus einem kontrollierten Anbau. So kannst Du Dir sicher sein, dass weder künstliche Aromastoffe, noch Farb- oder Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder andere Zusätze enthalten sind. Es wird sogar von Hand abgefüllt. Außerdem wird es in einer nachhaltigen Verpackung geliefert.

Denke aber bitte daran, dass Du für die Herstellung der Paste auch noch die anderen Zutaten benötigst.

Terra Canis Goldene-Paste

Wenn Du keine Lust hast, die goldene Paste selber herzustellen oder einfach zur Sicherheit etwas auf Vorrat haben möchtest, ist die fertige Goldene Paste von Terra Canis eine tolle Alternative.

Neben den Inhaltsstoffen von Kokosöl, Pfeffer, Kurkuma enthält die Paste auch noch Aloe Vera und Camu Camu. Camu Camu ist für einen hohen Anteil an Vitamin C bekannt und Aloe Vera wirkt zudem zusätzlich positiv auf das Immunsystem, stärkt Abwehrkräfte und sorgt für mehr Vitalität.

Fazit Kurkuma für Hunde

Wie Du siehst, kannst Du auch mit der Gabe von natürlichen Heilmitteln das Wohlbefinden Deines Hundes deutlich steigern. Achte bitte bei der Gabe genau auf die Dosierung und die Qualität der Produkte und bespreche Dich unbedingt auch mit einem Tierarzt. Zusätzlich solltest Du auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten und regelmäßig eine Darmsanierung bei Deinem Hund durchführen.

Natürlich können wir Dir die Wirkung nicht versprechen, denn jeder Organismus ist anders. Allerdings haben wir bei unseren eigenen Hunden durchweg gute Erfahrungen gemacht und können guten Gewissens sagen: Ein Versuch ist es definitiv wert!

Hast Du Fragen zu diesem Thema oder vielleicht selbst schon Erfahrungen mit der Gabe von Kurkuma gemacht? Dann hinterlasse uns doch gerne ein Kommentar, wir freuen uns auf Deine Meinung.

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