Struvitsteine bei Hunden – alles über Diagnose, Behandlung und Vorsorge

Struvitsteine bei Hunden gehören zu einer der häufigsten Erkrankungen. Allein in meinem Bekanntenkreis hörte ich im letzten Monat von insgesamt drei Fällen. Auch wenn die Ursachen für Struvitsteine unterschiedlich sein können, gibt es doch einige Tipps, wie Du die Gefahr darauf bei Deinem Haustier vermindern kannst und wie Du bei einem Befund reagieren solltest.

Was sind Struvitsteine bei Hunden?

Struvitsteine sind eine Form von Harnsteinen. Sie bilden sich in der Blase und werden von da aus in die Harnröhre gespült. Die unterschiedlichen Harnsteine (Ursatzsteine) werden nach ihrer Zusammensetzung unterschieden. Struvitsteine sind die häufigste Art der Harnsteine bei Hunden und bestehen aus Phosphor und Magnesium. Optisch gesehen ähneln sie Kieselsteinen mit einer glatten Oberfläche. Bei der Kristallisation des Urins setzen sich bestimmte Stoffe ab und fügen sich zu einem Stein zusammen. Kleine Ablagerungen können mit dem Urin ausgeschieden werden. Ist diese „Ansammlung“ bzw. der Harnstein größer, ist dies für Deinen Hund nicht mehr möglich.

Wordurch entstehen Struvitsteine?

Der pH-Wert eines gesunden Hundes liegt bei 6,5 bis 7,5.  Ist der pH-Wert des Urins jedoch zu alkalisch bzw. basisch oder zu sauer, begünstigt dies die Bildung von Bakterien. Die Folgen sind meist, dass Harnkristalle bzw. Harnsteine entstehen, wie zum Beispiel Struvitsteine.

Deswegen solltest Du auch unbedingt davon absehen, Deinem Hund etwas von stark beworbenen Futterzusätzen zu geben, die braune Flecken auf dem Rasen vermindern, denn auch diese verändern den pH-Wert des Urins.

Leider kannst Du die Bildung von Struvitsteinen nicht komplett ausschließen. Dennoch kannst Du auf einige Punkte achten, um die Gefahr bei Deinem Vierbeiner zu verringern. Für die Entstehung gibt es nicht die eine Ursache, sondern kann von Hund zu Hund variieren. Deswegen musst Du diese auch unbedingt abklären lassen, um eine langfristige Lösung herbei zu führen. Mögliche Ursachen möchten wir Dir gerne nennen.

Gesundheitliche Vorbelastung

Eine typische Ursache für Struvitsteine ist eine Blasenentzündung. Bei einem Harnwegsinfekt begünstigen Bakterien die Veränderung des Urins, sodass dieser basisch wird. Sollte Dein Hund häufiger zu einer Blasenentzündung neigen, ist die Gefahr auf Struvitsteine als Folgeerscheinung leider recht wahrscheinlich. Sollte Dein Hund einen Harnwegsinfekt haben, empfiehlt es sich somit, regelmäßig den pH-Wert des Urins zu überprüfen. Generell kann dieses hilfreich sein, wenn Du einen jährlichen CheckUp beim Tierarzt machen lässt, denn der pH-Wert sagt viel über die Gesundheit Deines Hundes aus und wird leider häufig unterschätzt oder gar vergessen.

Die Rasse / Vererbung

Gerade bei Hunden gibt es einige Rassen, bei denen eine häufigere Bildung von Struvitsteinen festgestellt wird. Bei diesen Hunderassen musst Du also besonders auf alle Umstände achten. Häufig belastete Rassen sind die Bulldogge, der Dalmatiner, der Husky, der Mops und der Yorkshire Terrier. Es gibt aber noch weitere Rassen, die leider stark zu Harnsteinen neigen.

Gerade beim Dalmatiner ist dieses Problem stark ausgeprägt. Da diese Hunderasse eine genetische Veränderung bzw. einem Gendefekt hat, die die Purinverarbeitung betrifft. Sie produziert zu viel Harnsäure und zu wenig Urin. Zwar werden auch beim Dalmatiner häufig die Ablagerungen ausgeschieden, aber es kommt dennoch sehr gehäuft zu Blasenreizungen oder Steinchenbildung.

Struvitsteine beim Dalmatiner
Verschiedene Hunderassen wie der Dalmatiner sind häufiger von Blasensteinen betroffen als andere.

Geschlecht

Struvitsteine treten tatsächlich häufiger bei Hündinnen auf, da diese auch häufiger Harnwegsinfekte haben. Dennoch ist ein Rüde nicht ganz davon verschont, denn nur weil er keine Struvitsteine hat, kann es dennoch sein, dass er sich mit anderen Harnsteinarten „rumquälen“ muss. Gerade bei der Hunderasse Dalmatiner sind häufiger Rüden von der Bildung von Blasensteinen betroffen.

Trinkt Dein Tier genug?

Wenn Hunde nicht ausreichend trinken, begünstigt dies zudem die Bildung. Denn fehlt Flüssigkeit, ist der Urin besonders stark konzentriert und die Ablagerungen häufen sich. Deswegen solltest Du unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten.

Wie viel ein Hund trinken sollte, hängt zum einen natürlich auch von den Umgebungstemperaturen ab. Trinkt ein Hund an einem heißen Sommertag mehr, ist das erstmal nicht ungewöhnlich. Ein weiterer Indikator ist das Gewicht und die Größe Deines Hundes. Auch das Futter ist ein Einflussfaktor, denn ein ausgewogenes Nassfutter wie AniFit Hundefutter enthält Feuchtigkeit, während ein Trockenfutter dies selbstverständlich nicht bietet.

Um herauszufinden, ob Dein Hund ausreichend trinkt, kannst Du das Wasser im Napf vorher abmessen. Trinkt Dein Hund zirka 20-100ml pro Kilogramm Körpergewicht, ist es vollkommen im Normalbereich. Sollte Dein Hund ohne Grund jedoch deutlich zu wenig oder aber auch zu viel trinken – und das dauerhaft -, solltest Du handeln.

Ernährung

Du kannst es Dir mit Sicherheit vorstellen: Einer der häufigsten Auslöser für Harnsteine ist eine falsche Ernährung. Gerade wenn im Futter ein hoher Anteil Phosphor, Magnesium und / oder Calcium enthalten ist, besteht mit großer Wahrscheinlichkeit die Gefahr, dass sich Struvitsteine bilden. Neben der fehlenden Feuchtigkeit in Trockenfutter, befindet sich in vielen minderwertigen Futtersorten zudem ein zu hoher Anteil an Mineralstoffen.

Der Körper Deines Hundes kann diese Menge an Mineralstoffen nicht verarbeiten und es bilden sich erst Kristalle, die dann häufig zu einer Steinbildung werden.

Wie stelle ich fest, ob mein Tier Struvitsteine hat?

Die Symptome für Struvitsteine sind nicht eindeutig. Dennoch solltest Du bei folgenden Gegebenheiten einen Tierarzt aufsuchen und Deinen Hund abchecken lassen:

  • dauerhaft zu viel oder zu wenig trinkt
  • er einer der oben genannten Rassen ist
  • Du Blut im Urin findest
  • Dein Hund sehr häufig pinkelt und / oder immer nur kleine Mengen Urin lässt (nicht zu verwechseln mit markieren)
  • Du das Gefühl hast, Dein Hund hat Schmerzen beim Wasserlassen oder er muss sich dabei besonders anstrengen
  • er plötzlich inkontinent wird
  • Dein Hund schmerzempfindlich auf Berührungen am Bauch reagiert
  • plötzliche Wesensänderung

Du kannst auch zu Hause regelmäßig den pH-Wert des Urins Deines Hundes zusätzlich testen. Hierfür gibt es Teststreifen. Beachte aber, dass Blut im Urin den Test verfälschen kann. Sollte Dein Hund also gerade eine Blasenentzündung gehabt haben, kann der Test verfälscht werden.

Wie erfolgt die Diagnose durch den Tierarzt?

Auch Dein Tierarzt wird in den meisten Fällen als erstes den Urin Deines Hundes untersuchen. Es empfiehlt sich, zum Tierarztbesuch eine frische (maximal eine Stunde alte) Urinprobe mitzunehmen. Der Urin wird auf Kristalle und Blut untersucht. Auch der ph-Wert wird festgestellt. Am Urin kann außerdem festgestellt werden, ob Dein Hund zu wenig trinkt oder gegebenenfalls sogar eine falsche Futterauswahl die Ursache ist, denn auch die Mineralstoffdichte lässt sich bei der Urinuntersuchung bestimmen.

Im zweiten Schritt wird Dein Tierarzt vermutlich einen Ultraschall anfertigen. Hierfür ist im Normalfall keine Narkose notwendig. Der Vorteil der Ultraschalluntersuchung ist, dass Du hiermit sehr genau feststellen kannst, ob Harnsteine vorhanden sind. Sogar die kleinsten Steine lassen sich auf einem Ultraschallbild feststellen.

Sollte das Ultraschall zu keinem Ergebnis kommen, ist ein Röntgenbild möglich. Allerdings kannst Du mit dem Röntgenbild nur bestimmte Steinarten sehen, die eine bestimmte Größe haben. Deswegen wird dieses Verfahren eher selten angewandt. Dennoch solltest Du auf Deinen Tierarzt vertrauen.

Wenn der Stein operativ entfernt werden musste, empfiehlt es sich zudem, diesen analysieren zu lassen. Auch hierdurch kann heraus gefunden werden, was zu der Steinchenbildung geführt hat.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Struvitsteinen beim Hund?

Sollte Dein Hund Symptome zeigen, solltest Du selbstverständlich sofort zu einem kompetenten Tierarzt fahren. Es gibt unterschiedliche Wege, wie Struvitsteine behandelt werden können. Dieses ist natürlich auch vom Gesundheitszustand Deines Hundes abhängig, denn ist die Harnröhre durch Steine bereits komplett verschlossen, kann dies für Deinen Hund lebensbedrohlich werden!

Ein chirurgischer Eingriff

„Ist die Lage ernst“, wird mittels eines Katheters der Harngang und die Blase frei gespült. Sehr große Steine lassen sich häufig nur durch eine Operation entfernen.

Veränderung des pH-Werts Deines Hundes durch Futterzusätze

Sollten bei Deinem Hund Struvitsteine festgestellt worden sein, empfiehlt es sich, den Harn anzusäuern. Dieses kannst Du über die Paste Struvisan machen, die von Tieren auch sehr gerne angenommen wird. Der Harn wird hierdurch angesäuert und vorhandene Struvitsteine werden aufgelöst. Auch eine Prophylaxe ist hiermit möglich.

Struvisan von AniFit bei Struvitsteinen
Bei AniFit kannst Du Struvisan beziehen. Es eignet sich für Hunde und Katzen und wird gerne von den Tieren angenommen.

Struvisan kannst Du bis zu sechs Monate füttern. Wenn vorhandene Struvitsteine aufgelöst werden sollen, solltest Du den pH-Wert Deines Hundes unter 6,5 senken. Geht es darum, ein Wiederauftreten zu verhindern, reicht es, wenn Du den Harn-pH-Wert unter 7 senkst. Bitte mache dies aber bitte unter Anleitung des Tierarztes Deines Vertrauens.

Struvisan Paste
Wie Du siehst, ist Struvisan eine Paste. Viele Hunde und Katzen lecken es gerne einfach vom Löffel ab. Die Dosierung ist sehr einfach.

Wie lange dauert es, bis sich ein Struvitstein auflöst?

Die Auflösung eines Struvitsteine kann je nach Größe tatsächlich mehrere Wochen dauern.

Weitere vorsorgliche Behandlungsmöglichkeiten

Außerdem solltest Du Deinen Hund unbedingt auf ein hochwertiges Nassfutter umstellen. Zum einen ist in diesem Nassfutter bereits Flüssigkeit enthalten, zum anderen ist bei Qualitätsprodukten auch der Inhalt an Mineralstoffen gut abgestimmt. Achte bitte auf einen hohen Fleischgehalt. 75% ist das Minimum, gerne darf es auch mehr sein.

Wenn Dein Hund gerne Gemüse frisst, kannst Du ihm auch dieses wasserreiches Gemüse zusätzlich anbieten. Oder Du kannst einen leckeren Kong füllen, um Deinen Hund zur Aufnahme von Flüssigkeit anzuregen. Überprüfe bitte zusätzlich regelmäßig, ob Dein Hund auch wirklich ausreichend trinkt.

Struvitsteine vermeiden durch ausreichend Flüssigkeitsaufnahme
Achte darauf, dass Dein Hund ausreichend trinkt. Außerdem solltest Du auf eine gesunde Ernährung achten.

Fazit Struvitsteine beim Hund

Eine hundertprozentige Sicherheit hast Du nicht, dass Dein Hund nicht doch mal mit Blasensteinen in Berührung kommt. Dennoch kannst Du schon durch ein ausgewogenes und gesundes Futter sowie auch durch ausreichend Flüssigkeitsaufnahme einige Risikofaktoren einschränken. Achte bitte vor allem bei den oben genannten Hunderassen auf eine ausgewogene und rassespezifische Ernährung!

Für uns hat sich zudem bewährt, regelmäßig Schnelltests zu nutzen. Das ist einfach gemacht und bietet schon erste Anhaltspunkte.

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