Impfungen für Katzen – 3 Gründe, warum Du Deine Katze impfen solltest

Lesedauer 8 Minuten

Wusstest Du, dass Katzen besonders empfindlich gegenüber Infektionskrankheiten sind? Gerade Freigänger sind von diesem Thema häufig stark betroffen. Daher wollen wir mit Dir heute über das Thema Impfungen für Katzen sprechen und schauen, welche Impfung Sinn macht und in welchem Alter bzw. wie oft sie verabreicht werden sollte. Zudem gehen wir der Fragen auf den Grund, ob Wohnungskatzen nicht geimpft werden müssen. Gespannt? Dann lass uns los legen.

Warum sind Katzen eigentlich anfälliger für bestimmte Krankheiten

Was Du sicherlich auch schon beobachtet hast: Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, vor denen Du Deine Katze schützen solltest. Vielleicht hast Du schon mal von Leukose oder Katzenseuche gehört. Tollwut ist Dir mit Sicherheit ein Begriff. Aber warum betreffen diese Krankheiten vor allem Katzen?
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 Es wird vermutet, dass der Grund darin liegt, dass Katzen nicht so gut immunisiert gegen diese Krankheiten sind, also keine Antikörper gebildet haben und deswegen wiederum über keine oder nicht ausreichende Abwehrkräfte verfügen. Katzen sind Einzeljäger (Wichtig: Sie sind keine Einzelgänger). Dennoch sind sie aber eben auch keine typischen Rudeltiere. Das erschwert die Bildung von Antikörpern, weil sie seltener mit entsprechenden Krankheiten „nur leicht“ in Kontakt kommen.

Impfungen für Katzen – was bewirkt eine Impfung eigentlich?

Gerade in Zeiten von Corona wissen die meisten von uns wahrscheinlich, wie eine Impfung grundsätzlich funktioniert. Dennoch wollen wir auf dieses Thema noch mal kurz eingehen, da es aus unserer Sicht wichtig ist. Wie eben beschrieben, kamen Katzen während der Entwicklung nur selten leicht und über einen längeren Zeitraum mit einer Krankheit in Kontakt. Bei einer Infektion hatten sie keine Antikörper, die dieser Infektion etwas entgegen zu setzen hatten.

An diesem Punkt wird bei Impfungen für Katzen angesetzt. Sie erhalten ein Serum verimpft. Dieser Impfstoff regt den Körper an, Antikörper gegen die entsprechenden Krankheiten bzw. Krankheitserreger zu bilden. Einige Impfstoffe enthalten auch bereits Antikörper.

Durch diesen Vorgang kann Deine Katze also ein eigenes Schutzschild aufbauen, welches sich im Falle einer Infektion gegen die Krankheiten verteidigen kann. Das bedeutet übrigens nicht bei jeder Krankheit, dass sie sie nicht bekommen könnte. Aber der Verlauf ist gängigerweise deutlich milder als ohne eine Impfung.

Welche Impfungen für Katzen gibt es?

Wie in unserem Bericht Impfungen für Hunde bereits erwähnt, unterscheidet man zwischen Core- und Non Core-Impfungen. Core-Impfungen werden häufig auch als Pflichtimpfungen bezeichnet. Diese Bezeichnung ist aber irreführend, da es keine Impfpflicht für Katzen in Deutschland gibt. Du kannst sie besser als Grundimpfung sehen, die jede Katze erhalten sollte und auch von der Ständigen Impfkommission STIKO dringendst empfohlen werden. Core heißt übersetzt so viel wie „Kern“.

Dementsprechend sind die Non-Core-Impfungen Zusatzimpfungen, die Du nutzen kannst. Ob diese Impfungen für Deine Katze sinnvoll sind, solltest Du natürlich mit Deinem Tierarzt entscheiden und ist zudem auch noch abhängig von Deiner Katze und Deinem Umfeld.

Core-Impfungen – empfohlene Grundimpfungen für Katzen

Dringend von der STIKO in der Leitlinie „Aktuelle Impfempfehlungen der StIKo Vet für Kleintiere und Wiederkäuer“ empfohlen für Katzen sind folgende Impfungen:

Felines Calicivirus-Infektion

Grundsätzlich sollte jede Katze gegen eine Felines Calicivirus Infektion (kurz: FCV) geimpft sein. Dazu gehören auch Wohnungskatzen, denn die Erkrankung kann nicht nur über andere Katzen, sondern auch über uns Menschen übertragen werden. Die häufigsten Symptome einer Infektion sind Mundgeschwüre, Zahnfleischentzündungen und Nasenausfluss.

Zwar können sich Katzen von einer Erkrankung erholen, aber nicht selten ist dies ein langwieriger Prozess. Zudem gilt die Erkrankung als hoch ansteckend und wird auch übertragen, wenn eine andere Katze gar keine Symptome zeigt. Du kannst also nie mit Sicherheit sagen, ob Deine Katze gerade einem potenziellen Risiko ausgesetzt ist.Hunderunde
 Gegen FCV sollte Deine Katze übrigens im Abstand von bis zu drei Jahren wiederholt geimpft werden. Grund dafür ist, dass die Infektionsstämme sich immer wieder verändern. Auch kann es sinnvoll sein, dass bei den jeweiligen Impfungen unterschiedliche Vakazine (Impfstoffe) zum Einsatz kommen. Hierdurch wird versucht, Antikörper gegen verschiedene Mutationen bilden zu lassen.

Feline Herpesvirus- Infektion

Auch die Feline Herpesvirus-Infektion (kurz FHV) gilt als wichtig für Impfungen für Katzen.Vielleicht kennst Du die Bezeichnung Katzenschnupfen eher? Leider ist die Sterblichkeitsrate von bis zu 30% sehr hoch. Bei einer Infektion kommt es nicht selten zu einer Querinfektion mit anderen Viren und Bakterien, weswegen eine Diagnose bzw. Behandlung nicht einfach ist.

Gegen diese Erkrankung sollte Deine Katze unbedingt geimpft werden. Denn ist Deine Katze erstmal mit FHV infiziert, bleibt sie das auch ihr lebenlang. Dennoch kann die Impfung auch bei einer bereits infizierten Katze Sinn machen, um die Symptome zu reduzieren.

Die Imfpung wird in einem Abstand von bis zu drei Jahren empfohlen.

Panleukopenie (Katzenseuche)

Die STIKO empfiehlt, dass alle Katzen zu jeder Zeit gegen Panleukopenie geimpft sein sollten. Und das mit gutem Grund. Denn FPV ist auch unter dem Namen Katzenseuche bekannt und nicht nur hochansteckend, sondern auch sehr gefährlich.

Übertragen werden kann es sogar von uns Menschen, wenn wir es an Kleidung oder unseren Schuhen in die Wohnung tragen. Ist Deine Katze infiziert und ein Freigänger, so kann sie unzählige andere Katzen damit infizieren. Denn das Virus bleibt in Kot und Urin noch monatelang infektiös. Ist Deine Katze trächtig und infiziert, so überträgt sie das Virus auch an die ungeborenen Kitten. Die Sterblichkeitsrate ist extrem hoch. Deswegen solltest Du Deine Katze unbedingt impfen lassen.

Imfpungen für Katzen
Für die meisten Viren und Bakterien sind vor allem junge Katzen oder Katzen mit geschwächtem Immunsystem anfällig.

Du solltet Deine Katze im Alter von sechs bis acht Wochen impfen lassen. Die Impfung sollte im Abstand von drei bis vier Wochen bis zu einem Alter von 16 Wochen wiederholt werden. Danach wird eine Antikörperbestimmung empfohlen, damit Du sicher sein kannst, dass nicht erneut nachgeimpft werden muss. Nach einem Jahr wird erneut nachgeimpft, um eine Grundimmunisierung zu erreichen.

Nach der Grundimmunisierung wird zirka alle drei Jahre nachgeimpft.

Non-Core-Impfungen – mögliche Zusatzimpfungen für Katzen je nach Risiko

Nun lass uns gemeinsam einen Blick darauf werfen, welche Impfungen zusätzlich möglich sind und wann sie für Deine Katze Sinn machen.

Tollwut

Vielleicht bist Du überrascht, dass Tollwut nicht zu den Grundimpfungen zählt. Das liegt daran, dass Tollwut in Deutschland als ausgestorben gilt. Sollte Deine Katze allerdings über die Grenzen Deutschlands hinaus reisen, solltest Du auf die Tollwutimpfung nicht verzichten.

Sollte Deine Katze jedoch durch irgendeinen Grund mit einem Tier in Kontakt kommen, welches an einer Seuche erkrankt oder unter Verdacht dazu steht, ist Deine Fellnase besser gestellt gemäß der nationalen Tollwutverordnung.

Mit der Grundimmunisierung kann ab der 12 Lebenswoche begonnen werden und sollte insgesamt im Alter von 12 bis 16 Wochen drei Mal stattfinden.

Felines Leukämievirus-Infektion

Infiziert sich Deine Katze mit dem felinen Leukämievirus, so bleibt sie das auch lebenslang. Bis Du die Infektion bemerkst, kann das einige Monate dauern. Denn das Virus breitet sich Schritt für Schritt im Körper aus.

Da Infektion nicht nur das Knochenmark schädigen kann, sondern zusätzlich auch das Immunsystem deutlich schwächt, ist Deine Katze anfälliger für andere Erkrankungen. Infizierte Katzen neigen auch deutlich häufiger zu Krebs (u.a. Leukämie). Die FeLV ist zudem Auslöser für Katzenleukose.

Je besser das Immunsystem Deiner Katze aufgestellt ist, desto mehr Chancen bestehen, dass sie die Infektion auch dauerhaft gut übersteht. Eine Heilung ist wie gesagt nicht möglich. Zum Teil können Medikamente gegeben werden, damit es Deiner Katze besser geht.

Die Impfung gegen das Felines Leukämivirus (FeLV) wird für Katzen mit erhöhtem Risiko empfohlen.

Bordetellose

Eine Impfung gegen Bordetellose (Bordetella (B.) bronchispetica) verhindet zwar keine Ansteckung, sorgt aber durchaus für einen milden Verlauf. Sofern Deine Katze immunsupprimiert ist, sollte sie jedoch nicht geimpft werden. Auch sollte Deine Katze nicht mit diesem Impfstoff geimpft werden, wenn sie derzeit Antibiotika bekommt.

Die Impfung darf ab einem Mindestalter von 4 Wochen verarbreicht werden. Du solltest die Impfung spätestens nach 12 Monaten auffrischen lassen.

Auch wenn die Symptome bei einer Infektion schlimm klingen (die Bakterien greifen die Schleimhäute der Atemwege an), gehört auch diese Impfung zu den Non-Core Impfungen. Sie ist nur dann notwendig, wenn Deine Katze einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist.

Chlamydiose (Chlamydophila felis (Cp. felis)

Unter den möglichen Imfpungen bei Katzen gibt es auch die Chlamydiose-Impfung. Diese Impfung gegen eine Infektion mit Chlamydia ist jedoch nicht für jede Katze notwendig. Geimpft werden sollten lediglich Katzen mit einem erhöhten oder hohen Infektionsrisiko.

Bei Chlamydien handelt es sich um Bakterien, die sich zwischen Katzen auch leicht übertragen. Meist sind Katzen im Alter von 2 bis 12 Monaten betroffen. Kitten sind durch die Muttermilch geschützt. Bei erwachsenen Katzen bietet ein gesundes Immunsystem meist ausreichend Schutz gegen eine Infektion.

Soll Deine Katze gegen Chlamydien geimpft werden, so findet dies gängigerweise im Alter von 8 bis neun Wochen statt. Eine zweite Impfung folgt drei bis vier Wochen später. Für einen dauerhaften Impfschutz muss Deine Katze in einem Abstand von einem Jahr regelmäßig nachgeimpft werden.

Übrigens kannst Du durch die Impfung eine Infektion für Deine Katze nicht verhindern. Dennoch sorgst Du dafür, dass Symptome deutlich gelindert auftreten.

Dermatophytose

Wenn Du das Wort Dermatophytose hörst, weißt Du vielleicht nicht genau, was das bedeutet. Es handelt sich hierbei um eine Pilzinfektion. Die Pilzerkrankung befällt das Keratin von Haaren und Haut und kommt auch beim Hund vor (jedoch seltener als bei Katzen). Übrigens kann die Pilzerkrankung auch auf den Menschen übertragen werden (und andersrum).

Gerade Katzen mit einem geschwächten Immunsystem können anfälliger für Pilzerkrankungen sein.

Entscheidest Du Dich nach Absprache mit Deinem Tierarzt für eine Impfung, dann kann die erste Impfung ab einem Alter von 10 bis 12 Wochen erfolgen. Nach zwei Wochen sollte auf der anderen Körperseite nachgeimpft werden. Je nach Impfstoff besteht der Impfschutz für neun bis zwölf Monate.

Feline Infektiöse Peritonitis

Auch bei der Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) (verursacht durch das Feline Coronavirus (FCoV)), sind vor allem junge Jatzen gefährdet. Die meisten Infektionen entstehen im Alter von sechs Wochen bis zwölf Monaten. Je älter Deine Katze wird, desto niedriger ist das Infektionsrisiko.

Grundsätzlich gilt die Impfung gegen FIP als nicht empfehlenswert. Die Wirkung wird als stark eingeschränkt beschrieben.

Wann besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was ein erhöhtes Infektionsrisiko bedeutet?

Grundsätzlich haben Katzen ein höheres Infektionsrisiko, wenn sie sehr viel Kontakt mit anderen Katzen haben. Dies ist häufig in Katzenpensionen, Tierheimen oder auch in Katzenzuchten gegeben. Aber kann natürlich auch Freigänger betreffen.

Auch in einem Haushalt mit mehreren Katzen kann es sinnvoll sein. Besonders dann, wenn Deine Katzen mit gewissen Infektionen bereits konfrontiert werden. Sollte Deine Katze Vorerkrankungen haben, kann auch in diesem Fall eine Impfung dafür sorgen, dass die Risiken minimiert werden.

An dieser Stelle möchten wir Dir wieder den Ratschlag geben, Rücksprache mit einem Tierarzt zu halten. Er kann Dir helfen zu entscheiden, ob ein erhöhtes Infektionsrisiko gegeben ist und welche Impfungen für Deine Katze sinnvoll sind.

Unser Tipp: Du kannst Dir zu diesen Fragen auch einen kompetenten Rat über Dr. SAM einholen. Vereinbare direkt einen Termin. Klicke hierzu einfach auf das folgende Bild:

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Fazit: Impfungen bei Katzen

Grundsätzlich solltest Du mit Deinem Tierarzt über einen guten Impfschutz sprechen. Dieser kann das Risiko für verschiedene Impfungen einschätzen und Dir eine individuelle Empfehlung geben. Pauschal Impfungen für Katzen abzulehnen ist definitiv der falsche Weg. Viel wichtiger ist, es individuell für Deine Katze und Dein Umfeld entschieden wird.

Übrigens sind wir nicht im Detail auf die jeweiligen Krankheiten eingegangen. Das werden wir in kommenden Beiträgen machen, um Dir noch mehr Informationen zur Verfügung zu stellen.

Grundsätzlich ist der wichtigste Schritt, dass Du Dich umfassend informierst. Und wir hoffen, dass Dir unser Beitrag dabei geholfen hat. Berichte uns doch gerne in einem Kommentar, inwiefern Du zum Thema Impfungen bei Katzen stehst und welche Impfungen Deine Katze hat.

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