Dein Hund schmatzt? Liebenswerte Macke oder Warnsignal?

Jeder, der seinen Hund über einen längeren Zeitraum beobachtet, stellt zeitweilig fest, dass der geliebte Vierbeiner eine beliebige Angewohnheit entwickelt hat.
Falls dein Hund schmatzt, kann das eine liebenswerte Marotte sein. Es kann gleichermaßen ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Wie du den Unterschied erkennen kannst und was hinter dem Schmatzen steckt, erklären wir dir hier.

Harmlose und gefährlichere Ursachen, warum dein Hund schmatzt!

Hunde verfügen über diverse Arten, ihre Gefühle und Empfindungen zu zeigen. Ist dein Hund unerzogen, zeigt er Freude unter Umständen, indem er dich und deine Mitmenschen stürmisch anspringt. Viele Hunde reagieren auf unangenehme Geräusche, wie die Sirenen von Rettungsdienst und Polizei, mit lautem Jaulen. Feuerwerke werden von schusshitzigen Hunden mit Kläffen und erhöhter Bewegung quittiert.

Falls dein Hund schmatzt, kann dies ein Zeichen für Entspannung, Unterwerfung, Langeweile, Schmerzen und Erwartungen sein, die der Hund gerade an dich und seine Umwelt hat.
Du erkennst, dass nicht alle Schmatzer, mit denen dich dein Hund zum Lachen bringt oder zur Weißglut treibt, gesundheitlich bedenkliche Formen des Schmatzens sind.
Ungeachtet dessen gibt es Schmatzer, die anzeigen, dass eine Erkrankung vorliegt, die in jedem Fall vom Tierarzt abgeklärt werden sollte.

Um die Situationen herauszufinden, in denen dein Hund schmatzt, und ob du mit ihm zu einem Tierarzt gehen solltest, ist es wichtig, dass du deinen Vierbeiner kennst und gut beobachtest.
Du solltest einordnen können, ob es krankhafte Ursachen haben kann, wenn dein Hund schmatzt.

Hier ist es in Ordnung, dass dein Hund schmatzt

Erwartung auf Futter und Bettelverhalten

Bei leckerem Futter und gut riechenden Lebensmitteln, die gerade auf deinem Tisch stehen, läuft deinem Hund buchstäblich das Wasser im Mund zusammen. Das Gefühl ist dir bestimmt bekannt. Kommst du an einem leckeren Geruch vorbei, reagieren deine Speicheldrüsen im Mund und produzieren Speichel in Erwartung auf die gut duftende Nahrung. Dein Hund reagiert ähnlich.
Der Speichel sammelt sich im Überfluss im Fang deines Vierbeiners und läuft aus dem Maul oder wird geschluckt. Bei dieser Aktion können deutlich hörbare Schmatzgeräusche und Schluckgeräusche entstehen.

Mundpflege

Der Hund schmatzt nach dem Fressen, um sich die Zähne, die Lefzen und das Maul zu reinigen und dieses von Speiseresten zu befreien.
Hält das Schmatzen nach dem Essen über längere Zeit an und wird lauter und intensiver, solltest du einen Blick in das Maul von deinem Hund werfen.
Störende Reste von Futter, Knochen und Gras können zwischen den Zähnen hängen geblieben sein. Dein Vierbeiner will sie loswerden und wird so lange schmatzen und mit der Zunge spielen, bis alles in Ordnung ist.

Der Hund schmatzt beim Training

Es gibt Situationen während des Trainings, bei denen dein Hund sich unsicher ist, wie er sich verhalten soll.

Als Beispiel eine Trainingssituation:
Du hast deinem Hund beigebracht, dass er ein Apportel holen und zu dir bringen soll. Er weiß, wie es funktioniert und die Kommandos sind deinem Vierbeiner bekannt. Innerlich will er dir seine Beute aber nicht bringen. Er will sie unter allen Umständen behalten.
Dein Kommando wird schärfer und der Hund kommt widerstrebend und überlässt dir sein Apportel. Unsichere Hunde fangen an zu schmatzen. Du musstest deinen Ton verschärfen, um in den Besitz des Apportel zu kommen. Der Hund schmatzt und erkennt nicht, ob er jetzt Lob oder Tadel von dir für sein Verhalten erhält. Er zeigt mit dem Schmatzen ein unterwürfiges Verhalten, um nicht gestraft zu werden.

Der Hund schmatzt im Schlaf und bei Entspannungsphasen

Kennst du das? Dein Partner oder dein Kind liegen bei dir im Bett und auf dem Sofa und plötzlich hörst du dieses Schmatzgeräusch? Bestimmt kennst du eine derartige Situation. Niemand, weder Mensch noch Tier können sich davon freisprechen. Es gibt Momente, in denen sich der Körper zufrieden entspannen will und der Mund mit einem Schmatzer reagiert. Die Zunge bewegt sich während der Einschlafphase im Mund hin und her und man fällt in den seligen Schlummer.

Sollte dein Hund im Schlaf und in seinem Körbchen kurz vor der Entspannungsphase anfangen zu schmatzen, musst du dir keine Sorgen machen. Die Schmatzer, die in dieser Phase entstehen, sind ruhige, kleine Laute, denen du anhörst, dass die Welt für ihn absolut in Ordnung ist.

Vor allem bei Welpen und Junghunden treten diese Schmatzgeräusche im Schlaf auf. Aber auch ältere Hunde verarbeiten aufregende Tagesereignisse und neu erlebte Dinge im Traum und machen es wie der Mensch.

Hund kann beim Schlafen schmatzen
Wenn Dein Hund beim Schlafen genüßlich schmatzt, ist das nicht unbedingt besorgniserregend.

Übrigens: Ein paar Hunde schmatzen vor lauter Wohlbefinden, wenn sie ausgiebig gestreichelt werden und sich im Dreck oder auf der Wiese wälzen.

Schmatzen als Ausdruck von Unterwerfung

Im Beispiel Training habt ihr gelesen, dass ein Hund schmatzt, wenn er unsicher ist. Er unterwirft sich euch. Dieses Verhalten legt er unter anderem im Umgang mit Artgenossen an den Tag, falls diese ihm überlegen sind.
Der unterlegene Vierbeiner wendet sich mit einem Schmatzen von dem dominanteren Tier ab und zeigt auf diese Weise seine Unterwürfigkeit.
Dieses Verhalten ist für den Menschen kaum sichtbar. Es gehört zur Kommunikation zwischen den Hunden und wird von anderen Körpersignalen begleitet.

Der Hund schmatzt zwecks Aufmerksamkeit und aus Langeweile

Ältere Hundesemester kennen ihren Menschen gut. Ein paar dieser Rentner zeigen dir mit Schmatzen an, dass sie ein Bedürfnis haben, das erfüllt werden muss.
Sie können dir mit den leisen, kleinen Schmatzlauten mitteilen, dass sie vor die Tür müssen. Zudem zeigen sie an, dass sie Beschäftigung und persönliche Aufmerksamkeit in Form von Streicheleinheiten wünschen oder das es ihnen nicht gut geht.

Als Übersprungshandlung tritt das Schmatzen vor allen Dingen bei jungen Hunden auf, die sich langweilen und die aufgeregt sind.
Dieses Schmatzen kann sich auf Dauer zu einer Marotte entwickeln, die dem Hund abgewöhnt werden sollte. Ständiges Schmatzen ist vergleichbar mit andauerndem Fiepen. Irgendwann wird es dir mächtig auf die Nerven gehen und dein Verhältnis zum Hund kann darunter leiden.

Abgewöhnen lässt sich diese Art Schmatzen, indem du herausfindest, was der Hund kompensieren will. Hat er Langeweile, solltest du dir Dinge einfallen lassen, die ihn aus dieser Langeweile herausholen. Sorge für ausreichend Beschäftigung. Aber Achtung: Zum Zeitpunkt des Schmatzens mit einem interessanten Spiel anzufangen, kann genau das Gegenteil bewirken. Der Hund lernt schnell, dass er mit dem Schmatzen deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit bekommt.
Ist er unsicher musst du ihn festigen und ihm Wege aus dieser Unsicherheit heraus zeigen.
Hat er Schmerzen, geh mit ihm zum Tierarzt.

Der Hund schmatzt! Wann ist der Besuch beim Tierarzt angesagt?

Anhaltendes und lautes Schmatzen, das sich über mehrere Tage zeigt, kann ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme beim Hund sein. Ist dir aufgefallen, dass dein Hund nicht aus Langeweile schmatzt oder weil er Aufmerksamkeit haben will, muss du das Schmatzen genauer beobachten. Bist du dir sicher, dass er nichts zwischen den Zähnen hat, sich andere Symptome, wie andauerndes Lecken, Schmerzäußerungen, Verhaltensänderungen und Änderungen im Aussehen deines Hundes bemerkbar machen, solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
Schmatzt dein Hund und bekommst du den Eindruck, dass Tonalität oder die Art des Schmatzen von Unwohlsein zeugen, warte nicht, bis sich der Zustand verschlechtert und sich zusätzliche Symptome zeigen.

Bedenklich Ursachen, dass Dein Hund schmatzt

Probleme im Mund-, Nasen- und Rachenraum

Mundraum

Hunde können Karies und Zahnschmerzen bekommen. Falsches Futter, viele Kohlenhydrate und Essensreste machen den Zähnen deines Hundes Probleme. Es bilden sich Zahnstein und Karies. Beides kann zu Schmerzen führen, die dafür sorgen, dass der Hund schmatzt.
Vermindern kannst du dieses Risiko, indem du dem Hund als Welpe beibringst, sich die Zähne regelmäßig putzen zu lassen. Kauknochen helfen, den Zahnstein zu reduzieren und die Zähne in Ordnung zu halten.
Kontrollier regelmäßig, ob sich bei deinem Hund Zahnstein gebildet hat und hilf ihm, Reste zwischen den Zähnen loszuwerden.

Mensch zeigt Zähne vom Hund
Wenn Dein Hund schmatzt, kann es Probleme im Maulbereich geben. Kontrolliere es zur Sicherheit.

Erkältung

Eine Erkältung, bei der die Mandeln anschwellen und die Probleme mit einer verstopften Nase mit sich bringt, kann ebenfalls eine Ursache für starkes Schmatzen sein. Erkältungen durch Viren heilen bei Hunden wie bei Menschen und benötigen Zeit und Ruhe zum Ausheilen.
Um dir sicher zu sein, dass es sich um eine einfache Erkältung handelt, geh mit deinem Vierbeiner beim Tierarzt vorbei.
Ist die Nase ständig trocken, versucht der Hund diese mithilfe der Zunge zu befeuchten. Es entsteht das typische Schmatzgeräusch. Eine Hundenase, die über einen Zeitraum von mehreren Tagen trocken bleibt, muss durch den Tierarzt abgeklärt werden. Die trockene Nase kann Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein.

Der Hund schmatzt? Anzeichen für Magen-, Darmprobleme rechtzeitig erkennen

Schmatzen in Zusammenhang mit anderen Symptomen ist ein Anzeichen, dass der Hund Probleme mit dem Magen-, Darmtrakt haben kann. Einerseits können diese Erkrankungen ein simples, schnell zu lösendes Problem sein, andererseits können sie, zum Beispiel bei einer Magendrehung, lebensgefährliche Ausmaße für deinen Vierbeiner haben. Lies hier zum Thema Darmprobleme und Darmsanierung.

Treten zum Schmatzen zusätzliche Begleiterscheinungen, wie Erbrechen, Durchfall, Mundgeruch und Schmerzen auf, ist ein zügiger Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Hier kann sich von Sodbrennen, über Diabetes bis hin zur Magendrehung vieles hinter dem anhaltenden Schmatzen verstecken. Diese Dinge kann ausschließlich der Tierarzt abklären.

Das Anzeigen von Schmerzen, indem der Hund schmatzt?

Hunden dient das Schmatzen als Gefühlsäußerung und Lautäußerung. Es ist nicht verwunderlich, dass sie mit dem Schmatzen auf Schmerzen und Unwohlsein aufmerksam machen. Fängt dein Hund an zu schmatzen, falls du ihn an einer bestimmten Stelle berührst, kann dies ein Anzeichen für Schmerzen sein. Es muss nicht so gedeutet werden, aber du solltest das Verhalten und das Schmatzen deines Hundes in einem solchen Fall genauer im Auge behalten. Lies hier welche Schmerzmittel für Hunde geeignet sind.
Kommt zum beständigen Schmatzen zusätzlich eine Haut- und Fellveränderung hinzu, such deinen Hund nach Parasiten ab, die dieses Unwohlsein auslösen und deinen vierbeinigen Freund stören.

Fazit

Ein Hund schmatzt aus vielen Gründen. Um herauszufinden, ob es sich beim Schmatzen deines Hundes um eine liebenswerte, nervende Macke oder eine ernsthafte Erkrankung handelt, solltest du deine Beobachtungsgabe nutzen, und im Zweifel lieber einmal mehr den Tierarzt zurate ziehen.

Die meisten Schmatzgeräusche, die dein Hund von sich gibt, sind ungefährlich. Die gefährlichen sollten bei Bedarf dringend medizinisch geklärt werden.

 

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