Hund das Bellen abgewöhnen – diese Möglichkeiten hast Du

Wenn Dein Hund viel bellt, kann das schon mal zu einem Problem werden. Gerade dann, wenn Du in einer Mietwohnung lebst oder sich die Nachbarn beschweren. Es ist gesetzlich geregelt, wie viel ein Hund maximal bellen darf. Und natürlich solltest Du Deinem Hund erlauben, auch mal bellen zu dürfen – so lange dies in Maßen passiert. Sollte Dein Hund aber übermäßig häufig bellen, zeigen wir Dir, wie Du Deinem Hund das Bellen abgewöhnen kannst.

Hund das Bellen abgewöhnen – Hunderassen, die wenig bellen

Bellen gehört zur Kommunikation wie bei uns Menschen das Sprechen. Deswegen solltest Du einem Hund das Bellen auch nicht komplett verbieten. Allerdings kannst Du bei der Auswahl Deiner Hunderasse bereits vermeiden, dass Du einen bellfreudigen Hund zu Hause hast. Denn es gibt Hunderassen, die viel bellen und Hunderassen, die tendenziell eher wenig bellen. Natürlich ist das keine Garantie, denn jeder Hund ist ein Individuum, aber bevor Du Deinem Hund das Bellen abgewöhnen musst, kannst Du auch vor dem Einzug darauf achten, einen eher ruhigeren Vertreter zu wählen.

Diese Hunderassen bellen wenig

Aber Achtung: Die Hunderassen Mops und Französische Bulldogge gehören zu den brachycephalen Hunderassen. Die Nase ist besonders kurz gezüchtet, weswegen die Hunde unter Atemnot und anderen gesundheitlichen Problemen leiden. Daher können wir den Kauf dieser Rassen nicht empfehlen.

Diese Hunderassen bellen viel

Es gibt auch Hunderassen, die für ihre Bellfreudigkeit bekannt sind. Dies sollte Dir bewusst sein, wenn Du Dir einen solchen Hund ins Haus holst. Somit wird es hier schwieriger, dem Hund das Bellen abzugewöhnen, denn es gehört einfach zu ihnen dazu.

Häufig zeigt es sich, dass vor allem kleinere Hunderassen mehr bellen als große Vertreter ihrer Art.

Hund das Bellen abgewöhnen
Einige Hunderassen sind bellfreudiger als andere. Dies kannst Du bei der Wahl Deines Hundes bereits berücksichtigen.

Hund das Bellen abgewöhnen – so viel Bellen am Tag ist erlaubt

Bevor Du daran denkst, ob Du Deinem Hund das Bellen abgewöhnen musst, weil sich jemand beschwert, kannst Du Dich erstmal erkundigen, wie viel am Tag ein Hund bellen darf. Natürlich ist es für Nachbarn oder andere Mieter nervig, wenn der Hund durchgehend bellt – und auch für Deinen Hund ist es purer Stress! Aber ein gewisses Maß an Bellen ist erlaubt.

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Gemäß eines Urteils des OLG Köln muss Dein Nachbar bellen im Garten täglich nicht mehr als 30 Minuten ertragen. Zudem darf es nicht länger als 10 bis 15 Minuten am Stück sein. Zwar ist zudem die Länge davon abhängig, wo Du wohnst, denn in der Stadt ist eine solche Störung weniger ortsüblich und unwesentlich als auf dem Lande, aber dennoch solltest Du Dich an diese Vorgaben halten.

Zudem ist es noch wichtig, wann Dein Hund bellt. In der Zeit von 22Uhr bis 6Uhr und in der Mittagszeit von 13 bis 15Uhr (unabhängig vom Wochentag) gilt eine allgemeine Ruhezeit. Hier werden Verstöße schneller geahndet. Zusätzliche Regelungen können auch von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein und sind zum Teil auch auf Landesebene geregelt.

Ein Wuff ist also nicht schlimm. Sollte Dein Hund aber andauernd Bellen, solltest Du im Interesse aller Deinem Hund das Bellen abgewöhnen!

Hund das Bellen abgewöhnen – Warum bellen Hunde?

Bellen ist ein Kommunikationsmittel wie bei uns Menschen die Sprache. Natürlich kommunizieren unsere Hunde nicht nur über die Stimme, sondern auch über Körpersprache und Mimik, aber dem Hund seine Stimme ganz abzusprechen, halte ich für falsch. Das Bellen dient als Warnsystem, zum Abschrecken, als Ausdruck der Freude und vieles mehr.

Sollte Dein Hund aber durchgehend Bellen, kann das auch purer Stress sein! Häufig steigern sich Hunde immer weiter in dieses Verhalten und kommen von alleine nicht mehr heraus. Stress in gewissen Formen und gewisser Menge steckt ein Hund gut weg und ist sogar für die Entwicklung durchaus wichtig, aber zu viel Stress ist gesundheitsschädigend – sowohl physisch als auch psychisch! Und sind wir doch mal eherlich: Dauerhaftes Kläffen kann nerven! Genauso wie ein Mensch nerven kann, der ununterbrochen redet.

Um dem Hund das Bellen abgewöhnen zu können, solltest Du Dir also Gedanken machen, warum Dein Hund so viel bellt. Wenn Du Dir selbst nicht sicher bist, ziehe einen Hundetrainer oder Hundeverhaltenstherapeuten hinzu. Hier ein paar Gründe, warum Hunde viel bellen:

Wie kann ich meinem Hund das Bellen abgewöhnen?

Sicher kannst Du es Dir nun schon vorstellen: Der Trainingsansatz ist davon abhängig, warum Dein Hund bellt. Deswegen solltest Du die Situationen, in denen Dein Hund zum „Kläffer“ wird, auch genau analysieren. Du kannst Dir die Situationen am besten notieren oder generell ein Tagebuch führen: Wann war Dein Hund besonders ruhig und wann ging es besonders laut einher? Bellt er nur drinnen oder nur draußen? Gibt es bestimmte Auslöser?

Wenn Du die Ursache kennst, kannst Du mit dem Training beginnen. Auch an dieser Stelle möchte ich noch mal darauf hinweisen: Wenn Du Dir nicht sicher bist, was und wie Du es machen solltest, dann suche Dir professionelle Hilfe! Auch kann der Besuch einer kompetenten Hundeschule Sinn machen.

Trennungsangst

Bellt Dein Hund, wenn Du das Haus ohne ihn verlässt, so kann dies auf Trennungsängste hindeuten. Dein Hund kann nicht gut alleine bleiben. Also solltest Du unbedingt mit ihm das Alleine bleiben besser trainieren. Wie Du das genau machst, erfährst Du in unserem Beitrag den Hund alleine lassen. Übrigens kann das Bellen beim Alleinsein aber auch auf einen Kontrollverlust hindeuten. Dein Hund „ärgert“ sich darüber, dass er Dich nicht mehr kontrollieren kann.

Territoriales Verhalten

Hunde verteidigen typischerweise ihr Territorium. Gerade wachsame Hunderassen sind dafür bekannt und Bellen lautstark, um den Eindringling fern zu halten. Möchtest Du Deinem Hund das Bellen abgewöhnen, sodass er nicht mehr am Gartenzaun wie wild pöbelt? Dann solltest Du klare Grenzen einführen. Du gehst zuerst in den Garten, Du kontrollierst auch den Gartenzaun. Zudem ist es hilfreich, dem Hund im Garten einen festen Platz zuzuweisen. Du kannst Deinem Hund auch eine Aufgabe geben, wenn er im Garten ist – zum Beispiel auf ein Spielzeug aufpassen.

Hund das Bellen abgewöhnen
Zuerst musst Du die Ursache finden, warum Dein Hund so viel bellt. Dann kannst Du das Training beginnen, indem Du an der Ursache arbeitest.

Solche Hunde solltest Du nicht alleine im Garten lassen, da sie immer wieder dieses Verhalten zeigen werden.

Langeweile/mangelnde Frustrationstoleranz/Überforderung

Viele Hunde bellen, weil sie einfach unterfordert sind. Die meisten Hunderassen wurden ursprünglich für eine bestimmte Aufabe gezüchtet – sei es das Jagen, das Hüten oder das Wachen. Heute werden viele Hunde als reine Familienhunde gehalten und erhalten kaum Beschäftigung. Aber nicht nur eine körperliche Auslastung ist wichtig, sondern auch eine geistige (je nach Hunderasse).

Deswegen solltest Du Deinen Hund gezielt auslasten. Welche Beschäftigung die Richtige ist, ist von Euren Wünschen und Stärken abhängig. Hast Du jedoch einen Hund, der schnell aus der Haut fährt, macht ein ruhigerer Sport Sinn. Besonders artgerecht ist zum Beispiel das Mantrailing, bei dem Dein Hund Körper und Geist einsetzen muss. Aber auch ZOS, Dummytraining, Hundetricks und viele weitere tolle Dinge können zu einem zufriedeneren und somit auch meist ruhigeren Hund führen. Beachte dabei auch, dass einige Hunderassen mehr Auslauf benötigen als andere – gerade die Schlittenhunde wie der Husky wollen laufen – und zwar nicht nur ein Mal um den Block!

Allerdings kann zu viel Beschäftigung auch schnell ins Gegenteil umschlagen: Überforderung. Deswegen solltest Du auch für ausreichend Ruhe sorgen. Unterstützen kannst Du dies beispielsweise mit dem Deckentraining.

Unsicherheit / Angst

Sehr viele Hunde bellen aus Unsicherheit und Angst. Sie machen sich hierdurch „größer als sie sind“ und wollen sich schützen. Zwar stimmt der Spruch „Hunde, die bellen, beißen nicht“ nicht ganz, aber Du verstehst sicherlich, was ich damit meine. Meist fördern wir dieses Verhalten auch noch durch eigene Unsicherheit.

In diesem Fall musst Du also an mehreren Baustellen arbeiten, um dem Hund das Bellen abgewöhnen zu können: Du musst an Dir arbeiten, damit Du souverän auftrittst und Dinge für Deinen Hund regeln kannst.

Auch solltest Du genau schauen, welche Situationen Deinen Hund beängstigen und mit ihm daran arbeiten. Schaffe positive Erfahrungen, taste Dich langsam an den „Feind“ heran. Lernt Dein Hund, dass er gemeinsam mit Dir vermeintliche Gefahren überwinden kann, so wird dies Eure Bindung ungemein stärken. Daher solltest Du Deinem Hund in Notsituationen auch Sicherheit bieten. „Da muss er jetzt durch“ sollte es nicht geben – sondern ein „das schaffen wir gemeinsam“!

Stress / Reaktivität / Übersprungshandlungen

Viele Hunde bellen, wenn sie in Stress geraten. Das Bellen dient dann als Übersprungshandlung, weil sie mit gewissen Situationen nicht klar kommen. Ist ein Hund besonders reizsensibel, so nennt man dieses Verhalten auch Reaktivität.

Für solche Hunde ist es besonders wichtig, dass sie ausreichend Ruhe halten, da sie erlebtes meist schlechter verarbeiten oder länger benötigen, um sich zu erholen. Achte darauf, dass Du Deinem Hund nicht zu viel zumutest und gehe behutsam im Training vor. Verlange nicht zu viel und sorge dafür, dass Dein Hund entspannen kann. Dies kann auch durch ein ausgelassenes Spiel sein, an dem Dein Hund Spaß hat. Sehr hilfreich ist auch Lecken! So kannst Du Deinem Hund zum Beispiel mal einen leckeren Kong anbieten.

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Krankheiten

Bellt Dein Hund ständig und Du kannst keine Ursache dafür feststellen, kann dies auch auf eine Krankheit hindeuten. Dies ist zwar eher selten, aber ich möchte dennoch darauf hinweisen. Also solltest Du Deinen Hund auch immer gründlich durchchecken lassen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist gar nicht selten der Grund dafür, dass Hunde „vollkommen ausrasten“ und nicht mehr ansprechbar sind. Zum Glück ist dies in den meisten Fällen inzwischen gut behandelbar.

Aber nur weil Dein Hund viel bellt, ist er nicht automatisch krank! Glaub mir: In den meisten Fällen steckt keine Krankheit dahinter!

Hund das Bellen abgewöhnen – weitere Tipps

Biete Deinem Hund eine Stuktur, auf die er sich verlassen kann. Das hilft gerade leicht gestressten und unsicheren Hunden. So solltest Du einige Regeln in Euren Alltag einführen. Dies kann zum Beispiel sein, dass Du immer zu erst in den Garten gehst und er Dir erst auf Abruf folgen darf. Nutze dies, um den Garten vor den Augen Deines Hundes abzuchecken. So zeigst Du ihm, dass Du alles im Griff hast. Klingt komisch? Funktioniert aber! Da spreche ich aus eigener Erfahrung mit meiner Australian Shepherd Hündin Mira, die stark territorial veranlagt ist.

Ein weitere Regel kann sein, dass er erst nach Dir aus der Haustür treten darf oder auf ein gewisses Kommando hinter Dir laufen muss. Bellt Dein Hund vor allem andere Passanten an, ist es generell hilfreich, dem Hund eine gute Leinenführigkeit beizubringen.

Viele Hunde werden auch ruhiger, wenn sie eine Aufgabe haben – gerade die typischen Arbeitsrassen. So kann Dein Hund zum Beispiel etwas tragen – einen Dummy oder beispielsweise seine Leine.

Hund das Bellen abgewöhnen durch eine Aufgabe
Viele Hunde werden ruhiger, wenn sie eine Aufgabe haben. So kannst Du Deinem Hund zum Beispiel beibringen, dass er die Leine trägt.

Fazit: Hund das Bellen abgewöhnen

Wie Du siehst, geht es bei dem Training gar nicht darum, dem Hund das Bellen abzugewöhnen sondern die Ursache für das viele Bellen zu finden und daran zu arbeiten. Generell gibt es Hunde, die mitteilsamer sind und Hunde, die ruhiger sind. Dies gehört zum Teil auch zum Charakter und sollte bis zu einem gewissen Grad auch von Dir akzeptiert werden.

Nimmt es Überhand, solltest Du an der Ursache arbeiten und nicht an dem Bellen selbst. Deswegen bringen Dir sogenannte Anti-Bell-Halsbänder auch überhaupt nichts! Denn sie behandeln die Symptome und nicht die Ursache. Im schlimmsten Fall kann Dein Hund später gewisse Handlungen durch Bellen nicht mehr anzeigen und geht direkt zum Angriff über!

Eine Trainingsmethode für einen sofortigen Bellstopp gibt es nicht. Es bedeutet Arbeit – aber Du kannst dieses auch als Möglichkeit nutzen, um an Eurer Bindung und Eurem Vertrauen zu arbeiten.

Und noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Ich habe meiner Hündin das Bellen auf Kommando beigebracht. Alles, was sie auf Kommando kann, kann ich somit auch stoppen 🙂

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