Territoriales Verhalten und territoriale Aggression beim Hund – 5 Tipps

Lesedauer 11 Minuten

Kennst Du das? Dein Hund pöbelt durchgehend am Gartenzaun? Jeder Mensch und jeder Hund wird lautstark gemeldet und Dein Grundstück wird gegen alles und jeden verteidigt? Vielleicht bewacht Dein Hund aber auch das Haus besonders gut. Territoriales Verhalten ist für viele Hunde und Hunderassen keine Seltenheit. In unserem Beitrag wollen wir Dir eine Hilfestellung und Trainingstipps geben. Und natürlich helfen wir Dir, Deinen Hund besser zu verstehen.

Was versteht man unter der Bezeichnung „Territoriales Verhalten“?

Vielleicht fragst Du Dich nun, wann man überhaupt von einem territorialen Verhalten spricht. Damit Du das Verhalten Deines Hundes und seine Gründe dafür besser verstehst, lass uns mal ganz genau einen Blick drauf werfen.

Was ist für unsere Hunde ein Territorium?

Das Wort Territorium bedeutet übersetzt ganz einfach Gebiet, Bezirk, Land oder kann auch Herrschaftsbereich oder Grund und Boden bedeuten. Territoriales Verhalten bedeutet weiter gedacht, dass Dein Hund einen bestimmten Bereich als sein Territorium betrachtet. Welcher Bereich das ist, kann unterschiedlich sein. So ist es zwar möglich, dass Hunde grundsätzlich territoriales Verhalten zeigen. Manche Vertreter zeigen es aber nur an einem ganz bestimmten Ort (zum Beispiel der Wohnung, dem Grundstück sowie manchmal auch im Bereich Eure typischen Spazierrunde oder dem Auto).

Nicht zu verwechseln ist das Territoriale Verhalten mit einer Ressourcenverteidigung, bei dem Dein Hund einen bestimmten Gegenstand verteidigt. Dies kommt zwar durchaus gemeinsam vor, da Dein Hund meist in seinem Territorium auch bestimmte Ressourcen wie Nahrung, Schlafplatz, Wasser, Spielzeuge und mehr hat. Allerdings ist es kein Muss, dass Dein Hund Ressourcen (Dinge) verteidigt.

Vielleicht ist Dir schon mal aufgefallen, dass Dein Hund besonders viel am Gartenzaun bellt? Oder er aus der Haut fährt, sobald es an der Haustür klingelt? Eventuell fallen Dir aber auch die Hundebegegnungen mit Deinem Hund im näheren Umkreis Eures Zuhauses besonders schwer und Dein Hund wird nur dort zum Leinenrambo? All das deutet auf territoriales Verhalten bzw. territoriale Aggression hin.

Meist wird in diesem Territorum dann besonders viel markiert, gescharrt und patrouilliert. Allerdings gibt es durchaus auch Hunde, die schon nach kurzer Zeit eine neue Umgebung als ihr Territorium betrachten. Ein kleines Beispiel: Du fährst mit Deinem Hund in den Urlaub und mietest ein schönes Ferienhaus. Manche Hunde zeigen auch schnell in diesem Ferienhaus (und ggf. auch im Garten) territoriales Verhalten.

Territoriales Verhalten beim Hund kann sich auch nur bei Menschen oder Hunden oder anderen Lebewesen zeigen. In den meisten Fällen reagieren Hunde aber auf alle „Eindringlinge“ in ihrem Revier, wenn sie territorial veranlagt sind.

Wann entsteht territoriales Verhalten?

Die meisten Hunde bringen eine genetische Grundveranlagung mit. Aber auch erlerntes Verhalten und Erfolge beim gezeigten Verhalten beeinflussen Deinen Hund natürlich. In den meisten Fällen fängt Territorialverhalten mit dem Erwachsen werden an. In der Pubertät zeigen sich erste Tendenzen. Wann Dein Hund erwachsen ist, hängt ganz von der Rasse und der Größe ab. Große Hunde gelten durchschnittlich schneller als erwachsen, kleine Hunde meistens später.

Dennoch gibt es auch Hunde, die bereits vor der Pubertät ein solches Verhalten zeigen. Wir werden Dir im weiteren Verlauf noch Tipps geben, wie Du mit diesem Verhalten umgehen kannst.

Woran erkenne ich Territorialverhalten / territoriale Aggressionen beim Hund?

Du kannst territoriales Verhalten gut erkennen, wenn Du Deinen Hund beobachtest. Diese Hunde wollen ihr Territorium überblicken und kontrollieren. Sie liegen gerne so, dass sie alles im Blick und unter Kontrolle haben. Im Garten suchen sie sich wenn möglich sogar gerne einen erhöhten Platz und wachen über „ihr Reich“. Zudem gehen sie in ihrem Territorium auf Patrouille und kontrollieren es. Sie markieren ihr Territorium und zeigen auch gerne das typische Kratzen.

Je nach Hund zeigen auch einige durch Heulen oder Bellen an, dass sie ihr Territorium bewachen. Außerdem kündigen sie Eindringlinge an.

Territoriales Verhalten beim Hund
Bellende Hunde beißen nicht? Darauf würde ich bei einem Hund mit Territorialverhalten nicht meine Hund für ins Feuer legen.

Deutlicher wird Dein Hund dann bei territorialen Aggressionen. Hierbei möchte Dein Hund „Eindringlinge“ selbst vertreiben. Dies macht er durch deutliches Drohen und Verbellen. Im Zweifel würde er sogar ernst nach vorne gehen und den Besucher durchaus auch verletzen. Achte also unbedingt auf Deinen Hund, denn Anspringen von Besuchern, lautes Bellen, Knurren oder auch das Verfolgen und Fixieren von Besuchern können ernste Warnzeichen für Dich sein!

Übrigens ist auch das Beißen beim Weggehen ein typisches Anzeichen und wird leider meist falsch gedeutet. Der Hund ist nicht sauern, weil der Besuch geht. Er zeigt ganz klare territoriale Aggression, die von vielen Hundebesitzern jedoch falsch gedeutet werden.

Außerdem wird Dein Hund in seinem Verhalten bestätigt, wenn er damit „Erfolg“ hat. Als Beispiel für einen Erfolg kann man ganz gut das Postbotensyndrom nennen: Der Postbote kommt, Dein Hund verbellt ihn und der Postbote geht dann tatsächlich wieder. Für uns ist klar: Er wirft nur den Brief ein und geht weiter. Für Deinen Hund bedeutet es aber: Ich habe ihn durch mein Verhalten erfolgreich vertrieben. Er wird in seinem Verhalten also bestätigt und wird es immer wieder zeigen (sofern Du nicht dagegen lenkst).

Verhalten außerhalb des Territoriums

Wie bereits beschrieben, ist es von Hund zu Hund unterschiedlich, wie schnell er einen Bereich zu seinem Territorium ernennt. Häufig kannst Du bei Deinem Hund aber auch territoriales Verhalten erkennen, wenn er in für ihn unbekannten Gebieten bzw. in Gebieten, die weiter von Eurem Zuhause entfernt liegen, gewisse Verhaltensweisen nicht zeigt. Er reagiert beispielsweise auf (fremde) Menschen und Artgenossen freundlich, sozial, vielleicht sogar eher zurückhaltend.

Meine Australian Shepherd Hündin hatte eine ausgeprägte Leinenaggression. Typischerweise ist sie auch territorial veranlagt. Ich merkte schnell, dass die Leinenbegegnungen außerhalb unseres Grundstücks und unserer täglichen „Morgengassirunde“ deutlich entspannter abliefen. Innerhalb unseres Dorfes reagierte sie wesentlich mehr auf andere Hunde und hat dort auch vier Hunde zu ihren Erzfeinen erkoren. Daher habe ich das Leinenbegegnungstraining anfangs nur außerhalb des Territoriums gemacht, um erst mal ein positives Grundverhalten zu trainieren und bin dann langsam Schritt für Schritt in die Begegnungen in der Nähe unseres Hauses gegangen. Das hat uns bei diesem Training sehr geholfen – ich musste es eben nur erst verstehen.

Welche Hunderassen sind territorial?

Grundsätzlich kann jeder Hund eine territoriale Aggression zeigen. Denn unsere Hunde sind Individuen. Dennoch sind bestimmte Rassen ganz besonders für dieses Verhalten veranlagt. Das liegt unter anderem an ihren Genen. Sie wurden speziell dazu gezüchtet, zum Beispiel auf Haus und Hof aufzupassen. Bei der Selektion wurde also vor allem auf das Thema acht gegeben. Und diese Grundlagen finden sich nach wie vor in vielen Rassen wieder.

Pomeranischer Spitz territoriales Verhalten
Territoriales Verhalten kann bei jedem Hund und jeder Hunderasse auftreten. Es gibt aber einige Rassen, die dafür besonders prädestiniert sind.

Daher möchten wir Dir gerne eine kleine Übersicht über die Hunderassen geben, die häufig territoriales Verhalten zeigen. Die Liste ist nicht vollständig, sondern soll Dir nur einen groben Einblick verschaffen. Hinterlasse uns gerne ein Kommentar, wenn wir Deines Erachtens unbedingt noch eine Rasse hinzufügen sollten.

Meistens sind Herdenschutzhunde, Hütehunde und Hofhunde bzw. Wachhunde territorial veranlagt.

Ist territoriales Verhalten eine Verhaltensauffälligkeit?

Viele Hundebesitzer reden direkt von einer Baustelle, wenn der Hund ein Verhalten zeigt, was man selbst nicht sehen möchte. Dabei wird leider viel zu oft vergessen, dass unsere Hunde domestiziert wurden, damit sie eben unser Hab und Gut bewachen. Es ist also ein Urverhalten, welches Dein Hund zeigt. In der weiteren Entwicklung zum Haushund haben unsere Hunde dieses Verhalten nicht abgelegt. Viele unserer heutigen Rassen hatten einen bestimmten Job bzw. eine bestimmte Aufgabe. Sie sollten unser Eigentum bewachen, unsere Schafherden und sollten das alles auch im Fall der Fälle verteidigen. Es handelt sich also nicht um eine sogenannte Baustelle. Dennoch ist es in der modernen Zeit schwierig und wir erwarten von unseren Hunden, dass sie sich anpassen.

Daher ist es wichtig, dass Du Dich mit diesem Verhalten auseinandersetzt. Je nach Umfeld solltest Du bereits bei der Wahl der Rasse darauf achten. Territoriales Verhalten ist also keine Verhaltensauffälligkeit und auch kein Fehlverhalten im eigentlichen Sinne. Dennoch solltest Du selbstverständlich an diesem Thema arbeiten und möglichst früh damit anfangen, die richtigen Weichen zu legen, damit ein stressfreies Zusammenleben möglich ist.

Ein Problem zeigt sich in der heutigen Zeit nämlich oft, da Du im Alltag eingeschränkt wirst und Dein Hund durch seine vermeintliche Aufgabe zu wenig schläft und ruht. Ist Dein Hund nicht ausgeruht, führt das häufig zu Stress, reaktivem Verhalten und anderen Problemen.

Außerdem hat Dein Hund bei seinem Verhalten häufig Erfolg. Hierdurch wird er bestätigt, es wirkt selbstbelohnend und er wird das territoriale Verhalten immer häufiger und stärker zeigen.

Territoriales Verhalten – Trainingstipps

Grundsätzlich sei erstmal gesagt, dass Dein Hund lernen soll, die Aufgabe an Dich abzugeben. Das ist leichter gesagt als getan. Aber mit viel Training, Konsequenz und Regeln sowie Ritualen wirst Du schrittweise Trainingserfolge erzielen. Jeder Hund lernt in einem unterschiedlichen Tempo. Außerdem ist territoriales Verhalten verschieden stark ausgebildet. Was Deinem Hund und Dir hilft, ist also abhängig von Euch. Unsere Tipps sollen Dir helfen, mit verschiedenen Übungen das Thema erfolgreich in den Griff zu kriegen. Allerdings wollen wir an dieser Stelle wie immer betonen, dass der beste Weg ist, sich einen kompetenten Hundetrainer zu holen. Er kann Euren Alltag vor Ort ansehen und einen individuellen Trainingsplan erstellen.

Lasse Deinen Hund niemals mit Fremden alleine

Eine grundsätzliche Regel, die Du Dir gut einprägen solltest: Einen territorialen Hund solltest Du niemals mit Fremden alleine lassen. Verlässt Du den Raum, ist es sehr wahrscheinlich, dass er schnell die Führung übernehmen will. Und das kann für Handwerker und andere Besucher zu einer Gefahr werden. Gerade Hütehunde neigen zudem auch zu einer niedrigen Frusttoleranz. Das kann territoriales Verhalten noch verschlimmern und die Stimmung kann endgültig kippen. Tu mir einen Gefallen und unterschätze niemals Territorialverhalten.

Sofern Du also zum Beispiel Handwerker oder ähnliches im Haus hast und musst für kurze oder längere Zeit den Raum verlassen, solltest Du Deinen Hund entweder in eine Hundebox bringen (Wichtig: Bitte unbedingt vorher positiv mit Deinem Hund aufbauen!) oder in einen anderen Raum.

Besucher werden immer zuerst durch Dich begrüßt

Territoriale Hunde versuchen, die ganze Lage zu kontrollieren. Klingelt es an der Tür, wird gebellt und möglichst der Besuch auch zuerst begrüßt. Nicht selten spielt ein hohes Erregungslevel zusätzlich eine Rolle. Der Besuch wird angesprungen und gemaßregelt.

Gewöhne Dir also unbedingt an, dass Du Besuch immer als erstes begrüßt. Dein Hund sollte ruhig an einem von Dir gewünschten Ort warten. Hilfreich ist es, wenn Du den Besuch anweist, dass er Deinen Hund ignorieren soll. Mir ist bewusst, dass das vielen Menschen schwer fällt („Der arme Hund!“). Erkläre ihnen bitte, dass es absolut kontraproduktiv ist, Dein Training zu boykottieren. Auch innerhalb der Familie solltet Ihr an einem Strang ziehen. Auch wenn Hunde sehr gut unterscheiden können, bei wem sie sich was erlauben können, so ist ein festes Ritual mit immer den gleichen Regeln hilfreich, um schneller Trainingserfolge zu erzielen.

Wenn Dein Hund den Besuch begrüßen darf, dann erst, wenn er ruhig auf seinem Platz gewartet hat, sich ruhig verhält und Du ihn freigibst. Die Begrüßung sollte ruhig stattfinden. Das solltest Du allerdings nur dann machen, wenn Du Dir sicher sein kannst, dass Dein Hund freundlich ist.

Im Fall der Fälle solltest Du immer mit einem Maulkorb arbeiten. Auch wenn immer noch manche Menschen der Meinung sind, ein Maulkorb für den Hund sei Tierquälerei. Gut und positiv trainiert stört er Deinen Hund genauso wenig wie ein Halsband. Selbstverständlich sollte er aber unbedingt gut sitzen.

Weise Deinem Hund einen festen Ort zu

Darf Dein Hund immer und überall hin? Folgt er Dir bis auf die Toilette? Das solltest Du unbedingt unterbinden. Kontrollverhalten verstärkt territoriales Verhalten und bedeutet für Deinen Hund Stress. Häufig kommen diese Hunde nicht gut zur Ruhe und schrecken bei jedem Geräusch und jeder Bewegung auf. Das Schritt auf Schritt verfolgen hat in den seltensten Fällen mit Liebe zu tun. Vertrauen bedeutet, dass Dein Hund Dich auch gehen lassen kann, ohne Stress zu bekommen.

Deswegen solltest Du Deinem Hund einen festen Platz zuweisen. Lies Dir gerne unseren Beitrag Deckentraining durch. Hier zeigen wir Dir, wie Du das Training aufbauen kannst. Damit Dein Hund von diesem Platz nicht über sein Reich herrschen kann, ist auch der richtige Standort für ein Hundebett wichtig.

Durch eine räumliche Einschränkung geben Hunde die Verantwortung schneller ab. Das Training findet natürlich keinesfalls mit Härte und Strafe statt. Es ist viel mehr ein soziales Ausdiskutieren eines Standpunktes.

Territoriales Verhalten und das Pöbeln am Gartenzaun

Territoriales Verhalten zeigt sich besonders stark im Garten. Am Gartenzaun wird gepöbelt und gebellt was das Zeug hält. Bei jedem Geräusch geht es von neuem los. Kennst Du das Problem? Das ist nicht nur stressig für Deinen Hund, sondern auch nervtötend für Dich und alle anderen beteiligten. Außerdem gibt es viele Menschen, die vor Hunden Angst haben und die einen ordentlichen Schrecken kriegen, wenn Hunde am Gartenzaun komplett eskalieren. Ich selbst habe keine Angst und trotzdem habe ich Respekt, wenn der Zaun teilweise nicht viel höher ist als der Hund 🙂

Territorialverhalten Hund Pöbeln am Gartenzaun
Sehr häufig sieht man territoriales Verhalten am Gartenzaun. Manche Hunde warten regelrecht darauf, dass der nächste Spaziergänger kommt und sie ihn vertreiben können. Leider ist dieses Verhalten zudem selbstbelohnend, denn sie haben Erfolg: Der Spaziergänger geht weiter. Auch wenn wir wissen, dass er das so oder so getan hätte, ist es für Hunde eine Bestätigung für ihr Verhalten.

Aber wie gewöhne ich dieses Verhalten meinem Hund ab? Zum einen solltest Du Deinem Hund antrainieren, dass er nicht selbstständig in den Garten darf. Du gehst immer zuerst in den Garten. Auch wenn das nun etwas ungewöhnlich klingt, so ist es hilfreich, wenn Dein Hund sieht, dass DU den Gartenzaun checkst. Erst dann darf Dein Hund in den Garten.

Zudem sollte ein territorialer Hund nie ohne Beaufsichtigung im Garten sein. Meine Empfehlung: Leine Deinen Hund im Garten an, wenn Du gerade mit anderen Dingen beschäftigt bist. Auch hier hilft es vielen Hunden, räumlich eingeschränkt zu werden. Das Deckentraining kannst Du natürlich auch im Garten implementieren. Wir haben Dir den Beitrag dazu etwas weiter oben verlinkt.

Biete Deinem Hund eine Aufgabe als Alternative

Viele Hunde suchen sich eine Aufgabe, weil sie keine in ihrem Leben haben. Eine artgerechte Beschäftigung ist wichtig. Dabei solltest Du Deinen Hund weder überfordern noch unterfordern. Außerdem sollte es zu seinen Bedürfnissen passen.

Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Hund gemeinsam aktiv zu sein. In unserer Kategorie Hundesport haben wir Dir eine Übersicht der häufigsten Sportarten mit Hund zusammen gestellt. Auch werden in vielen Hundeschulen Gruppentrainings angeboten, in denen immer wieder unterschiedliche Übungen gemacht werden.

Achte auf ausreichend Ruhe und Schlaf

Genauso wichtig wie eine passende Beschäftigung ist auch ausreichend Ruhe und Schlaf, wenn Dein Hund territoriales Verhalten zeigt. Denn diese Hunde ruhen selten richtig. Und Du kennst ja bestimmt den Spruch: Nach müde kommt blöd. Sorge dafür, dass Dein Hund ausreichend Ruhezeiten hat. Einigen Hunden musst Du das Ruhen erst beibringen. Du kannst auch mal einen kompletten Ruhetag einführen. Dein Hund soll lernen, dass auch mal gar nichts passiert und das vollkommen in Ordnung ist.

Dein Hund meldet Geräusche?

Vielleicht kennst Du das „Problem“ auch? Dein Hund wufft jedes Mal, wenn er Geräusche hört? Er meldet Dir, dass da etwas nicht stimmt oder im ungeheuer vorkommt? An dieser Stelle möchte ich Dich noch mal daran erinnern, dass sich genau deswegen der Mensch den Hund zum Freunde gemacht hat. Eben weil er wachen sollte. Es handelt sich hierbei also nicht um ein Fehlverhalten, sondern er um einen missverstandenen Hund.

Mein Trainingstipp an dieser Stelle: Kontrolliere das Geräusch. Dein Hund meldet, Du gehst in die Richtung woher das Geräusch gekommen ist, schaust zum Beispiel kurz aus der Wohnungstür, kommst zurück und sagst ein Markerwort, zum Beispiel „Check“ oder „Alles in Ordnung“. Dein Hund lernt so, dass er die Verantwortung an Dich abgeben kann und Deinen Job gut machst. Nach einer gewissen Trainingszeit musst Du nicht mehr aufstehen, sondern brauchst nur noch das Markerwort sagen und Dein Hund wird dieses akzeptieren.

Fazit: Territoriales Verhalten ist keine Verhaltensauffälligkeit, aber bedarf Training

Wie Du siehst, ist territoriales Verhalten keinesfalls ein Fehlverhalten. Dennoch bedarf es einiges an Training, damit Dein Hund seine Aufgabe abgibt. In der heutigen Zeit haben die wenigsten Hunde noch eine wirkliche Aufgabe. Sie werden als Familienhund gehalten und vielleicht ab und an noch mit zum Hundesport genommen. Ihre ursprünglichen Jobs sind weggefallen, sie sind arbeitslos.

Aber auch wenn der Hund den Menschen schon lange begleitet, sind Urinstinkte natürlich immer noch vorhanden. Deswegen ist es wichtig, dass Du territoriales Verhalten verstehst und nicht einfach nur verbietest. Trainiere mit Deinem Hund. Sei konsequent, biete ihm Sicherheit und achte darauf, dass Regeln eingehalten werden. Das alles sollte niemals mit Gewalt oder Strenge passieren. Dein Hund will Dich nicht ärgern. Territoriales Verhalten ist nicht dazu entstanden, den Hundehalter in den Wahnsinn zu treiben 🙂

Hast Du Fragen zu diesem Thema? Oder hast Du selbst Erfahrungen und möchtest diese gerne mit uns und den anderen Lesern teilen? Dann freuen wir uns wie immer über ein Kommentar von Dir und werden Dir schnellstmöglich antworten.

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13 Gedanken zu „Territoriales Verhalten und territoriale Aggression beim Hund – 5 Tipps“

  1. Hallo Wiebke,
    vielen Dank für den Artikel. Ich finde ihn sehr klar und hilfreich geschrieben.
    Bei den Hunderassen die gerne territoriales Verhalten zeigen, fehlt mir auf jeden Fall der Appenzeller!
    Herzlichen Gruß Sabine

    Antworten
  2. Der Spitz steht tatsächlich nicht umsonst ganz oben in der Liste… wir haben zwei davon und können das nur bestätigen. Dafür kann man sicher sein, dass kein Unbefugter das Grundstück betritt, wenn sie zu Hause sind😉

    Antworten
  3. Liebe Wiebke, dein Beitrag habe ich mit großem Interesse gelesen. Vielen Dank schon einmal dafür. Wir haben seit fünf Monaten eine Hündin aus dem Tierschutz (Rumänien). Sie kam mit vier Monaten zu uns. Sie zeigt eben dieses Verhalten, sie heult wie ein Wolf ,bellt und knurrt, wenn Mann nach Hause kommt.
    Auch wenn unsere große Hündin (zehn Jahre) aus ihrem Betti aufsteht, und sich bewegen will, springt die kleine, sofort bellend, zu ihr hin,und blockiert oder bedrängt sie.
    Wir haben jetzt angefangen, wenn mein Mann nach Hause kommt, nehme ich sie kurz vorher an die Leine, und gehe mit ihr zu Haustür. So dass sie nicht das Gefühl haben, muss mir die vermeintlichen Eindringling zu melden. oder aber, sie geht in ihre Box (natürlich deutlich früher, damit sie es nicht mit dem ankommen eines Besuches in Verbindung bringt), in der sie sehr gerne liegt und auch zur Ruhe kommt.
    Lieben Gruß Gaby

    Antworten
    • Hallo Gaby, das klingt doch nach einem sehr guten Ansatz. Ich würde noch überlegen, ob sie tatsächlich angeleint mit zur Tür kommen muss, da sie ja dann trotzdem kontrollieren kann. Vielleicht ist es besser, wenn sie grundsätzlich warten muss und erst nach einer Freigabe dann darf? Liebe Grüße, Wiebke

      Antworten
  4. Hallo Wiebke,
    Wir haben seit Augut 2022 einen Herdenschutzhund-Mix – nun wird er bald 2 Jahre alt- nun merke ich, dass er auf seiner sehr bekannten Gassirunde immer mehr territoriale Aggressionen zeigt, er war mit seiner Hundefreundin am toben, als ein Bekannter mit seiner Hündin kam( er kann beide nicht sonderlich gut leiden) und er war nicht mehr abrufbar, was den Bekannten natürlich sehr verärgerte, weil das war schon sehr grenzwertig- also heisst das jetzt für uns, nur noch mit Schleppleine dort Gassi zu gehen? Auf anderen unbekannten Touren, sitzt er brav neben mir, wenn ein fremder Hund an uns vorbei läuft

    Antworten
    • Liebe Angie, ich möchte Dir an dieser Stelle eine ganz klare Empfehlung geben: Bitte hole einen erfahrenen Hundetrainer dazu. Gerade bei Herdenschutzhunden ist das eine große Thematik und es gehört einfach zum normalen Verhalten dieser Hunde dazu. Gerade bei diesen Hunderassen kann die Lage eskalieren und es ernsthafte Folgen haben. Ich könnten mir vorstellen, dass sich das Verhalten ohne ein richtiges Training zusätzlich verschärfen könnte. Ich selbst kenne mich zu wenig mit Herdenschutzhunden aus. Bitte geh den Weg und hole einen Trainer dazu. Liebe Grüße, Wiebke

      Antworten
  5. Hallo Wiebke
    Wir haben seit drei Monaten einen Rüden, Mix, aus dem Tierschutz (wahrscheinlich 1 1/2 jährig) adoptiert. Er hat sich in kurzer Zeit sehr gut eingelebt und ist sehr gelehrig. Unser Problem sind aber die Hundebegegnungen draussen. Er begegnet anderen Hunden mit bellen und in die Leine liegen, will hin und ist kaum zu beruhigen. Ist dieses Verhalten auch Territorial begründet?
    Mit lieben Grüssen Christine

    Antworten
    • Liebe Christine, das kann man als Ferndiagnose schlecht sagen. Die Frage ist dabei unter anderem auch: Zeigt er das Verhalten nur in der Nähe seines Zuhauses oder grundsätzlich? In den meisten Fällen spielt eher Frust oder Unsicherheit eine große Rolle. Ich würde Dir empfehlen, dass Du Kontakt mit einem Hundetrainer vor Ort aufnimmst und ihr einen Einzeltermin vereinbart. Dann kann er sich das Verhalten ansehen und mit Dir einen Trainingsplan erarbeiten. Liebe Grüße, Wiebke

      Antworten
  6. Dein Bericht gefällt mir sehr gut.
    Unser fast 2jähriger Puli ist auch stark territorial. Vor der Gartensaison habe ich schon Bauchweh, gerade, weil ein Nachbar sich sehr gestört fühlt.
    Die von dir erwähnte Check-Methode erscheint mir sinnvoll, nur weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll, wenn er bellt, ich hingehe, gucke und dann „Check“ sage und er dann weiterbellt oder die ganze Zeit durchgehend bellt?! Mir ist bisher noch nicht aufgefallen, ob da wirklich ein Warnbeller kommt. Mir kommt es eher so vor, als verbellt er sofort.
    Hast du da vielleicht einen Tipp?

    Antworten
    • Hey Alex, ich würde Deinen Hund nur angeleint mit in den Garten nehmen und ihm im Zweifel auch einen festen Platz zuweisen, zum Beispiel mit dem Deckentraining (Beitrag findest Du auch hier auf dem Blog). Durch das Anleinen kannst Du versuchen, dass Dein Hund gar nicht erst in den Kontrollmodus verfällt und Dein Nachbar wird weniger gestört. Meine Hündin muss ich gerade zu Beginn der Gartensaison auch immer durch Zuweisung eines Platzes und Leine daran erinnern, dass nicht sie alles kontrolliert, sondern ich 🙂 Liebe Grüße, Wiebke

      Antworten

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