Dackel / Teckel / Dachshund im Rasseportrait – alle Informationen

Der Dackel wird von Jägern auch häufig als Teckel bezeichnet. Es handelt sich hierbei um eine im FCI anerkannte Rasse. Der Dackel, oder auch Dachshund genannt, gehört zu den Jagdhunden und wird hauptsächlich in Deutschland gezüchtet. Ob diese Hunderasse zu Dir passt? Wir verraten es Dir in unserem Beitrag.

Dackel – die Geschichte

Diese Hunderasse schaut auf eine lange Geschichte zurück. Bereits die Kelten züchteten die kurzbeinige Rasse, die auf die Bracken zurück gehen. Auch die Römer erwähnten den Teckel in ihren Schriften und betonten eine besondere Jagdfertigkeit.

Im Mittelalter wurde der Dachshund dann gezielt für die Jagd auf Fuchs und Dachs eingesetzt. Diese rissen nämlich Hühner und fraßen die Ernte. Für den Menschen waren Füchse und Dachse aber nicht zu erreichen, weil diese unter der Erde in Bauten lebten.

Um diesen Problem entgegen zu treten, wurden Hunde benötigt, die zum einen durch die Gänge in die Bauten gelangen konnten und zum anderen aber auch begabt im Graben waren. Zudem war ein besonders ausgeprägter Jagdtrieb von Nöten, weswegen bei der Selektion genau auf diese Kriterien besonders geachtet wurde. Die Namen Dachshund und Teckel gehen auf die ursprünglichen Bezeichnungen Tachs-Kriecher, Tachs-Schlieffer und Tachs-Krieger zurück. Zu jener Zeit war der Dackel vor allem ein Zeichen von Wohlstand und die Hunde waren im Besitz Adliger zu finden.

Sollte es Dich wundern, warum bei Dackeln der Brustumfang angegeben wird, so geht auch dies auf die ursprüngliche Nutzung als Jagdhund zurück: Der Brustumfang durfte eine gewisse Größe nicht überschreiten, um in einen Fuchsbau oder Dachsbau gelangen zu können.

Wo wurde der Dachshund ursprünglich eingesetzt?

Der Dackel wurde ursprünglich für die sogenannte Baujagd gezüchtet. Das bedeutet, dass er in den Bau von Beutetieren geht. Somit ist die Größe dieser Hunderasse nicht verwunderlich, denn um in die Bauten zu gelangen, war ein kleiner Körperbau notwendig. Als Erdhund ist er spezialisiert auf die Jagd von Füchsen und Dachsen.

Der Teckel soll das Wildtier aus seinem Bau jagen, dabei aber nicht in einen Kampf gehen oder das Tier gar stellen. Füchse flüchten erfahrungsgemäß tatsächlich. Dachse hingegen versuchen, sich vor dem Dackel einzugraben, weswegen der Mensch beim ausgraben behilflich sein muss. Häufig kommt es auch dazu, dass der Dackel vergraben wird und befreit werden muss.

Der Dackel hat einen ausgeprägten Jagdtrieb
Aufgrund der geringen Größe konnte der Dackel in Fuchsbauten und Dachsbauten eindringen und die Wildtiere aufscheuchen.

Ein großer Helfer ist diese Hunderasse auch bei der Drückjagd. Hierbei scheucht der Dackel das Wild auf, welches aber aufgrund der geringen Größe häufiger stehen bleibt und nach dem Jäger in Hundeform Aussicht hält. So ist es für den Jäger einfacher, zu schießen.

Zudem zeigt er auch großes Können bei der Verfolgung von Fährten bei verwundeten oder toten Wildtieren.

Heutzutage wird der Dackel auch häufig als Familienhund oder Ausstellungshund gehalten.

Wie ging es mit der Geschichte dieser Hunderasse weiter?

Inzwischen unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Größen: Der Dackel, der zwischen sechs und zehn Kilogramm auf die Waage bringt und einen Brustumfang von mehr als 35 Zentimetern hat, der Zwergdackel, der zirka vier Kilogramm wiegt und einen Brustumfang von 30 bis 35 Zentimetern hat und der Kaninchendackel, der bis maximal 30 Zentimeter Brustumfang hat und nicht mehr als 3,5 Kilogramm wiegt.

Wie Du an dem Namen schon erkennen kannst, wurde der Dackel für die Kaninchenjagd noch kleiner gezüchtet.

Als die Hochzeit des Adels vorbei ging, wurde der Dackel auch immer beliebter als Familienhund. Als 1972 in Deutschland die Olympiade statt fand, schaffe es die Hunderasse sogar, Vorbild für das Maskottchen „Waldi“ zu sein. Denn der Dackel gilt zum einen als typisch deutsch, brachte aber zudem auch einige Charaktereigenschaften mit, die gut zu den Leistungssportlern passten.

Inzwischen ist der Dackel kein typischer Jagdhund mehr und die Wurfzahlen sind überschaubar.

Aussehen und Charakter

Um Dir einen besseren Überblick zu geben, ob diese Hunderasse etwas für Dich ist, wollen wir natürlich auf das Aussehen und vor allem auch auf den Charakter eingehen.

Erscheinungsbild: Größe, Gewicht und Fell

Wie bereits weiter oben beschrieben, werden sie in drei Größen unterteilt. Alle haben aber gemeinsam, dass sie kurze Beine und im Verhältnis dazu einen langgestreckten, muskelbepackten Körperbau haben. Kein Wunder also, dass sie den USA den Spitznamen „Sausage Dog“ haben, was so viel heißt wie Würstchenhund.

Die niedlichen Hängeohren, die den Hund vor Dreck schützen, sind ebenfalls typisch für diese Rasse.

Das Fell des Dackels

Du kannst den Dackel in drei unterschiedlichen Felltypen finden. So hat der Kurzhaardackel glatt anliegendes Fell. Der Langhaar-Dackel hat längeres Fell, welches seidig glänzt. Und der dritte im Bunde, der Rauhaardackel, zeit sich mit borstigem bzw. drahtigem Fell und hat meist einen Bart.

Du wirst keinen weißen Dackel finden. Ansonsten ist diese Hunderasse aber farbenfroh unterwegs: Einfarbige Tiere in rot oder gelb, zweifarbige in schwarz-braun oder aber auch gefleckte mit einer dunklen Farbe und helleren Flecken. Diese Farben passen sich wunderbar an die Farben des Waldes an, wodurch der Teckel eine tolle Tarnung hat.

Der Charakter

Da sich der Dackel in seiner Geschichte Dachsen und Füchsen entgegen stellen musste, die ihm durchaus körperlich überlegen gewesen wären, benötigten diese Hunde ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Das wirst Du auch heute noch wiederfinden. Auch wir sehen das an unserem Atos, der sich wildentschlossen unserem irischen Wolfshund Dexter entgegen stellt.

Man kann also fast sagen, dass der Teckel ein gewisses Maß an Größenwahnsinn mit sich bringt. Somit ist es nicht selten, dass der Dachshund nicht von allen Hunden gut angenommen wird. Die meisten Dackelhunde zeigen auch keine Angst. Dafür gelten sie aber auch nicht als aggressiv.

ein Teckel trinkt
Was dem Deckel an Größe „fehlt“, macht er durch sein ausgeprägtes Selbstvertrauen wieder wett.

Neben dem starken Selbstbewusstsein benötigten diese Hunde damals auch ein großes Maß an Selbstständigkeit. Sie waren in den Bauten auf sich allein gestellt. Wenn Du also einen Hund suchst, der mit Dir arbeitet und alles für Dich machen wird, solltest Du Dich definitiv nach einer anderen Hunderasse umschauen.

Erziehung und Beschäftigung

Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, gestaltet sich die Erziehung dieser Hunderasse nicht ganz so einfach. Dein Dackel bringt die Grundlagen mit, alles gerne selbst entscheiden zu wollen. Daher solltest Du von Anfang an klar ein Deinen Regeln und Grenzen sein, und diese auch mit liebevoller Konsequenz durchziehen und immer wieder einfordern.

Positiv hervorzuheben ist aber, dass Dackel wirklich schnell lernen. Bist Du also konsequent in Deinem Handeln, wird sich Dein Hund diesen Regeln auch beugen und sie einhalten. Allerdings kann es Dir passieren, dass Dein kleiner Hund einen schwachen Tag auch sofort ausnutzt.

Ein weiteres großes Thema in der Erziehung ist selbstverständlich der Jagdtrieb. Hier möchten wir Dir nichts vor machen: Du wirst diesen nicht bei jedem Teckel kontrollieren können. Wichtig ist in jedem Fall, dass Du früh mit der Gewöhnung anfängst – vor allem dann, wenn Du Kleintiere zu Hause hast. Sollte Dein Hund draußen nicht abrufbar sein, versteht es sich von alleine, dass er dauerhaft an der Leine bleiben sollte!

Tolle Beschäftigungsmöglichkeiten

Um Deinem Hund eine Alternative zum Jagen zu geben, ist eine abwechslungsreiche Auslastung sinnvoll. Sehr beliebt beim Dackel sind Jagdalternativen, also zum Beispiel die Dummytraining.

Generell bieten sich alle Aufgaben an, bei dem die Nase eingesetzt werden muss. So könntest Du ein ZOS-Seminar mitmachen und dann trainieren. Aber auch Mantrailing oder Intelligenzspielzeuge werden von dieser kleinen Hunderasse gerne angenommen. Zudem genießt er auch Streifzüge in der Natur.

Dachshund im Arm seiner Besitzerin
Der Dachshund ist definitiv kein Schoßhund. Er hat viel Energie und möchte beschäftigt werden. Dann kann er aber im Hause ein ausgeglichener Begleiter sein.

Übrigens: Dackel neigen schnell dazu, zum Balljunkie zu werden und dabei auch wenig Frustrationstoleranz und Impulskontrolle zu zeigen! An diesen Punkten solltest Du unbedingt von Anfang an arbeiten.

Rassetypische Krankheiten des Teckels

Leider müssen wir Dir hier sagen, dass der Dackel aufgrund seines Körperbaus doch stark vorbelastet ist. Sehr häufig erkrankt diese Rasse an der sogenannten Dackellähme, was nichts anderes als ein Bandscheibenvorfall ist. Durch den Bandscheibenvorfall werden wichtige Nerven in der Wirbelsäule abgeklemmt. Die Folge ist, dass Dein Hund die Hinterbeine nicht mehr bewegen bzw. kontrollieren kann.

Dackellähme ist nicht heilbar! Ist der Fall eingetreten, kannst Du Deinem Hund nur durch eine gezielte Behandlung beim Physiotherapeuten, einer Operation oder der Gabe von Medikamenten helfen.

Unser Tipp an dieser Stelle: Eine Hundekrankenversicherung kann bei etwaigen kosten aufkommen. Informiere Dich aber vorab, welche Kosten übernommen werden!

Auch Arthrose und Spondylose finden sich häufig bei dem Dachshund. Die Läufe verknöchern, da das Gewicht im Verhältnis zu den Beinen zu hoch ist. Als Folge entstehen krumme Gliedmaßen, die auch zur starken Beeinträchtig des Gangapparats und der Lebensqualität führen.

WICHTIGER HINWEIS!
Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst, sollte Dein Dackel möglichst keine Treppen laufen oder eigenständig ins Auto oder aus dem Auto heraus springen. Eine tolle Hilfe sind Hunderampen und Hundetreppen. Und ansonsten solltest Du Deinen Hund einfach die Stufen tragen.

Welches Futter sollte ich füttern?

Wie Du Dir vielleicht denken kannst, ist es unfassbar wichtig, dass diese Rasse niemals übergewichtig wird. Die kurzen Beine können das zusätzliche Gewicht nicht tragen und die Lebensdauer kann durch Übergewicht deutlich verkürzt werden!

Deswegen ist es wichtig, penibel darauf zu achten, dass Dein Dackel gar nicht erst zu dick wird. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist das A und O. Mit AniFit Hundefutter kannst Du Deinen Dackel mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen.

Zusätzlich kannst Du die Gelenke auch prophylaktisch unterstützen. Hilfreich dafür ist Grünlippmuschelpulver, Teufelskralle und Kurkuma.

Passt ein Dackel zu Dir?

Nun die Frage der Frage: Passt ein Dackel zu Dir? Zusammengefasst können wir Dir sagen, dass der Dackel durchaus als Familienhund eine Bereicherung sein kann, wenn Du Dir bestimmte Dinge von Anfang an klar machst:

Der Teckel ist selbstbewusst und eigenständig. Der Jagdtrieb ist stark ausgeprägt und der Dackel hat eben seinen eigenen Kopf. Suchst Du also einen Hund, der gerne mit Dir zusammen arbeitet, immer abrufbar ist und ein Couchpotato ist, ist die Wahrscheinlichkeit, die perfekte Besetzung mit einem Dachshund zu finden, eher unwahrscheinlich.

Größenvergleich Dackel und Irischer Wolfshund
Größenvergleich: Eine der größten und eine der kleinsten Hunderassen der Welt nebeneinander.

Wenn Du aber einen selbstbewussten Hund suchst, der wenig Aggressionspotenzial und Angst zeigt und den Du nehmen kannst, wie er ist, dann kannst Du durchaus über den Einzug eines Teckels nachdenken. Denn diese Hunde werden gerne bis zu 15 Jahre und so hast Du viele Jahre Deinen Partner mit der kalten Schnauze an Deiner Seite.

Bewusst sollte Dir aber sein, dass Du zur Sicherheit schon möglichst früh mit Muskelaufbau anfangen solltest. Suche Dir am besten einen erfahrenen Physiotherapeuten, der Dir Übungen zeigt. Hierdurch kannst Du Dackellähme zwar nicht komplett ausschließen, aber verringerst die Wahrscheinlichkeit!

Fazit zur Hunderasse Dackel

Dackel Atos ist kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Wenn er mit dem irischen Wolfshund Dexter spielt, hat es manchmal etwas von David gegen Goliath. Dackel haben jede Menge Energie und so macht es großen Spaß, sich mit ihnen zu beschäftigen. Allerdings sind sie nicht für den Laufsport oder Agility geeignet.

Ich sehe es sehr kritisch, dass das Merle-Gen – wie auch bei vielen Hütehund Rassen – sehr stark und bewusst gezüchtet wird. Zwar ist das keine neue Erscheinung, denn man geht davon aus, dass es Tigerdackel bereits im 17. Jahrhundert gab, aber ein Gendefekt ist und bleibt ein Gendefekt und mit dem heutigen Wissen könnten wir Menschen durchaus die Verantwortung tragen, und uns gegen eine Vermehrung eines Gendefekts und für die Gesundheit unserer Hunde entscheiden.

Ein häufiges Argument, welches genannt wird, ist: Wenn der Tigerdackel gesund gezüchtet wurde (also ein Nicht-Tigerdackel mit einem Tigerdackel verpaart wurde), ist der Dackel gesund. Was viele dabei aber dennoch vergessen: Gendefekt ist und bleibt Gendefekt. Einige Forschungen haben ergeben, dass auch durchaus diese Hunde Defizite aufweisen können (vor allem dann, wenn sie in und um die Ohren herum stärker weiß pigmentiert sind).

Generell ist aber zu sagen: Wenn Du Dich der Herausforderung stellen möchtest, einen Dackel liebevoll zu erziehen und auch mit seinem „Sturkopf“ auskommst, ist diese Hunderasse definitiv auch als Familienhund geeignet. Achte unbedingt beim Kauf auf einen seriösen Züchter, dann werdet ihr in Eurer gemeinsamen Zeit sehr viel Freude haben!

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