Welpe oder Hund hat Schluckauf – 4 mögliche Ursachen & Behandlung

Lesedauer 7 Minuten

Nicht nur Menschen können Schluckauf bekommen, sondern auch unsere Hunde. Welpe oder Hund hat Schluckauf? Dann fragst Du Dich vielleicht auch, ob das gefährlich ist und was die Ursache dafür sein könnte. Ein spannendes Thema, wie wir finden. Daher wollen wir Dir in diesem Beitrag die häufigsten Gründe dafür zeigen und ggfs. auch Tipps geben, was Du dagegen machen kannst.

Ist Schluckauf für Hunde gefährlich?

Wir wollen die wichtigste Frage direkt vorweg nehmen, die Dir sicherlich unter den Fingernägeln brennt: Dein Hund hat Schluckauf und Du fragst Dich, ob das vielleicht gefährlich für ihn ist?

In den meisten Fällen ist Schluckauf beim Hund nicht gefährlich. Aber sollte er dauerhaft sein und nicht aufhören, solltest Du unbedingt zum Tierarzt gehen. Es ist quasi so wie bei uns Menschen. Hast Du es mal, ist es kein Problem. Hört es nicht mehr auf: Ab zum Arzt. Welpen haben übrigens häufiger Schluckauf als erwachsene Hunde. Warum das so ist, erfährst Du gleich.

Und wenn Du denkst: Schluckauf, der nie aufhört gibt es nicht: Ein Arbeitskollege von mir hatte zwei Wochen durchgehend Schluckauf. Das ist dann wirklich kein Spaß mehr.

Daher solltest Du Deinen Hund einfach im Auge behalten. Damit Du besser reagieren kannst, sollte doch mal etwas nicht stimmen, geben wir Dir viele wichtige Informationen mit auf den Weg.

Welpe / Hund hat Schluckauf – wie entsteht das eigentlich?

Wustest Du, dass es sogar den Tag des Schluckaufs gibt? Dieser ist am 16. März eines jeden Jahres. Vielleicht hast Du Dich ja schon mal damit beschäftigt, wie Schluckauf entsteht. Wenn nicht, wollen wir es Dir gerne erklären. Hierdurch kannst Du die Lage selbst auch direkt besser einschätzen. Und Schluckauf entsteht übrigens nicht dadurch, dass jemand an Dich oder Deinen Hund denkt.  🙂

Der medizinische Begriff für Schluckauf lautet übrigens Singultus. Er entsteht dadurch, dass der Zwerchfellnerv (Nervus Phrenicus) gereizt  oder anderweitig Druck auf das Zwerchfell ausgeübt wird. Das Zwerchfell befindet sich bei Deinem Hund zwischen der Bauchhöhle und der Brusthöhle. Es hat unter anderem auch Auswirkung auf die Atmung.

Als Reaktion auf die Reizung oder ein Trauma zieht sich das Zwerchfell im Reflex zusammen und verkrampft. Durch das Verschließen der sogenannten Stimmritzen zwischen den Stimmbändern wird der Atem blockiert, es baut sich ein Druck auf und das typische Hicksen vom Schluckauf entsteht.

Welpe oder Hund hat Schluckauf – das sind die Ursachen

Aber wodurch entsteht Schluckauf genau? Und wie kann ich ihn gegebenenfalls auch vermeiden?

Es gibt unterschiedliche Gründe, wie es zu Schluckauf bei Welpen und ausgewachsenen Hunden kommen kann. Lass uns zuerst ein Blick auf die Welpen werfen, denn sie haben am häufigsten damit zu kämpfen: Wird Dein Welpe noch vom Muttertier gesäugt, nimmt er beim Saugen neben der Muttermilch viel Luft zu sich. Die Luft breitet sich im Magen auf. Durch Schluckauf reagiert der Körper darauf und sorgt dafür, dass die Luft aus dem Magen wieder abgeleitet wird. Aber wusstest Du, dass Dein Welpe bereits im Bauch des Muttertiers Schluckauf hatte? Es wird vermutet, dass der Schluckauf die Welpen auf die Geburt vorbereiten soll. Wissenschaftlich ist das jedoch bisher nicht bewiesen.

Hund hat Schluckauf
Viele Welpen, die noch gesäugt werden, kriegen Schluckauf. Sie schlucken beim Säugen viel Luft und der Körper reagiert zwecks Druckabbau mit Schluckauf.

Aber auch abseits vom Säugen kriegen Welpen und Junghunde immer mal wieder Schluckauf. Die häufigsten Ursachen hierfür sind folgende:

  • Zu schnelles Schlingen des Futters
  • sehr schnelles Trinken (kaltes Wasser begünstigt Schluckauf zusätzlich)
  • Dein Welpe oder Junghund hat Angst (häufig situativ bedingt)
  • Aufregung und Stress beim Hund (egal ob „positiv“ oder „negativ“)
  • Wachstumsschub

Manchmal kriegen Welpen auch wie aus dem Nichts Schluckauf oder haben sogar Schluckauf, wenn sie schlafen. Aber auch erwachsene Hunde kriegen hin und wieder mal Schluckauf. Die Ursachen hierfür sind ähnlich wie bei einem Welpen (abgesehen vom Säugen und dem Wachsen). Auch ein zu voller Magen kann das Zwerchfell reizen und Schluckauf entsteht.

Hund hat Schluckauf – welche Krankheit könnte dahinter stecken?

Wir wollen an dieser Stelle aber nicht außer acht lassen, dass Schluckauf auch auf eine Erkrankung hinweisen kann. Du solltest wegen des ein oder anderen Schluckaufs nicht gleich in Panik verfallen. Aber sollte Dein Hund extrem oft oder durchgehend Schluckauf haben, heißt das nächste Ziel: Tierarzt!

Auch wenn Du die Diagnose dann definitiv Deinem Tierarzt überlassen solltest, geben wir Dir hier mögliche gesundheitliche Ursachen, wenn Dein Hund Schluckauf hat.

  • Vergiftung beim Hund (zum Beispiel durch giftige Pflanzen oder auch Medikamente)
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (häufig hat Dein Hund zusätzlich dann auch starke Blähungen)
  • Umfangsvermehrungen wie Tumore oder anderes, welche auf das Zwerchfell drücken und es hierdurch reizen
  • Eine Entzündung des Zwerchfells bzw. des Zwerchfellnervs (Neuritis, entstanden durch Degeneration, Vergiftung oder einem körperlichen Trauma)
  • Entzündung der Meningen (Rückenmarkshäute) und Arterien (Blutgefäße) = Meningitis (einige Hunderassen sind für diese Erkrankung prädisponiert, z.B. der Beagle, der Berner Sennenhund und weitere)
  • Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) siehe unserem Beitrag Mittelmeerkrankheiten beim Hund
  • Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis)
  • Asthma oder andere Erkrankungen der Atemwege
  • Lungenentzündung
  • Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie bzw. Zwerchfellhernie): Hierbei verlagern sich Teile des Hundemagens durch eine Zwerchfellöffnung in den Brustraum
  • Hitzschlag

Diese Krankheiten gehen aber in den meisten Fällen mit weiteren Symptomen einher. Dennoch: Solltest Du Dir unsicher sein, lass lieber einen Fachmann drauf schauen.

Übrigens hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass häufiger Schluckauf auch für einen Wurmbefall beim Hund spricht. Das ist jedoch nicht so. Dennoch solltest Du den Hundekot regelmäßig auf Würmer untersuchen lassen. Mit dem Vetevo Wurmtest kannst Du das sogar ganz bequem von Zuhause.


vetevo

Hund hat Schluckauf – was hilft dagegen?

Wenn Dein Hund Schluckauf hat, es ihm aber ansonsten gut geht, kannst Du erstmal ein paar Minuten abwarten. Denn so plötzlich wie die Hickser kommen, verschwinden sie auch in den meisten Fällen.

Aber was beim Menschen hilft, hilft auch bei unseren Hunden: Du kannst ihn zum Beispiel ablenken. Entspannt sich Dein Hund, zum Beispiel in einer für ihn aufregenden oder stressigen Situation, entspannt sich auch das Zwerchfell und der Schluckauf lässt nach. Du kannst mit Deinem Hund eine kleine Runde spazieren gehen, ein paar Hundetricks machen oder ihn anderweitig beschäftigen. Achte aber darauf, dass die gewählte Beschäftigung nicht zu noch mehr Aufregung führt, sondern entspannt abläuft.

Auch trinken hilft Deiner Fellnase. Biete ihm etwas Wasser an. Aber auch hier Obacht: Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben und Dein Hund sollte möglichst langsam trinken, damit der Schluckauf nicht noch weiter verstärkt wird.

Ein weiterer toller Tipp ist Entspannung. Vielleicht mag Dein Hund es ja besonders gerne, an einer bestimmten Stelle gekrault zu werden oder genießt eine Massage? Gerade im Brustbereich kann eine Massage Wunder helfen, wenn Dein Hund Schluckauf hat.

Aber auch wenn einige Dinge unseren Hunden helfen, die auch uns Menschen helfen, solltest Du auf andere Methoden verzichten! Natürlich solltest Du Deinen Hund nicht erschrecken. Auch typische Hausmittel wie ein Stück Zucker mit Zitronensaft sind wir Hunde denklich schlecht geeignet. Und ganz wichtig: Bitte gib Deinem Hund keine Medikamente, die für uns Menschen gedacht sind. Das könnte im schlimmsten Fall zu einer Vergiftung führen!

Wie kann ich Schluckauf beim Hund verhindern?

Dein Hund hat Schluckauf und Du fragst Dich, wie Du das zukünftig vermeiden könntest? Ganz ausschließen wirst Du es auch leider in Zukunft nicht können. Gerade beim Welpen ist es schwierig, da der Schluckauf sehr häufig durch das Luft schnappen entsteht. Dennoch kannst Du auf einige Punkte achten:

  1. Achte darauf, dass Dein Hund möglichst langsam frisst. Sollte Dein Vierbeiner sein Futter sehr schnell schlingen, kannst Du mit einem sogeannten Anti-Schling-Napf Abhilfe schaffen. Auch Leckmatten eignen sich hervorragend für die Gabe von Nassfutter.
  2. Gib Futter nicht direkt aus dem Kühlschrank. Es sollte immer Zimmertemperatur haben
  3. Gleiches gilt für Wasser: Eiskaltes bzw. kaltes Wasser begünstigt Schluckauf. Dementsprechend sollte auch das Wasser bei Zimmertemperatur gereicht werden. Solltest Du mal in den Bergen wandern sein, lasse Deinen Hund nicht aus einem Gebirgssee trinken, sondern nimm Trinkwasser für ihn auf die Wanderung mit
  4. Ein voller Magen führt auch häufiger zu Schluckauf. Du kannst das Futter auf mehrere Portionen aufteilen, sodass ein zu voller Magen das Zwerchfell nicht reizen kann. Außerdem kann bei kleinen Mengen nicht so viel Luft mit geschluckt werden

Mein Hund hat Schluckauf! Wann sollte ich damit zum Tierarzt?

Dein Hund hat Schluckauf – doch wann ist der richtige Zeitpunkt, damit zum Arzt zu gehen? Grundsätzlich gilt: Bist Du Dir unsicher, geh lieber ein Mal zu viel als ein Mal zu wenig zum Tierarzt!

Tipp!
Dein Hund hat Schluckauf und Du bist Dir nicht sicher, ob Du zum Tierarzt musst? Dann nutze den Online-Tierarzt . Hier kriegst Du von Tierärzten per Videotelefonie eine Antwort und direkte Hilfestellung.

Aber es gibt auch einige Punkte, die Dir bei der Entscheidung helfen. Zum Tierarzt solltest Du spätestens dann gehen, wenn:

  • Der Schluckauf über mehrere Stunden anhält
  • Extrem häufig vorkommt
  • Dein Hund weitere Symtome für eine Erkrankung zeigt
  • Der Schluckauf durch ein Trauma ausgelöst wurde (zum Beispiel einen Sturz o.ä.)

Behalte Deinen Hund also gut im Auge. Sehr hilfreich ist es zudem, ein Gesundheitstagebuch zu führen. Notiere, zu welchem Zeitpunkt der Schluckauf angefangen hat: Hat Dein Hund gerade gefressen? Was hat er gefressen? Hat er gerade gespielt und getobt? Oder war es in einer ganz anderen Situation? All das kann Aufschluss darauf geben, worum Dein Hund Schluckauf hat. Sofern Du weitere Auffälligkeiten feststellst, solltest Du diese auch direkt notieren. Manchmal kannst Du dann schon selbst die Ursache finden und dagegen wirken (Tipps dazu findest Du weiter oben im Text). Aber auch Deinem Tierarzt können diese Informationen in einem Anamnesegespräch sehr viel Aufschluss bringen.

Denn Dein Tierarzt muss nun schrittweise dazu übergehen und Krankheiten ausschließen. Durch Deine Aufmerksamkeit und die Notizen kann er entscheiden, welche Diagnostik er zuerst nutzen wird. Hier stehen ihm viele Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel neben dem normalen Abtasten und Abhören auch Blutuntersuchungen, Ultraschall, Röntgen oder andere bildgebende Verfahren oder neurologische Untersuchungen.

Wird die Ursache gefunden, ist die Behandlung natürlich davon abhängig, was der Grund für den Schluckauf bei Deinem Vierbeiner ist.

Fazit: Dein Hund hat Schluckauf? In den meisten Fällen ist das unbedenklich!

Wie Du siehst, brauchst Du in den meisten Fällen nicht in Panik ausbrechen. Denn häufig steckt keine schlimme Ursache dahinter, wenn Dein Hund Schluckauf hat. Gerade bei Welpen kommt das häufiger vor und legt sich mit dem Älter werden nach und nach. Meine Hündin hatte auch mit acht Monaten immer mal wieder Schluckauf. Vor allem dann, wenn sie aufgeregt war. Ich hatte mir auch Sorgen gemacht und sie zur Sicherheit untersuchen lassen. Es konnte keine gesundheitliche Ursache festgestellt werden und mit guten 12 Monaten legte es sich dann auch.

Dennoch kann ich Dir nur den Rat geben, Deinen Hund gut zu beobachten. Und im Fall des Falles lieber einen Tierarzt draufschauen zu lassen. Auch wenn es eher die Seltenheit ist: Es können eben auch Krankheiten als Auslöser für Schluckauf bestehen. Und dann solltest Du gewiss nicht zu lange mit der Untersuchung und der Behandlung warten.

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Besser bekannt bin ich unter dem Usernamen SLEEPHERDS auf Instagram und meinem Blog.

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